Planen, Designen, Bauen: In Berlin-Mitte entsteht ein Rennwagen – allein von Studenten konstruiert. Was hinter dem besonderen Projekt steckt. Ein Projekt in Dauerschleife: Seit 20 Jahren bauen Generationen von Studenten der Technischen Universität (TU) Jahr für Jahr einen eigenen Rennwagen. Und mit diesem treten sie bei einem internationalen Wettbewerb an, dem "Formula Student". Dabei konkurrieren über 100 studentische Teams aus aller Welt miteinander. Aber es geht nicht nur um den Vergleich der Wagen, sondern um Wissensaustausch und Unternehmergeist. Das Projekt der TU gibt es bereits seit 2005 - und soll Studenten dabei helfen, theoretische Lerninhalte mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen. Außerdem sollen die Grenzen des Motorsports erweitert werden. So läuft das besondere Projekt ab Doch wo fängt man an, wenn am Ende ein funktionstüchtiger Rennwagen an den Start gehen muss? Carl Brinkmann, technischer Leiter beim Projekt, sagt: "Konkret läuft das Projekt in Phasen ab". Zum Start des Wintersemesters gebe es eine Konzeptwoche, in der das Team beschließt, was am nächsten Auto geändert werden sollte. Dabei orientiere man sich auch stark am Auto des Vorjahres, denn jedes Jahr soll der Rennwagen optimiert werden. Aus dem Campus in den Garten: TU verschenkt Forschungspflanzen an Berliner Tragische Krankheit: Charité-Forscherinnen gelingt Durchbruch Danach folgt laut Brinkmann die Designphase, in der der Rennwagen konstruiert wird. Daneben stehe die Einarbeitung neuer Mitglieder sowie die Auswahl und Bestellung des Materials an. Zeitgleich gehe das Team dann in die "Kaltakquise", sagt Lisa Galler, Teamleiterin für Finanzen bei "FaSTTUbe" (Formula Student Team der TU Berlin). Denn zum großen Teil sind sie bei der Finanzierung auf Sponsoren angewiesen. "Drumherum baut man seinen Freundeskreis auf" Studenten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen wie Bauingenieurwesen, Design oder Wirtschaft arbeiten daran – jeder mindestens 20 Stunden pro Woche. Galler sagt: "Es gab natürlich auch mal Studenten, bei denen das Zeitmanagement nicht ganz gepasst hat". Trotz des hohen Arbeitsaufwands arbeiten sowohl Brinkmann als auch Galler gerne an dem Projekt. "Drumherum baut man auch seinen Freundeskreis auf", sagt Brinkmann. In Zukunft wolle er auch im Bereich Motorsport arbeiten. Auch Galler sieht Vorteile in den praktischen Erfahrungen im Finanzwesen, die bei der späteren Jobsuche hilfreich sein können. Wechsel zum Elektrowagen: "Keiner wusste, wie es geht" Bis vor wenigen Jahren war der Rennwagen noch ein Verbrenner, dann wurde auf Elektro umgestellt. Das sei ein großes Ding gewesen, sagt Brinkmann. "Da gab es ein Jahr, in dem kein Auto gefahren ist. Weil alle E-Wagen gebaut haben und keiner wusste, wie es geht", so Brinkmann weiter. Mittlerweile habe man aber den Dreh raus – selbst die Akkuzellen werden von Studenten hergestellt. Rennwagen soll bis Ende Mai fertiggestellt werden Dieses Jahr fährt das Team der TU mit einigen Neuheiten am Rennwagen auf. Brinkmann sagt: "Komplett neu ist der Allrad-Antrieb des Wagens, zudem soll der Wagen rund 10 Kilogramm leichter sein". Auch der Akku des E-Wagens habe eine höhere Spannung. Veränderungen hat es auch im "Aerodynamik-Paket" gegeben – dabei geht es um die Optimierung des Luftstroms. Daher sei auch der Heckflügel optimiert worden. Das habe vor allem Auswirkungen auf die Kurvengeschwindigkeit, "was für die Rennstrecken der Formula Student besonders wichtig ist", so Brinkmann. Das Auto soll mit einer Geschwindigkeit von 110 Kilometern pro Stunde fahren können. Der fertig gebaute Rennwagen soll Ende Mai fertiggestellt und feierlich präsentiert werden. Bis zum Wettbewerb "Formula Student" in der Schweiz sind es dann noch knapp eineinhalb Monate. Bei dem Wettbewerb fährt das Auto sowohl autonom als auch mit Fahrern. Das Team rechnet sich im Sommer gute Chancen aus – vorausgesetzt, alles funktioniert an dem Tag. "Mit etwas Glück kann man einen Podiumsplatz holen", sagt Brinkmann.