Tricia Tuttle behält ihren Posten als Berlinale-Intendantin. Allerdings muss sie sich neuen Richtlinien beugen. Tricia Tuttle bleibt Chefin der Berlinale , muss aber Vorgaben akzeptieren. Geplant sind ein "beratendes Forum" sowie die Ausarbeitung eines Verhaltenskodexes für alle Kulturveranstaltungen des Bundes, wie Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nach einer Krisensitzung im Kanzleramt mitteilte. Der Streit über den Nahostkonflikt überschattete die Berlinale nicht nur in den vergangenen Jahren, sondern auch 2026. Gegen Ende des Festivals geriet Tuttle in die Kritik – wegen ihres Umgangs mit pro-palästinensischen Äußerungen bei der Filmpreis-Verleihung. Regisseur kritisierte Bundesregierung für Umgang mit Gaza Anlass für die Debatte war der Auftritt des syrisch-palästinensischen Regisseurs Abdallah Alkhatib, dem für seinen Film "Chronicles from the Siege" ein Preis verliehen worden war. In seiner Rede warf er der Bundesregierung vor, "Partner des Völkermords in Gaza zu sein" und fügte hinzu: Der Tag Palästinas werde kommen. Die Palästinenser würden sich dann an jeden erinnern, der für sie gestanden habe – und an jeden, der gegen sie gestanden habe. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verließ daraufhin den Saal. Die Bundesregierung weist den Völkermord-Vorwurf gegen Israel zurück. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wollte Tuttle in der Folge aus dem Amt entheben . Auf Weimers Initiative trafen sich demnach die Führungsgremien der für die Berlinale zuständigen Firma Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH (KBB). Weimer ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Knapp 700 Filmschaffende sprachen sich für Tuttle aus Daraufhin hatten sich Hunderte Filmschaffende in einem offenen Brief gegen eine mögliche Abberufung der Berlinale-Chefin Tricia Tuttle ausgesprochen. Der Protest wurde von einer Filmagentur organisiert und von knapp 700 Personen unterzeichnet, darunter prominente Namen wie Regisseur Tom Tykwer ("Babylon Berlin"), Schauspielerin Tilda Swinton und der frühere Jurypräsident Todd Haynes. Die US-Amerikanerin Tuttle übernahm die Berlinale im April 2024, sie hatte vorher das Filmfestival in London geleitet. In Berlin folgte sie auf das Führungsduo Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek, das sich die Aufgaben geteilt hatte. Tuttle leitete die Berlinale damit zum zweiten Mal.