"Artemis 2": Test für bemannte Landung – so läuft der Flug zum Mond ab

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Der "Artemis 2"-Mondflug ist ein entscheidender Test für spätere bemannte Landungen. Dementsprechend viel gibt es für die Astronauten zu tun. Hier der 10-Tages-Plan im Detail. 10 Tage im All: Die vier Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen fliegen zum Mond und zurück. Während ihrer Reise in der Orion-Kapsel haben die Raumfahrer einen straff durchgetakteten Zeitplan. Tag 1: Start, erste Tests und ein Powernap Etwa acht Minuten nach dem Start von "Artemis 2" befinden sich das Orion-Raumschiff und seine Besatzung im Weltraum. Das Triebwerk der Kapsel bringt sie auf eine hohe Erdumlaufbahn. Diese auch als Parkorbit – englisch: "Parking Orbit" – bezeichnete Umlaufbahn ist eine Zwischenstation auf der Reise zum Mond. Hier hat die Crew etwa 23 Stunden Zeit, um die Systeme von Orion gründlich zu prüfen. Dazu gehören insbesondere die wichtigen Systeme wie die Wasseraufbereitung und Luftversorgung. Danach beginnt der Alltag im All: Die Astronauten richten sich in der Kapsel ein, ziehen sich um und machen sich mit der Schwerelosigkeit vertraut. Auch das Andocken der Kapsel wird simuliert. Bei künftigen Missionen soll Orion auch an andere Raumschiffe andocken können. Bei "Artemis 2" wird dieses Manöver mit einer ausgebrannten Raketenstufe als Ziel versucht. Nach rund acht Stunden gibt es die erste Schlafphase – allerdings nur kurz, denn mitten in der Nacht steht ein weiteres Triebwerksmanöver an. Tag 2: Kurs auf den Mond Der zweite Tag steht ganz im Zeichen der sogenannten " Translunar Injection " (TLI). Dieses Manöver, bei dem das Triebwerk von Orion gezündet wird, bringt das Raumschiff endgültig auf Kurs zum Mond und legt gleichzeitig schon die Rückflugbahn fest. Vorher wird aber noch trainiert: Sport im All gehört zum Pflichtprogramm. Gleichzeitig dient das Training dazu, noch einmal alle Lebenserhaltungssysteme zu testen. Mondmission 2026: Die Nasa wagt den großen Sprung zurück Nasa-Chef: 20-Milliarden-Dollar-Projekt auf dem Mond Nach der Triebwerkszündung geht es etwas ruhiger zur Sache. Die Crew gewöhnt sich an die Bedingungen im All und meldet sich erstmals per Video auf der Erde. Tag 3: Kurskorrektur und medizinische Tests Ein erstes kleines Triebwerksmanöver stellt sicher, dass Orion exakt auf Kurs bleibt. Zusätzlich testen die Astronauten medizinische Abläufe wie etwa die Wiederbelebung in Schwerelosigkeit, und sie überprüfen ihre Ausrüstung. Auch die Notfallkommunikation mit der Erde wird getestet. Am Ende von Tag 3 proben sie bereits die Abläufe für ihre wissenschaftlichen Beobachtungen beim Vorbeiflug am Mond. Tag 4: Vorbereitung auf den Mond Eine weitere Kurskorrektur wird durchgeführt. Gleichzeitig bereitet sich die Crew intensiv auf die Mondbeobachtung vor: Welche Regionen wollen Sie fotografieren? Außerdem ist Zeit für Aufnahmen aus dem All eingeplant, sowohl vom Mond als auch von anderen Himmelskörpern. Tag 5: Eintritt in den Einflussbereich des Mondes Jetzt übernimmt die Gravitation des Mondes langsam die Kontrolle über Orion, die Anziehungskraft der Erde nimmt dagegen weiter ab. Der fünfte Tag ist geprägt von Raumanzug-Tests: Die Astronauten üben, die Anzüge schnell anzulegen, unter Druck zu nutzen und sogar damit zu essen und zu trinken. Am Nachmittag folgt dann die letzte Kurskorrektur vor dem entscheidenden Moment. Tag 6: Der Höhepunkt – Vorbeiflug am Mond Der spektakulärste Tag der Mission: Orion fliegt bis auf wenige Tausend Kilometer am Mond vorbei. Je nach Startdatum könnte die Crew einen neuen Rekord für die größte jemals von der Erde zurückgelegte Entfernung aufstellen und den aktuellen Rekord von rund 400.000 Kilometern brechen, der 1970 von der Apollo-13-Besatzung aufgestellt wurde. Die Crew dokumentiert ihren Vorbeiflug am Mond mit Fotos und Videos. Besonders spannend ist der Flug auf der Rückseite des Mondes, der bis zu 50 Minuten ohne Funkkontakt zur Erde passiert. Tag 7: Rückflug – und etwas Erholung Orion verlässt den Einflussbereich des Mondes. Wissenschaftler auf der Erde sprechen direkt mit der Crew über ihre Eindrücke von der Mondumrundung. Ein weiteres Triebwerksmanöver richtet die Flugbahn auf den Heimweg aus. Danach haben die Astronauten erstmals etwas Freizeit und Erholungszeit. Tag 8: Strahlenschutz und manuelles Steuern Am achten Tag wird es wieder technisch: Die Crew testet, wie sie sich bei starker Strahlung, etwa durch Sonnenstürme, schützen kann. Dafür werden sie Vorräte und Ausrüstung von Orion nutzen, um einen Schutzraum zu bauen. Außerdem übernehmen die Astronauten an diesem Tag selbst das Steuer. Sie testen, wie gut sich Orion manuell kontrollieren lässt, und führen zahlreiche Flugmanöver durch. Tag 9: Vorbereitung auf die Rückkehr Der letzte volle Tag im All dient der Vorbereitung auf den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Die Crew geht alle Abläufe durch und überprüft sämtliche Notfallsysteme. Auch spezielle Kompressionskleidung wird getestet, die Kreislaufprobleme nach der Rückkehr verhindern soll. Tag 10: Wiedereintritt und Landung Am letzten Tag wird Orion auf den exakten Rückkehrkurs gebracht. Die Astronauten verstauen die Ausrüstung und ziehen ihre Raumanzüge an. Nach der Trennung vom Servicemodul tritt die Kapsel in die Erdatmosphäre ein – geschützt von einem Hitzeschild bei Temperaturen von rund 1.650 Grad Celsius. Fallschirme bremsen das Raumschiff schließlich ab, bevor es im Pazifik landet. Dort wartet bereits ein Bergungsteam.
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