Bargeldversorgung: In dieser Stadt bekommen Sie am leichtesten Cash

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Wer Bargeld braucht, steht immer öfter vor einer neuen Frage: Automat oder Supermarktkasse? Eine aktuelle Studie zeigt, welche Städte die beste Versorgung bieten – und welche abgehängt sind. Die Zahl der Geldautomaten in Deutschland sinkt. Laut einem Bericht der Bundesbank standen im Jahr 2024 nur noch rund 50.000 Automaten zur Verfügung – etwa 9.000 weniger als noch sechs Jahre zuvor. Für viele Verbraucherinnen und Verbraucher wird es damit schwieriger, spontan Bargeld abzuheben. Gleichzeitig wächst aber eine Alternative, die viele längst aus dem Alltag kennen: Immer mehr Supermärkte, Discounter oder Drogerien bieten einen unkomplizierten Bargeldservice direkt an der Kasse an. Doch was ist im Ernstfall häufiger verfügbar – der klassische Geldautomat oder die Bargeldabhebung beim Einkaufen? Eine Analyse der Deutschen Kreditbank (DKB) zeigt: In vielen Regionen ist der Einzelhandel für Menschen, die kurzfristig Bargeld brauchen, inzwischen die bessere Anlaufstelle. Die entscheidende Frage lautet also: Wo bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher heute am schnellsten Bargeld – und in welchen Städten ist die Versorgung besonders gut oder besonders knapp? Cash-Index: So wurde die Bargeldversorgung gemessen Für die Cash-Index-Studie der DKB wurde untersucht, wie gut die Bargeldversorgung in Deutschland tatsächlich ist – und zwar in den 30 einwohnerstärksten Städten sowie im Vergleich der Bundesländer. Der Cash-Index berücksichtigt zwei Wege, um an Bargeld zu kommen: Bankfilialen und Geldautomaten (ATM) Stationäre Einzelhandelsfilialen , die Bargeldabhebungen an der Kasse anbieten Zu diesen Geschäften zählen unter anderem Supermärkte, Discounter, Drogerien und Baumärkte. Die Stiftung Warentest hat diese Filialen ermittelt. Damit die Städte fair vergleichbar bleiben, setzt die DKB die Werte ins Verhältnis zur Einwohnerzahl. Die Berechnung erfolgt jeweils pro 10.000 Einwohner. So zeigt der Cash-Index, wie viele Bargeld-Optionen Menschen in einer Stadt oder in einem Bundesland im Durchschnitt erreichen können. Bargeld beim Einkauf: Diese Städte liegen vorn Wer Bargeld nicht am Automaten holen will, kann es vielerorts direkt beim Bezahlen im Einzelhandel bekommen. Doch wie dicht ist dieses Angebot in deutschen Großstädten wirklich? Die Analyse zeigt hier deutliche Unterschiede: Chemnitz liegt an der Spitze. Dort gibt es 4,64 Einzelhandelsfilialen pro 10.000 Einwohner, die Bargeldservice an der Kasse anbieten. Auf den Plätzen folgen Braunschweig (3,99) und Hannover (3,93). Platz Stadt Einzelhandels-Index 1 Chemnitz 4,64 2 Braunschweig 3,99 3 Hannover 3,93 4 Kiel 3,80 5 Bonn 3,65 Am unteren Ende des Rankings stehen dagegen Karlsruhe (2,65), Stuttgart (2,74) und Bielefeld (2,83). Dort finden Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich seltener Geschäfte, in denen sich Bargeld unkompliziert beim Einkauf abheben lässt. Klassische Geldautomaten: Hier ist die Dichte am höchsten Noch stärker als beim Einzelhandel unterscheiden sich die Städte bei der Verfügbarkeit klassischer Geldautomaten und Bankfilialen. Im Vergleich führt Aachen mit 4,57 ATMs je 10.000 Einwohner. Dahinter folgen Karlsruhe (3,95) und Berlin (3,52). In diesen drei Städten übersteigt das Angebot an klassischen Geldautomaten sogar die Verfügbarkeit von Bargeldservices im Einzelhandel. Platz Stadt ATM-Index 1 Aachen 4,57 2 Karlsruhe 3,95 3 Berlin 3,52 4 München 3,47 5 Augsburg 3,45 Ganz anders sieht es in anderen Städten aus: Duisburg , Dortmund und Wuppertal bilden das Schlusslicht. Dort stehen den Menschen nur 1,43, 1,66 beziehungsweise 2,23 Möglichkeiten zur Bargeldabhebung an klassischen Geldautomaten zur Verfügung. Cash-Index im Städtevergleich: Wo Bargeld am besten erreichbar bleibt Rechnet man alle Möglichkeiten zusammen – also Einzelhandel plus klassische Bankinfrastruktur –, ergibt sich in den deutschen Großstädten ein Durchschnitt von 6,4 Optionen pro 10.000 Einwohner. An der Spitze des Städtevergleichs stehen: Aachen (7,73) Chemnitz (7,65) München (7,04) Auch große Metropolen landen im oberen Bereich. Berlin erreicht Platz 4 mit 6,89, Köln folgt auf Platz 8 mit 6,80, und Hamburg liegt auf Platz 10 mit 6,71 Indexpunkten. Das Ranking zeigt: Trotz sinkender Automatendichte bleibt die Bargeldversorgung in vielen Städten insgesamt stabil – allerdings nicht überall gleich gut. Cash-Index im Bundesländer-Vergleich Der Trend aus den Städten setzt sich auch im Vergleich der Bundesländer fort. Im Durchschnitt gibt es pro 10.000 Einwohner 3,8 Geschäfte mit Bargeldservice, aber nur 3,3 ATMs. In mehreren ostdeutschen Bundesländern ist Bargeld im Alltag besonders gut erreichbar. Die höchste Dichte an Geschäften mit Bargeldservice bieten: Mecklenburg-Vorpommern (5,53) Thüringen (4,51) Sachsen-Anhalt (4,49) Den niedrigsten Bargeldservice im Einzelhandel gibt es dagegen in: Bremen (3,26) Berlin (3,33) Nordrhein-Westfalen (3,35) Bei den Geldautomaten führt Bayern mit 3,95, Schlusslicht ist Brandenburg mit 2,63. Allerdings gibt es Ausnahmen: In Berlin und Baden-Württemberg übersteigt die Anzahl der Geldautomaten die Zahl der Geschäfte mit Bargeldservice. Die Hauptstadt fällt im Bundesländer-Vergleich zudem durch den zweitgeringsten Einzelhandel-Index auf. Handel sichert Bargeldversorgung Fazit: Insgesamt stehen Verbraucherinnen und Verbrauchern im Bundesländer-Mittel 7,0 Möglichkeiten zur Bargeldabhebung je 10.000 Einwohner zur Verfügung. Für Hauke Kramm, Unternehmenssprecher der DKB, zeigt das Ergebnis, dass der Einzelhandel beim Zugang zu Bargeld inzwischen eine zentrale Rolle spielt. Karte oder Cash: Millionen Deutsche stehen an der Kasse im Regen Tschüss, Papierbon! Was sich jetzt an der Kasse ändern soll Trotz der sinkenden Zahl an Geldautomaten bleibe die Bargeldversorgung insgesamt abgesichert – sie verlagere sich zunehmend an Orte des täglichen Bedarfs. "Bargeld ist damit häufig dort verfügbar, wo ohnehin eingekauft wird", so Kramm. Gleichzeitig machen die Daten laut Kramm deutlich, dass sich die regionale Versorgung sehr unterschiedlich entwickelt. Er betont: "Während viele Städte gut aufgestellt sind, liegen andere bereits spürbar unter dem Durchschnitt. Der Cash-Index kann helfen, diese Unterschiede frühzeitig sichtbar zu machen und einzuordnen."
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