Die Vorzeichen waren klar: RB Leipzig ging als Favorit ins Duell mit dem VfL Wolfsburg. Doch am Ende waren die Niedersachsen dem Sieg näher. Champions-League-Aspirant RB Leipzig hat zum Abschluss des 22. Spieltags wichtige Punkte liegengelassen. Im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg kamen die Sachsen nicht über ein 2:2 (0:0)-Unentschieden hinaus. Nachdem in der ersten Halbzeit keine der Mannschaften ein Tor erzielen konnte, wurde es in Abschnitt zwei wilder. Wolfsburg ging zweimal in Führung, Leipzig glich jeweils kurz später aus. Für den VfL trafen Mohammed Amoura (52. Minute) und Mattias Svanberg (78.). Leipzigs Tore erzielten Yan Diomande (70.) und Neuzugang Brajan Gruda (89.). So lief das Spiel Eine gute Viertelstunde vor dem Anpfiff verabschiedete Leipzig 113 Tore. So oft hat Rekordmann Timo Werner in seinen 216 Pflichtspielen für RB erzielt, nun geht es weiter in die US-Liga MLS nach San José. Sein langjähriger Wegbegleiter Mintzlaff grüßte per Videobotschaft: "Ich bin überzeugt, dass der Schritt in die MLS der richtige ist. Deine Karriere ist noch nicht zu Ende." Werner nahm die Worte mit Wollmütze und Daunenjacke dankend an – und brach dann mit seinem Vorhaben. "Ich wollte eigentlich nichts sagen, da ich nicht der Mann der großen Worte bin", sagte der Ex-Nationalspieler. "Aber aus gegebenem Anlass: Am Mittwoch wurde meine Tochter geboren, und ich glaube, sie könnte nicht stolzer sein." Werner startet am 22. Februar gegen Kansas City in sein US-Abenteuer. Einer seiner Nachfolger gab offensiv den Ton im Leipziger Spiel an, zeigte sich dabei allerdings zunächst wenig treffsicher. Conrad Harders Volley (5.) nach Freistoß von Gruda ging weit über das Tor, sein ansatzloser Fallrückzieher aus fünf Metern direkt auf Wolfsburg-Torwart Kamil Grabara. Nach einer guten halben Stunde musste Péter Gulácsi (28.) das Leipziger Tor verletzt verlassen, Marten Vandevoordt kam ins Spiel. Orban köpft knapp vorbei Das Spiel dominierte Leipzig weiterhin fast nach Belieben, Wolfsburg waren der Abstiegskampf und die vier sieglosen Spiele nacheinander anzumerken. Den größten Respekt hatten die Gäste offenbar vor Yan Diomande. Der Senkrechtstarter der Bundesliga-Saison wurde teilweise von drei Gegenspielern bedrängt. Nach 32 Minuten kam der Ivorer dennoch zu einer gefährlichen Flanke, doch der Kopfball von Willi Orbán ging knapp am langen Pfosten vorbei. Die größte Chance verzeichnete Gruda vor dem Wechsel. Die Brighton-Leihgabe (41.) wurde von Antonio Nusa freigespielt, drang allein in den Strafraum ein und schoss dann doch nur Grabara an. Wolfsburg hatte defensiv das Glück, das Leipzig vorn fehlte. Und Wolfsburg? Traf völlig aus dem Nichts. Adam Daghim dribbelte sich auf der rechten Seite durch mehrere Leipziger und fand den freien Amoura im Strafraum. Der Schuss des algerischen Nationalspielers landete unhaltbar im Winkel. Es war der erste Wolfsburger Schuss aufs RB-Tor. Für Leipzig durchaus ein Problem, denn nach einem Rückstand punktete RB in dieser Saison noch nie. Trainer Ole Werner brachte für die Wende Stürmer Romulo und Rechtsverteidiger Ridle Baku. Für den Ausgleich sorgte allerdings maßgeblich Grabara. Ein Abschlag des Torwarts missglückt völlig, landete direkt bei Gruda. Der bediente Diomande im Strafraum - 1:1. Nun drückte Leipzig und fing sich prompt das nächste Gegentor. Der eingewechselte Svanberg traf nach einem Leipziger Ballverlust im Spielaufbau. Kurz vor dem Ende schlug Leipzig doch noch zurück: Gruda schlenzte den Ball wunderbar in den Winkel und traf damit erstmals für RB.