BELARUS: Flugzeugentführung! Geheimdienst war mit an Bord! Blogger Protassewitsch droht Todesstrafe

6 monate vor


BELARUS: Flugzeugentführung! Geheimdienst war mit an Bord! Blogger Protassewitsch droht Todesstrafe Nach der erzwungenen Landung eines Passagierflugzeugs in Minsk erwägt die Europäische Union verschiedene Strafmaßnahmen gegen Belarus. Darunter sind Sanktionen gegen die Verantwortlichen des Vorfalls sowie ein Landeverbot für die belarussische Fluggesellschaft Belavia an allen EU-Flughäfen, wie es am Montag aus EU-Kreisen hieß. Zudem könnten demnach alle Überflüge von EU-Airlines über Belarus ausgesetzt werden. Mehrere Fluggesellschaften kündigten bereits an, den belarussischen Luftraum zu meiden. Am Vortag hatte EU-Ratschef Charles Michel eine Untersuchung der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation gefordert. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz bezeichnete den Vorfall als «absolut inakzeptabel». «Ich fordere klare Konsequenzen für Belarus und habe Charles Michel ersucht, heute Abend konkrete Vorschläge vorzulegen», sagte Kurz nach Angaben seines Büros. Am Montagabend wollen die EU-Staats- und Regierungschefs bei einem ohnehin geplanten EU-Sondergipfel in Brüssel über mögliche Maßnahmen infolge der erzwungenen Flugzeuglandung beraten. Sie könnten die politische Entscheidung darüber treffen. Beschlossen werden müssten Sanktionen dann vom EU-Ministerrat. Die EU hatte wegen der anhaltenden Unterdrückung der Demokratiebewegung in Belarus bereits im vergangenen Jahr mehrere Sanktionspakete gegen Unterstützer des Präsidenten Alexander Lukaschenko verabschiedet. Behörden der autoritär regierten Republik Belarus hatten am Sonntag ein Ryanair-Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius zur Landung gebracht. Dabei stieg auch ein Kampfjet vom Typ MiG-29 auf, wie das Militär in Minsk bestätigte. An Bord war nach Angaben des Menschenrechtszentrums Wesna auch der von Lukaschenko international gesuchte Blogger Roman Protassewitsch, der in Minsk festgenommen wurde. Die EU verurteilte das Vorgehen geschlossen und forderte Protassewitschs Freilassung. Auch einen Tag nach der international verurteilten Aktion gibt es zum Verbleib des festgenommenen Oppositionsaktivisten und Bloggers keine offiziellen Angaben. Mehrere Passagiere des Ryanair-Flugs bestätigten Medien in Litauen nach ihrer Landung die Festnahme des 26-Jährigen. Protassewitsch, der in seiner Heimat unter anderem wegen Anstiftung zu Protesten gegen Lukaschenko zur Fahndung ausgeschrieben war, hatte im Exil in Litauen gelebt. «Wir sind sehr besorgt um unseren Sohn», sagte sein Vater Dmitri Protassewitsch im Interview des Senders Radio Swoboda. «Leider wissen wir nicht, wo er ist und was mit ihm ist. Wir hoffen auf das Beste.» Protassewitsch zeigte sich überzeugt, dass es sich um eine sorgfältig geplante Operation «wahrscheinlich nicht nur von den Geheimdiensten von Belarus» handelte. Russland ist enger Verbündeter von Belarus - und sicherte dem Nachbarn einmal mehr volle Unterstützung zu. Protassewitsch war nach Angaben seines Vaters auf der Rückreise von einem Griechenland-Urlaub in die litauische Hauptstadt Vilnius gewesen, als Lukaschenko das Flugzeug zur Landung zwingen ließ. Dmitri Protassewitsch sprach von einem «Terrorakt». «Die Operation hatte ein großes Ausmaß, um auf die gesamte internationale Gemeinschaft zu spucken und auf deren Meinung», sagte Protassewitsch. An Bord der betroffenen Ryanair-Maschine waren nach Ansicht von Unternehmenschef Michael O'Leary auch Agenten des belarussischen Geheimdienstes KGB. «Es wirkt, dass es die Absicht der Behörden war, einen Journalisten und seine Reisebegleiterin (aus dem Flugzeug) zu entfernen», sagte der Chef der irischen Billigfluglinie am Montag dem irischen Radiosender Newstalk. «Wir vermuten, dass auch einige KGB-Agenten am Flughafen (in Minsk) abgeladen wurden.» Der Ryanair-Chef lobte die Besatzung für ihren «phänomenalen Job». Der Vorfall sei «sehr beängstigend» gewesen, für Personal und Passagiere, die stundenlang von Bewaffneten festgehalten worden seien. Es waren mehr als 100 Menschen betroffen. Belarus zeigte sich indes offen für eine internationale Untersuchung des Vorfalls. «Ich bin sicher, dass wir in dieser Angelegenheit in der Lage sind, volle Transparenz zu gewährleisten», sagte der Sprecher des Außenministeriums, Anatoli Glas, in der Hauptstadt Minsk. Wenn nötig sei Belarus auch bereit, «Experten zu empfangen» und Informationen offenzulegen, um Unterstellungen zu vermeiden. #belarus #ryanair #entführung Der WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg Abonniere den WELT YouTube Channel http://bit.ly/WeltVideoTVabo Die Top-Nachrichten auf WELT.de http://bit.ly/2rQQD9Q Unsere Reportagen & Dokumentationen http://bit.ly/WELTdokus Die Mediathek auf WELT.de http://bit.ly/2Iydxv8 WELT Nachrichtensender auf Instagram https://bit.ly/IGWELTTV WELT auf Instagram http://bit.ly/2X1M7Hk In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen. Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team Video 2021 erstellt
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