Belarus: Kolesnikowa zu elf Jahren Haft verurteilt

1 monat vor


In Belarus ist die Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen Präsident Alexander Lukaschenko zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Dies berichteten am Montag die russische Nachrichtenagentur TASS und die belarusische Opposition. Der Regierungskritiker Maxim Snak sei zudem zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Kolesnikowa und Snak wurde unter anderem eine "Verschwörung zur Machtergreifung" vorgeworfen. Beide bestreiten ein Fehlverhalten. Kolesnikowa hat die Anschuldigungen als absurd bezeichnet. Kolesnikowa spielte eine Schlüsselrolle bei den Kundgebungen gegen den Ausgang der Wahl in Belarus vom August 2020 in Belarus. Zehntausende Menschen protestierten gegen Lukaschenko, dem sie Wahlmanipulation vorwerfen. Die umstrittene Wahl, die unter anderem von der Europäischen Union nicht anerkannt wird, hat der seit 1994 autoritär regierende Amtsinhaber Lukaschenko nach Angaben der Wahlkommission gewonnen. Dies löste Massenproteste und zahlreiche Festnahmen von Oppositionellen aus. Wegen des Vorgehens gegen Andersdenkende hatten auch die EU und die USA wiederholt Sanktionen gegen Belarus erlassen. Der Machtapparat in Minsk zeigte sich davon stets unbeeindruckt. Lukaschenko, der als "letzter Diktator Europas" gilt, wird vor allem vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt. Kolesnikowa wurde Anfang September 2020 vom Geheimdienst KGB in Minsk entführt. Als sie in die Ukraine abgeschoben werden sollte, zerriss sie kurz vor dem Grenzübergang ihren Pass und vereitelte so Pläne, sie aus dem Land zu vertreiben. Sie wurde festgenommen. Der Prozess gegen sie begann dann Anfang August dieses Jahres. Mehr dazu: https://www.tagesschau.de/ausland/europa/kolesnikowa-urteil-101.html
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