"Artemis 2": Wettlauf zum Mond – die Angst der USA ist berechtigt

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Mehr als 50 Jahre nach dem Ende des Apollo-Programms droht den USA gegen China eine historische Niederlage im neuen Wettrennen zum Mond. Dabei kommt die größte Gefahr gar nicht aus Peking. Nach mehr als einem halben Jahrhundert fliegt die Nasa wieder Astronauten um den Mond . Die zehntägige Mission gilt als Vorbereitung für eine Landung 2028 und ist ein wichtiger Schritt für die US-Raumfahrtbehörde Nasa, die an ihre großen Erfolge in den 1960er-Jahren anknüpfen will. Doch statt damals mit Russland sehen sich die USA heute mit einem anderen Gegner konfrontiert: China . Die Volksrepublik will ihre Taikonauten genannten Raumfahrer ebenfalls auf dem Mond landen lassen. Die große Angst der USA: Der nächste Mann auf dem Mond könnte ein Chinese sein. Und diese Befürchtung ist berechtigt. Zwei für Europa: Aufbruch zum Mond – und ein Deutscher an Bord? Mission "Artemis 2": Historische Mondmission der Nasa Warum? Nicht weil die Chinesen technologisch weiter sind, sondern weil die USA sich selbst im Weg stehen. Die Nasa litt zuletzt immer wieder unter Haushaltsdebatten, Regierungswechseln und strategischen Kurskorrekturen. Vor wenigen Wochen erst hatte Nasa-Chef Jared Isaacman das "Artemis"-Programm über den Haufen geworfen und neu ausgerichtet , auch wegen der rasanten Fortschritte Chinas mit seinem Mondprogramm. Die Volksrepublik erlaubt sich keine Verzögerungen Peking hingegen verfolgt seine Raumfahrtziele, anders als die USA, über die vergangenen Jahrzehnte hinweg konsequent. Mit der Mission Chang'e 4 gelang 2019 erstmals eine Landung auf der Rückseite des Mondes . Das hatte zuvor keine andere Nation geschafft. Ein Jahr später glückte China mit Chang'e 5 die Rückholung eines Landers mit Mondproben . Wie ernst es China mit seinem Raumfahrtprogramm ist, zeigt auch ein anderes Beispiel: die bemannte Raumstation Tiangong, die seit 2021 um die Erde kreist. China hat sich damit innerhalb weniger Jahre eine eigene Infrastruktur im All geschaffen. Ganz anders die Nasa: Statt Erfolgen gibt es immer wieder Verzögerungen, etwa durch steigende Kosten oder technische Probleme wie bei der Schwerlastrakete Space Launch System (SLS) für die "Artemis"-Missionen. "Artemis 2" etwa war ursprünglich 2022 geplant, wurde dann auf 2023, dann auf 2024 und schließlich auf 2026 verschoben. Auch bei der Entwicklung der US-Mondlandefähre gibt es zahlreiche Schwierigkeiten. Während China bereits im vergangenen Jahr mit seiner Zwei-Personen-Landefähre "Lanyue" umfassende Lande- und Starttests durchgeführt hat, kommen die Nasa-Partner SpaceX mit "Starship" und Blue Origin mit dem Mondlander "Blue Moon" nicht aus dem Knick. Private Raumfahrtunternehmen sind Fluch und Segen zugleich Gleichzeitig könnten die privaten Raumfahrtakteure der große Trumpf der USA sein. Anders als China mit seinen unflexiblen staatlichen Programmen ermöglichen diese der Nasa eine höhere Flexibilität bei technischen Herausforderungen auf dem Weg zur Mondlandung. Außerdem fehlen China die Erfahrungen mit bemannten Mondmissionen und regelmäßigen bemannten Flügen zum Mond. Die USA haben mit dem Apollo-Programm schon einmal bewiesen, dass sie unter Druck über sich hinauswachsen können. Nachdem Russland mit Sputnik den ersten Satelliten und mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All gebracht hatte, mobilisierten die USA in kürzester Zeit enorme Kräfte und holten im Wettlauf ins All auf. Noch ist das neue Wettrennen zum Mond also nicht entschieden. Aber die Angst der USA, dass China den Wettstreit gewinnen könnte, ist berechtigt. Wenn die USA vor China die Mondoberfläche erreichen wollen, müssen sie eines sein: konsequent. Denn nur ein klarer politischer Kurs und eine langfristige finanzielle Stabilität werden darüber entscheiden, ob der nächste Mensch auf dem Mond nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder ein US-Astronaut sein wird.
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