25.000 Punkte im Deutschen Aktienindex sind ein Wort. Zumal dann, wenn die letzte runde Marke nicht lange her ist. Im Januar 2026 dürften einige wenige an der Börse interessierte Menschen überrascht gewesen sein. Dax 25.000 – aber hatte der Index nicht erst vor kurzer Zeit die 20.000 erreicht? In der Tat war es erst im Dezember 2024, als der Dax diese Marke erreichte – nur ein Jahr später also die nächste Errungenschaft. Der neue Dax-Rekord bei 25.000 Punkten zeigt einen weltweiten Trend: die Flucht in alles Echte und Greifbare. "Die besten Aktien der letzten Monate sind zugleich die Möglichmacher der 25.000: Siemens Energy , Deutsche Bank , Airbus , HeidelbergMaterials oder Siemens und Infineon sind allesamt Titel mit ordentlicher Gewichtung im Dax, die den Rekord liefern", so Thomas Soltau von Smartbroker. Das sind die großen Dax-Verlierer Die größten Verlierer der letzten Monate wie Adidas, Symrise , Beiersdorf oder Henkel spielen für das Dax-Gewicht dagegen kaum eine Rolle. Man muss dazu wissen, dass im Dax 40 Aktien enthalten sind, sie aber völlig unterschiedliche Gewichtungen aufweisen. "SAP, Siemens, Telekom, Allianz und Airbus bringen allesamt mehr als 100 Milliarden Börsenwert auf die Waage und sind entsprechend auch hoch gewichtet im Dax", erklärt Lars Reichel von der Börse München. "Brenntag, Qiagen, Scout24 , Zalando und Symrise sind jeweils mit weniger als zehn Milliarden Euro bewertet", rechnet er vor. Entsprechend marginal ist dann auch der Anteil am Dax 40. Holger Schmieding von Berenberg erwartet, dass das Umfeld für Aktien 2026 positiv bleiben sollte. Für Deutschland sieht seine Bank 2026 zunächst einen positiven Impuls durch höhere Investitionen, den gelockerten fiskalischen Rahmen und einzelne bereits beschlossene Maßnahmen der Bundesregierung . Gleichzeitig steige der Reformdruck deutlich. "Deutschland braucht einen echten Reformschub, um demografische Belastungen abzufedern, die Dynamik zu stärken und steigende Lohnnebenkosten zu begrenzen", so Schmieding. Der Volkswirt betont die politische Bedeutung der kommenden Monate: "Ob Deutschland sein Wachstumspotenzial stabilisieren kann, hängt stark davon ab, ob Union und SPD sich auf weitergehende, angebotsorientierte Reformen einigen." Innerhalb der SPD gebe es Anzeichen für mehr Pragmatismus, doch bislang fehlten umfassende Entscheidungen, die den Standort nachhaltig stärken würden. Fehlende Planungssicherheit schadet dem Standort Dass Firmen und auch deren Mitarbeiter besonders darunter leiden, wenn das Umfeld nicht stimmt, zeigen die Aktienkurse von BASF , Lanxess, Brenntag , Vonovia oder lange Zeit auch Lufthansa in den vergangenen Jahren. Vonovia ist dabei ein sehr gutes Beispiel. Zwar spielt auch ein höherer Zinsmarkt dem Immobilienkonzern nicht in die Karten . Doch politische Unsicherheit und sozialistische Forderungen speziell für Immobilienbesitzer in Berlin – Kampagne "Deutsche Wohnen enteignen" – sind nicht gerade eine Einladung an Investoren, Geld in Deutschland auszugeben. Hinzu kommt, dass verfehlte Energiepolitik und Enteignungsphantasien am Wohnungsmarkt konkret auch Bürger, Mitarbeiter und Firmen schädigen. Fehlende Planungssicherheit führt bei Konzernen wie Porsche ebenso wie bei den Zulieferern zu miesen Geschäften und Aktienkursen. Die Möglichmacher der 25.000 leben allesamt entweder von gutem Auslandsgeschäft oder von Sonderkonjunktur wie Rüstung. Bestes Beispiel ist hier Airbus. Damit das Jahr 2026 auch für den Rest besser wird, muss die Politik liefern. Berenberg erwartet für 2026 ein Wachstum von 0,8 Prozent, gefolgt von einem zyklischen Höhepunkt mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent im Jahr 2027 – vorausgesetzt, die wirtschaftspolitische Linie bleibt konsistent und parteiinterne Konflikte belasten nicht das Investitionsklima.