AfD gründet "Generation Deutschland“: Jean-Pascal Hohm wird Vorsitzender

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Begleitet von massiven Protesten hat sich in Gießen die Jugendorganisation der AfD neu konstituiert. Zum neuen Vorsitzenden wurde Jean-Pascal Hohm gewählt. Mehr als 700 junge AfD-Mitglieder haben in den Hessenhallen in Gießen am Samstag die neue Jugendorganisation der AfD gegründet. Sie trägt künftig den Namen "Generation Deutschland". Zum neuen Chef wurde Jean-Pascal Hohm, 28, gewählt. Er erhielt 90,4 Prozent der Stimmen. Proteste : AfD-Spitze kommt verspätet zu Treffen der Parteijugend Eskalation: Angriff auf Auto von AfD-Politiker in Gießen Hohm trat nach eigenen Angaben mit 17 der AfD bei. Er wolle in der Partei "mit allen Flügeln zusammenarbeiten" und sich "nicht in Machtkämpfen instrumentalisieren lassen", sagte Hohm in seiner Bewerbungsrede vor der Wahl. Er wolle dabei "entschlossen gegen alle Spaltungstendenzen" vorgehen - "egal ob von innen oder außen". Der Brandenburger Landtagsabgeordnete gilt als gut vernetzt in der rechtsextremen Szene. Hohm taucht namentlich dutzendfach im Einstufungsvermerk des brandenburgischen Verfassungsschutzes über den dortigen Landesverband auf. Er wird in dem Papier mit migrationsfeindlichen und völkischen Thesen zitiert. "Wir werden entschlossen streiten für eine echte Migrationswende, die dafür sorgt, dass Deutschland die Heimat der Deutschen bleibt", sagte Hohm beim Gründungstreffen der Generation Deutschland. Durchgriffsrecht der Parteispitze Vor Hohms Wahl war auf dem Gründungskonvent lange über den neuen Namen diskutiert worden, als Alternativen wurden "Jugend Germania" und "Junge Alternative" vorgeschlagen. "Das hat Pathos, Ethos, das erinnert an die über 2000-jährige Geschichte Deutschlands", sagte ein Redner am Saalmikrofon über den Namen "Jugend Germania". Am Ende aber siegte mit "Generation Deutschland" der Namensvorschlag, der zuvor vorbereitet und im Leitantrag für das Jugendstatut festgehalten worden war. Die "Junge Alternative" war die vorherige Jugendorganisation der AfD. Anfang des Jahres hatte sich die Partei von ihr getrennt, kurz darauf hatte sich der Verein selbst aufgelöst. Die neue Jugendorganisation soll qua Satzung sehr viel enger an die Partei angebunden sein. Die Landes- und Bundesvorstände der AfD haben Durchgriffsrechte und können zum Beispiel bei parteischädigendem Verhalten Mitglieder hinauswerfen. Die "Junge Alternative" hatte bei ihrer Auflösung nach eigener Aussage 2.400 Mitglieder. Dem neuen Chef der Jugendorganisation, Hohm, zufolge liegen bisher rund 2.000 Anträge auf Mitgliedschaft in der neuen AfD-Jugendorganisation vor. Vor der Halle in Gießen hatten Zehntausende Demonstranten gegen die Neugründung protestiert.
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