"Alle Afghanen sollen Toleranz zeigen": Sprecher der Taliban zeigt sich kompromissbereit

6 monate vor


Insbesondere seit Beginn des Truppenabzugs der NATO aus Afghanistan kommt es in dem Land immer wieder zu Gefechten zwischen den Taliban und Regierungstruppen. Teil des Abzugs sind auch Bemühungen um einen Friedensprozess im Land. Der Sprecher der Taliban Suhail Shaheen erklärte nun in einem Interview mit Associated Press, wie der Frieden im Land aus Sicht der Taliban wiederhergestellt werden kann. Shaheen: "Taliban streben kein Machtmonopol an" Die Taliban strebten kein Machtmonopol im Land an und wollten allein mit friedlichen Mitteln ihre Position im Land verteidigen und stärken, erklärt Shaheen, der auch Mitglied des Verhandlungsteams ist, das die Zukunft Afghanistans mit der derzeitigen afghanischen Regierung aushandeln soll. Die Taliban haben nach Angaben Shaheens mittlerweile in über 190 der gut 400 Distrikte des Landes die Kontrolle übernommen. Dies sei, sagt Shaheen, aber nicht mit militärischen Mittel geschehen, sondern beruhe auf Mediation. Ansonsten wäre es niemals möglich gewesen, so viele Distrikte in so kurzer Zeit zu erobern. "Ich möchte klarstellen, dass wir nicht an ein Machtmonopol glauben, denn jede Regierung, die in der Vergangenheit die Macht in Afghanistan monopolisieren wollte, war nicht erfolgreich", erklärt der Sprecher der Taliban. "Also wollen wir diese gescheiterte Formel nicht wiederholen." Shaheen stellte jedoch auch klar, dass die bisherige Regierung nicht weiter an der Macht bleiben könne, da sie kein Interesse an einer pragmatischen, realistischen Lösung zeige: "Sie [Vertreter der afghanischen Regierung] wollen keine Versöhnung, sondern sie wollen eine Kapitulation. Sie sagen: 'Kommt und macht einen Waffenstillstand, und wir werden unsere Regierung so weiterführen, wie sie ist.' Das ist also auch kein realistischer Ansatz, kein pragmatischer Ansatz. Es ist notwendig, dass alle Afghanen eine neue Regierung finden oder sich auf eine neue Regierung einigen, die die Regierung in Kabul ablöst, und diese Regierung wird für uns und für andere Afghanen akzeptabel sein." In Afghanistan sind derweil seit dem Abzug der NATO-Truppen immer mehr Menschen auf der Flucht, beispielsweise über die Grenze nach Pakistan oder in den Iran. In vielen Regionen Afghanistans herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände, Häuser und Infrastruktur sind mancherorts fast vollständig zerstört. "Kein Afghane will einen Bürgerkrieg, auch ich nicht", betont Shaheen. "Und ich denke, alle Afghanen sollten sich auf ihre nationalen Werte, ihre islamischen Werte besinnen und Toleranz zeigen." Für das afghanische Volk bleibt zu hoffen, dass Verhandlungen doch noch zu einer politischen Lösung führen, die den verschiedenen Interessengruppen im Land Rechnung trägt und ein Mindestmaß an Sicherheit und Stabilität bringt. Mehr auf unserer Webseite: https://de.rt.com/ Folge uns auf Facebook: https://www.facebook.com/rtde Folge uns auf Twitter: https://twitter.com/de_rt_com Folge uns auf Instagram: https://www.instagram.com/de_rt_com Folge uns auf Telegram: https://t.me/rt_de RT DE steht für eine Berichterstattung abseits des Mainstreams. Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder ausgelassen wird.
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