Apples Führungswechsel wirkt unspektakulär, ist aber typisch für den Konzern, meint Tech-Influencer Rafael Zeier. Für Nutzer heißt das: Einen Kurswechsel wird es vorerst nicht geben. Große Ankündigung in der Tech-Branche: Apple-Chef Tim Cook gibt seinen Posten Anfang September auf. Nachfolger des 65-Jährigen wird der langjährige Apple-Manager John Ternus. Cook soll den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen. So weit, so unaufgeregt. Auch an der Börse bleiben die Reaktionen verhalten, wie der Aktienkurs des Konzerns zeigt. Hinter dem unspektakulären Führungswechsel steckt eine klare Strategie, sagt der schweizerische Apple-Kenner und Tech-Influencer Rafael Zeier im Gespräch mit t-online. "Es war eine typische Aktion von Tim Cook – voraussehbar, berechenbar, unspektakulär. Aber extrem sauber umgesetzt." Neuer Apple-Chef: "Alle lieben ihn, weil er einfach toll ist" 50 Jahre Apple : Der unglaubliche Aufstieg des Garagenkonzerns Alles sei darauf ausgelegt, Überraschungen zu vermeiden und einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. "Der Führungswechsel erinnert an eine Papstwahl", sagt Zeier. Bei einem Konzern mit diesem Börsenwert müsse Stabilität oberste Priorität haben. Kontinuität statt Umbruch Für Nutzer dürfte das die entscheidende Botschaft sein. "Radikale Veränderungen darf man keine erwarten. Dafür hatte Ternus schon zu viel Einfluss in den letzten Jahren." Ihm würden Entscheidungen wie die Rückkehr zu mehr Anschlüssen beim MacBook Pro oder die Weiterentwicklung des iPad mit einem eigenen Betriebssystem zugeschrieben. Das bedeutet für Nutzer vor allem: Apple wird seinen bisherigen Weg fortsetzen – mit Fokus auf ausgereifte Produkte statt riskanter Experimente. Ein Hardware-Architekt an der Spitze des Konzerns John Ternus arbeitet seit 2001 bei Apple und hat sich vom Produktdesigner zum Leiter der Hardwareentwicklung hochgearbeitet. Er war an zentralen Geräten beteiligt, darunter iPhone, iPad, Apple Watch und Mac. Sein beruflicher Hintergrund dürfte darauf hindeuten, dass Apple auch künftig stark auf die Geräteentwicklung setzt, mit dem Fokus auf eine enge Verzahnung von Hard- und Software. Nutzer dürften demnach keine Abkehr der bewährten Technik erwarten, sondern eher deren Weiterentwicklung. Evolution statt Revolution Zeier ist trotzdem verhalten optimistisch: Mit dem Falt-iPhone und der AirPods-Brille am Horizont habe Ternus schon mal zwei neue Geräte in der Hinterhand. Laut Gerüchten will Apple seine smarten Brillen mit KI-Funktionen Ende 2026 oder Anfang 2027 vorstellen. In den Handel kommen sollen sie dann im Laufe des Jahres 2027. Ein faltbares iPhone soll Apple laut Berichten ebenfalls im kommenden Herbst zusammen mit der neuen Generation seiner Smartphones vorstellen. Solche Produkte könnten erstmals zeigen, wo Ternus eigene Akzente setzt. Einen Eindruck davon gibt laut Zeier bereits ein aktuelles Beispiel: das kürzlich vorgestellte und auf den Markt gebrachte günstige MacBook Neo mit seinem iPhone-Prozessor A18 Pro. "Das ist eine schlaue und coole Hardware mit klarem Fokus auf Nutzerbedürfnisse", sagt er. Ternus scheine ein "sehr gutes Gespür für solche Produkte zu haben", so Zeier.