Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind seit Weihnachten um etwa acht Cent pro Liter gestiegen. Was steckt dahinter? Wer gestern sein Auto getankt hat, könnte ungläubig geschaut haben: Im bundesweiten Schnitt kostete ein Liter Super E10 1,726 Euro, ein Liter Diesel immerhin 167,7 Euro, wie Zahlen des ADAC zeigen. Sieben Tage vorher waren es noch durchschnittlich zwei Cent weniger. Noch drastischer fällt der Vergleich zum 25.12. aus: Seitdem sind die Preise an den Zapfsäulen um rund acht Cent nach oben geklettert. Woran liegt das? Mehrere Faktoren spielen hier hinein: Erstens ist zum Jahreswechsel die CO2-Abgabe gestiegen . Im Jahr 2025 kostete der Ausstoß von einer Tonne CO2 noch 55 Euro. Seit dem Jahreswechsel ist dieser Wert nicht mehr starr festgelegt, stattdessen werden Emissionsrechte versteigert. Der CO2-Preis darf sich jedoch nur zwischen 55 und 65 Euro bewegen. Heißt: Im Vergleich zu 2025 steigt der Preis für den Liter Benzin oder Diesel in diesem Jahr um maximal 3,2 Cent. Pro Liter bezahlt man also etwa 17 bis 19 Cent für die CO2-Abgabe. Dieselpreis wird durch Heizölpreise beeinflusst Zweitens: Es ist Heizsaison. Sie treibt den Dieselpreis im Vergleich zum Preis für Superbenzin ein Stück weit an. Grund dafür ist, dass sich Diesel und Heizöl ausgesprochen ähnlich sind. Je höher die Nachfrage, desto höher auch der Preis. Doch den derzeitigen Anstieg kann der ADAC auch nicht vollständig erklären. Denn die Rohölpreise, die ebenfalls eine Grundlage für die Kraftstoffpreise bilden, sind kaum gestiegen. "Wir sehen Potenzial für Preissenkungen", heißt es vom Verkehrsclub auf Anfrage von t-online. Hier war das Tanken 2025 am teuersten Das Bundeskartellamt hat kürzlich berechnet, wo das Tanken im vergangenen Jahr am teuersten und am günstigsten war . Die Menschen in Südostbayern und in der Grenzregion zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben am tiefsten in die Tasche greifen müssen. Sie zahlten für Superbenzin der Sorte E5 im Schnitt zwischen 1,78 und 1,79 Euro. Das waren rund acht Cent mehr als in der günstigsten Region, dem Berliner Norden, wo es im Jahresschnitt 1,70 bis 1,71 Euro waren. Das Bundeskartellamt berechnet die Preise jeweils für Postleitzahlenbereiche, also Gegenden, deren Postleitzahl mit den zwei gleichen Zahlen beginnt. Die beiden teuersten begannen mit den Ziffern 83 beziehungsweise 38, der billigste Bereich mit 13. Auffällig: Laut Kartellamt änderten Tankstellen im Schnitt 22-mal pro Tag ihre Preise. Das ist ein neuer Höchstwert. So sparen Sie beim Fahren und Tanken Der ADAC rät, vor dem Tanken unbedingt die Preise vor Ort und auf entsprechenden Portalen zu vergleichen – zum Beispiel unter tanken.t-online.de . Außerdem gilt im Alltag: Lassen Sie das Auto vor Ampeln ausrollen, vermeiden Sie starkes Beschleunigen, fahren Sie auf Autobahnen etwas langsamer und lassen Sie Ballast zu Hause, statt unnötige Gegenstände im Kofferraum herumzufahren. Und an der Tankstelle können Sie Folgendes beachten: Nicht immer an derselben Tankstelle tanken – andere könnten günstiger sein. Nicht erst tanken, wenn der Tank fast leer ist. Bei Autobahnfahrten: von der Autobahn abfahren und eine Tankstelle abseits der Strecke suchen. An Autobahntankstellen nicht vollständig auftanken, sondern nur so viel, um eine günstigere Tankstelle am Zielort zu erreichen. Der wichtigste Spartipp bleibt: abends tanken statt morgens. Wer zwischen 18 und 22 Uhr zur Zapfsäule fährt, spart oft mehrere Euro pro Tankfüllung. Frühaufsteher dagegen zahlen drauf.