Acer und Asus müssen PC-Verkauf einstellen – Nokia gewinnt Patentstreit

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Acer und Asus müssen den Verkauf von PCs und Notebooks in Deutschland einstellen. Die Webseiten der Hersteller sind nicht mehr erreichbar. Alle Details. Acer und Asus haben den Verkauf von Notebooks und Desktop-PCs in Deutschland eingestellt. Das Landgericht München I entschied Ende Januar 2026 in einem Rechtsstreit um Patentverletzungen (Az.: 7 O 4102/25 und 7 O 4100/25) zugunsten von Nokia . Beide Hersteller haben auf das Urteil reagiert, die Folgen für Nutzer sind nun spürbar. Webseiten im Wartungsmodus Die deutschen Webseiten der beiden taiwanischen Hersteller sind derzeit nicht erreichbar. Acer gibt lediglich Wartungsarbeiten als Grund an, ohne die laufenden Rechtsstreitigkeiten zu erwähnen. Asus zeigt einen "We'll be back"-Hinweis ("Wir kommen wieder") und hat im eigenen Onlineshop alle Desktop-PCs und Notebooks auf "nicht vorrätig" gesetzt. Wichtiges Update: Angreifer nutzen Windows-Schwachstellen aus CES 2026: Dell bringt seine XPS-Notebooks zurück In einer Stellungnahme beim Portal "PC-Welt" bestätigte Acer, die "Vertriebsmaßnahmen in Deutschland für betroffene Produkte vorübergehend" eingestellt zu haben. Der Konzern betonte, geistiges Eigentum anderer Unternehmen zu respektieren. Zugleich prüfe man "den Einsatz weiterer rechtlicher Mittel, um schnellstmöglich eine faire Lösung zu erreichen". Streit um H.265-Videocodec Im Zentrum des Rechtsstreits steht das Nokia-Patent EP2661892 für den H.265-Videocodec, auch bekannt als HEVC (High Efficiency Video Coding). Der Standard ermöglicht die Übertragung hochauflösender Videos in hoher Qualität bei geringen Datenmengen. Die Technologie steckt in den meisten modernen PCs, Notebooks, Smartphones und Smart-TVs. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Acer und Asus "nicht lizenzwillig" seien. Nokia habe zuvor FRAND-gemäße Lizenzangebote unterbreitet. FRAND steht für Fair, Reasonable and Non-Discriminatory und beschreibt Rahmenregeln für faire Lizenzabkommen bei standardrelevanten Patenten. Nokia ließ das Urteil vorläufig vollstrecken und erzwang damit den sofortigen Verkaufsstopp. Da ein höheres Gericht die Entscheidung noch kippen könnte, musste Nokia mehrere Millionen Euro als Sicherheit hinterlegen. Beide betroffene Konzerne wollen gegen das Urteil vorgehen. Acer soll eine Gegenklage planen, während Asus den Patentrechtsstreit fortsetzen will. Auswirkungen für Verbraucher Händler wie Amazon oder Mediamarkt dürfen ihre gelagerten Acer- und Asus-PCs noch verkaufen. Sie erhalten aber vorerst keinen Nachschub. Solange das Urteil Bestand hat und die Hersteller keine Lizenzvereinbarung mit Nokia treffen, werden die Bestände nicht aufgefüllt. Das könnte mittelfristig zu Lieferengpässen führen. Andere Produktkategorien wie Monitore, Router, E-Scooter und Zubehör bleiben laut Acer vom Urteil unberührt. Allerdings stellt die Acer-Homepage derzeit auch diese Produkte nicht bereit. Bei Asus sind sämtliche Webseiten von Deutschland aus nicht erreichbar, auch nicht die Bereiche für BIOS-Updates oder Support-Dokumente. Nutzer müssen aktuell auf VPN-Verbindungen außerhalb Deutschlands ausweichen. Hisense einigte sich mit Nokia Neben Acer und Asus ging Nokia auch gegen den TV-Hersteller Hisense vor. Dieser einigte sich Anfang Januar 2026 mit Nokia auf eine mehrjährige Lizenzierung der Patente. Alle Klagen in dem Verfahren wurden daraufhin eingestellt. Nokia setzte in der Vergangenheit bereits mehrfach Verkaufsverbote wegen Patentverletzungen durch. Amazon musste 2024 die meisten Fire-TV-Geräte für ein halbes Jahr vom Markt nehmen und konnte sie erst wieder verkaufen, nachdem das Unternehmen die Nokia-Patente lizenziert hatte. Oppo war dreieinhalb Jahre nicht in Deutschland aktiv, die Tochter Oneplus acht Monate. In beiden Fällen wurden schließlich Nokia-Patente lizenziert.
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