Belarus: Lukaschenko mit aller Macht gegen Oppositionelle | Markus Lanz vom 25. Mai 2021

6 monate vor


Am vergangenen Sonntag wurde ein Flugzeug der „Ryanair“-Flotte von dem belarussischen Regime auf dem Weg nach Vilnius in Litauen nach Minsk umgeleitet, mit der Begründung, dass an Bord eine vermeintliche Bombe sei. Dies war nicht der Fall, allerdings fanden die belarussischen Behörden eine für sie ganz wichtige Person: Den oppositionellen Journalisten und Blogger Roman Protasewitsch. Dieser ist einer der größten Gegner des weißrussischen Präsidenten Alexander Lu-kaschenkos und wird dafür angeklagt, Massenproteste gegen das Regime organisiert zu haben. „Das ist in der Tat unfassbar“, äußert der ehemalige SPD-Vizekanzler Sigmar Gabriel zu dieser Machtdemonstration Belarus. Für ihn sei so eine Handlung innerhalb Europas ganz klar ein Zeichen dafür, dass Lukaschenko keine Angst vor der EU habe und sich nicht an die menschlichen Regeln und Normen Europas hielte. Normalerweise sei er kein Fan von Sanktionen, doch in diesem Fall fordere er geeinte Schritte der Europäische Union gegen das belarussische Regime. Zu diesen Forderungen gehören für ihn unter anderem das Zurückholen der europäischen Botschafter aus dem Land, das Einreiseverbot der belarussischen Diplomaten und finanzielle Strafen, wie das Einfrieren von Geldern. Nur so könne man ein klares Zeichen gegen solche Taten setzen und eine klare Botschaft in Richtung Belarus senden. Der Leiter des Auslandsbüros Belarus der Konrad-Adenauer-Stiftung Jakob Wöllenstein informiert über die Hintergründe des festgenommenen Regime-Kritikers Protassewitsch und erklärt, dass solche Taten im Hinblick auf das vergangene Jahr nicht unüblich für Lukaschenko seien. In einem Video Protassewitschs aus seiner Haft gesteht er seine Taten ein und erklärt sich bereit mit den Behörden offen zusammenzuarbeiten. Doch dieses glaubt Wöllenstein nicht und sieht eine ganz klare Erpressung, da auch Spuren von Gewalteinwirkung in dem Gesicht des Bloggers zu sehen sind. Das klare Ziel hinter dieser Aktion sei gewesen, den günstigen Zeitpunkt zu nutzen, um einen weiteren Zeugen zu ergreifen und die Macht zu behalten, bevor weitere Widerstände das Konstrukt der Macht Lukaschenkos zum bröckeln bringen. Den gesamten Talk findet ihr hier: https://kurz.zdf.de/GEa/ Weitere Gäste in der Sendung: Markus Feldenkirchen, Journalist Der „Spiegel“-Redakteur hinterfragt die personelle und inhaltliche Aufstellung der SPD. Er glaubt: „Mit Olaf Scholz wird es bei der Bundestagswahl keinen Überraschungsmoment mehr geben.“ ----- Hier auf ZDFheute Nachrichten erfahrt ihr, was auf der Welt passiert und was uns alle etwas angeht: Wir sorgen für Durchblick in der Nachrichtenwelt, erklären die Hintergründe und gehen auf gesellschaftliche Debatten ein. Diskutiert in Livestreams mit uns und bildet euch eure eigene Meinung mit den Fakten, die wir euch präsentieren. Abonniert unseren Kanal, um nichts mehr zu verpassen. Immer auf dem aktuellen Stand seid ihr auf https://www.heute.de #Belarus #Protassewitsch #Lukaschenko
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