BELARUS: Flugzeugentführung! Journalist in Minsk verhaftet! "Provokation! Das ist schockierend!"

6 monate vor


BELARUS: Flugzeugentführung! Journalist in Minsk verhaftet! "Provokation! Das ist schockierend!" Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die sofortige Freilassung des belarussischen Bloggers Roman Protasewitsch gefordert. Bei der "Zwangslandung", die zur Verhaftung des Oppositionellen geführt habe, handle es sich um ein "beispielloses Vorgehen der belarussischen Autoritäten", sagte sie am Montagabend in Brüssel anlässlich des Europäischen Sonder-Rats. "Roman Protasewitsch muss sofort wieder freigelassen werden, alle anderen Erläuterungen für diese Landung des Ryanair-Flugzeugs sind vollkommen unglaubwürdig", so die Kanzlerin. Das Gleiche gelte für Protasewitschs Partnerin Sofia Sapega. Auch werde der Sonder-Rat aus Staats- und Regierungschefs bei seiner Sitzung weitere Maßnahmen gegen Belarus diskutieren, "und das als eine einheitliche europäische Reaktion", sagte Merkel. Ebenso sei eine internationale Untersuchung des Vorfalls erforderlich. Auch Menschenrechtler drängten auf die Freilassung Protasewitschs. Der Vorgang markiere "eine extreme Eskalation der Verbrechen des Regimes von Alexander Lukaschenko", sagte der Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen (ROG), Christian Mihr, am Montag in Berlin. Offenbar hatte die belarussische Regierung ein Passagierflugzeug, das auf dem Weg von Athen nach Vilnius war, unter Vorgabe einer falschen Bombendrohung über Belarus umgeleitet und mit einem Kampfjet zur Landung in Minsk gezwungen. Dort wurde Protasewitsch festgenommen. Über seinen Verbleib gibt es keine näheren Informationen. Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) sprach von einem "gravierenden Eingriff in den zivilen Luftverkehr". EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete den Vorgang auf Twitter als "Entführung". Die Osteuropa-Direktorin von Amnesty International, Marie Struthers, sagte, der Vorgang erinnere an einen "außergewöhnlichen Hollywood-Plot". Dass diese Luftpiraterie tatsächlich real sei, sei erschreckend. Protasewitsch müsse Belarus verlassen und in ein Land seiner Wahl reisen dürfen, so Struthers. Der 26-jährige Protasewitsch hat nach Angaben von ROG den Telegram-Kanal Nexta mitbegründet, auf dem er über Demonstrationen, Verhaftungen und Gewalt gegen Regimekritikerinnen und -kritiker berichtet hatte. Inzwischen schreibt Protasewitsch für verschiedene Blogs. Er lebt im Exil in Litauen. In Belarus drohe ihm "mindestens eine lange Haftstrafe", so die Organisation. Die belarussische Regierung hatte Nexta laut Amnesty im vergangenen Jahr als "extremistisch" eingestuft und verboten. Protasewitsch wird demnach auf einer Liste von Regimegegnern geführt. #mihr #belarus #protasewitsch Der WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg Abonniere den WELT YouTube Channel http://bit.ly/WeltVideoTVabo Die Top-Nachrichten auf WELT.de http://bit.ly/2rQQD9Q Unsere Reportagen & Dokumentationen http://bit.ly/WELTdokus Die Mediathek auf WELT.de http://bit.ly/2Iydxv8 WELT Nachrichtensender auf Instagram https://bit.ly/IGWELTTV WELT auf Instagram http://bit.ly/2X1M7Hk In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen. Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team Video 2021 erstellt
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