Mit "Artemis 2" sollen erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen Richtung Mond fliegen. Am Mittwoch (Ortszeit) hob eine Nasa-Rakete mit vier Astronauten ab. Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sind wieder Menschen in Richtung Mond gestartet. An Bord einer "Orion"-Kapsel hoben vier Astronauten mit dem Raketensystem "Space Launch System" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ab. Der Start war für 0.35 Uhr deutscher Zeit (18.35 Uhr Ortszeit) geplant. Er erfolgte mit einer kleinen Verzögerung. Zehn Minuten vor dem geplanten Start war der Countdown kurz angehalten worden, weil bestimmte Daten eine Auffälligkeit gezeigt hatten. Dann wurden noch die finalen Checks durchgeführt, bevor es hieß, dass die Vorbereitungen abgeschlossen seien und es keine Bedenken gebe. Nachdem alle Teams grünes Licht gaben, wurde der Start freigegeben und mit dem Countdown fortgefahren. "Viel Glück", wünschte die Nasa den Astronauten. Raumfahrt-Legende: Er war der letzte Mann auf dem Mond Artemis: Dieses Maskottchen begleitet die Raumfahrer ESA-Modul versorgt das Raumschiff mit Strom Die Orion-Raumkapsel der Mondmission Artemis 2 hatte acht Minuten nach dem Start eine Erdumlaufbahn erreicht. Zuvor hatten sich bereits die beiden sogenannten Booster von der Rakete getrennt. Nach etwa 20 Minuten hatte die "Orion" ihre Booster abgeworfen und flog nun mit dem verbleibenden Treibstoff. 26 Minuten nach dem Start erreichte das Model einen weiteren wichtigen Meilenstein: Die Solarpanele wurden erfolgreich ausgefahren. Diese Paneele sind jeweils sieben Meter lang und verfügen über 5.000 Solarzellen, die Sonnenlicht in Strom umwandeln. Sie sind jeweils am europäischen Servicemodul befestigt, einem zylindrischen Aufbau, der am Unterteil des "Orion"-Raumschiff sitzt. Es wurde von der Europäischen Weltraumorganisation ESA gebaut und ist das Herzstück der Mission, da es das Raumschiff der Astronauten mit Sauerstoff, Strom und anderen lebenswichtigen Versorgungsgütern versorgt. Astronaut Maurer: "Beginn einer neuen Ära" Der deutsche Astronaut Matthias Maurer hatte die Mondmission Artemis 2 als "Beginn einer neuen Ära" gewürdigt. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP am Weltraumbahnhof Kennedy Space Center in Florida vor dem Start der Trägerrakete verglich Maurer Artemis 2 mit der Internationalen Raumstation ISS. "Das war ein Friedensprojekt, das die Menschheit nach dem Ende des Kalten Krieges zusammengebracht hat." Ähnlich sei es nun mit der Artemis-Mission. "Es gibt eine ganz einfache Botschaft: Es gibt eine riesige Rakete, und die Rakete fliegt zum Mond", sagte Maurer über die Mission Artemis 2, die den Erdtrabanten umrunden soll. Ohne europäische Technologie könne die Rakete gar nicht starten. Was passiert nach dem Launch? Nach dem Start fliegt die Crew nicht direkt zum Mond: Die Rakete wird die Orion-Kapsel zuerst in die Erdumlaufbahn bringen. Dort soll die Crew zahlreiche Tests vornehmen, um sicherzustellen, dass das Raumschiff für die Reise zum Mond bereit ist. Geplant ist etwa, die manuelle Steuerung des Raumschiffs zu testen. Danach soll die Kapsel die Erdumlaufbahn verlassen und Kurs auf den Mond nehmen. Auf dem Weg dahin soll die Crew weitere Tests und Experimente vornehmen. Wenn die Kapsel den Mond umrundet und sich auf dessen Rückseite befindet, wird der Kontakt zur Bodenkontrolle für kurze Zeit unterbrochen sein. Der Flugverlauf gleicht insgesamt einer Acht um Erde und Mond. Die vier Astronauten sollen insgesamt mehr als 2,3 Millionen Kilometer zurücklegen. Am weitesten Punkt sollen sie sich etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernt, etwa 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes befinden. Von dort aus können sie dann Erde und Mond gleichzeitig sehen - und könnten sich weiter von der Erde entfernen als jemals Menschen zuvor. Bei der Mondumrundung soll die Crew auch einen möglichen Landeplatz für die Mission "Artemis 4" erkunden. Die Nasa plant eine Landung am Südpol des Mondes, wo noch nie ein Mensch gewesen ist. Der Rückflug zur Erde soll über eine sogenannte freie Rückkehrbahn erfolgen, bei der das Raumschiff allein durch die Mondschwerkraft und ohne zusätzlichen Antrieb wieder auf Kurs zur Erde gebracht wird. Nach drei bis vier Tagen steht der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre an, einer der gefährlichsten Momente der ganzen Mission. Ministerin Bär: "Deutschland ist mit an Bord" Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat nach dem erfolgreichen Start von vier Astronauten zum Mond die deutsche und europäische Rolle bei der "Artemis 2"-Mission betont. Deutschland sei mit an Bord, teilte die CSU-Politikerin mit. "Technik "Made in Germany" ist integraler Bestandteil des Raumschiffs: Das European Service Module (ESM), dessen Endmontage in Deutschland erfolgt, sichert Energieversorgung und Antrieb für den Weg zum Mond."