BELARUS: Nach "Notlandung" in Minsk Oppositioneller festgenommen - Berlin fordert Erklärung

4 monate vor


Berlin fordert Erklärung von Belarus | Nach Notlandung in Minsk Oppositioneller festgenommen | EU fordert Freigabe von Ryanair-Maschine mit "allen Passagieren" | Polens Regierungschef spricht von "Staatsterrorismus" Litauen und die belarussische Opposition haben der Regierung in Minsk vorgeworfen, die "Notlandung" eines Passagierflugzeugs in Belarus erzwungen zu haben, um einen Exil-Oppositionellen festnehmen zu lassen. Der Regierungskritiker und Journalist Roman Protasewitsch wurde am Sonntag am Flughafen von Minsk festgenommen, nachdem seine Maschine auf dem Weg nach Litauen wegen einer "Bombendrohung" in der belarussischen Hauptstadt landen musste, wie der Oppositionskanal Nexta berichtete. Eine Bombe wurde demnach an Bord nicht gefunden. Litauens Präsident Gitanas Nauseda sprach von einer "abscheulichen Aktion" der Regierung des autoritären Machthabers Alexander Lukaschenko. "Ein beispielloser Vorgang! Eine zivile Passagiermaschine auf dem Weg nach Vilnius wurde zur Landung in Minsk gezwungen", schrieb der Präsident im Online-Dienst Twitter. Er forderte, dass der Regierungskritiker Protasewitsch sofort freigelassen werden müsse. Die in Litauen im Exil lebende Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja prangerte die Festnahme ihres Mitstreiters ebenfalls an. Die Regierung von Belarus habe die Landung der Maschine mit Protasewitsch an Bord "erzwungen", schrieb sie auf Twitter. Ihm drohe nun die Todesstrafe in seinem Heimatland. Der Ryanair-Flug mit dem ehemaligen Redakteur an Bord war auf dem Weg von Athen nach Litauen, als die Maschine wegen einer "Bombendrohung" in die belarussische Hauptstadt umgeleitet wurde und dort notlanden musste, wie Nexta berichtete. Die belarussische Präsidentschaft bestätigte am Sonntag, dass ein Kampfflugzeug vom Typ MiG-29 aufgestiegen sei, um das Flugzeug abzufangen. Nach der Notlandung sei bei einer Überprüfung des Flugzeugs keine Bombe gefunden worden, berichtete Nexta in Online-Plattformen weiter. Es seien "alle Passagiere zu einer weiteren Sicherheitskontrolle geschickt" worden. Unter ihnen habe sich auch Protasewitsch befunden. "Er wurde festgenommen."  Die belarussischen Behörden hatten den 26-jährigen Lukaschenko-Gegner im vergangenen November auf die Liste der "an terroristischen Aktivitäten beteiligten Personen" gesetzt. Über Nexta waren nach der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentschaftswahl in Belarus im vergangenen August hunderttausende Demonstranten mobilisiert worden. Die monatelang andauernden Proteste hatten sich später abgeschwächt.  Die Sicherheitskräfte waren gewaltsam gegen die Demonstranten vorgegangen, mehrere Demonstranten wurden getötet, es gab Massenfestnahmen und Folter von Inhaftierten. Mehr als 400 Demonstranten wurden zu Haftstrafen verurteilt.  Das Auswärtige Amt in Berlin fordert eine Erklärung zu der außerplanmäßigen Landung eines Passagierflugzeuges in Minsk. Staatssekretär Miguel Berger schrieb am Sonntag auf Twitter, man brauche eine sofortige Erklärung der Regierung von Belarus zur Umleitung eines Ryanair-Fluges innerhalb der EU nach Minsk und der angeblichen Festnahme eines Journalisten. An Bord der Maschine soll der vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko international gesuchte Blogger Roman Protassewitsch gewesen sein, der nach Angaben des Menschenrechtszentrums Wesna in Minsk festgenommen wurde. Das Flugzeug war auf dem Weg von Athen nach Vilnius (Litauen). #Belarus #Festnahme #Notlandung Der WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg Abonniere den WELT YouTube Channel http://bit.ly/WeltVideoTVabo Die Top-Nachrichten auf WELT.de http://bit.ly/2rQQD9Q Unsere Reportagen & Dokumentationen http://bit.ly/WELTdokus Die Mediathek auf WELT.de http://bit.ly/2Iydxv8 WELT Nachrichtensender auf Instagram https://bit.ly/IGWELTTV WELT auf Instagram http://bit.ly/2X1M7Hk In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen. Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team Video 2021 erstellt
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