Heidenheim schöpft im Kampf um den Bundesliga-Klassenerhalt neue Hoffnung. Im Kampf um die Champions League erhöht Leverkusen den Druck auf zwei Konkurrenten. Im Rahmen des 31. Bundesliga-Spieltags standen am Samstagnachmittag fünf Partien auf dem Programm. Mehrere Teams aus dem Tabellenkeller waren im Einsatz, der große Gewinner heißt Heidenheim. Der FCH setzte sich vor heimischer Kulisse durch Treffer von Budu Zivzivadze (3. Minute) und Eren Dinkçi (82.) mit 2:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli durch. Das Schlusslicht, vor Wochen bereits abgeschrieben, darf bei nun vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz, den weiterhin die "Kiezkicker" belegen, wieder auf den Klassenerhalt hoffen. In Wolfsburg fand ein weiteres Duell zweier Kellerkinder statt. Die Niedersachsen konnten eine Woche nach dem Auswärtssieg bei Union Berlin aber nicht nachlegen. Gegen Borussia Mönchengladbach stand am Ende ein 0:0, das den auf den elften Rang kletternden "Fohlen" deutlich mehr nützt. Damit haben sich die Gladbacher unter anderem am Lokalrivalen vorbeigeschoben. Der 1. FC Köln verlor vor heimischer Kulisse mit 1:2 (0:1) gegen Bayer Leverkusen . Patrik Schick traf doppelt für die "Werkself" (43., 52.), Luca Waldschmidts verkürzte für Köln (77.). Leverkusen schiebt sich damit auf den fünften Platz und erhöht im Kampf um die Champions-League-Ränge den Druck auf die Konkurrenten Stuttgart und Hoffenheim. Im Tabellenmittelfeld trennten sich der FC Augsburg und Eintracht Frankfurt nach Toren von Anton Kade (45.) und Ritsu Dōan (66.) unterdessen 1:1 (1:0). Im fünften Spiel des Nachmittags gewann der FC Bayern ein spektakuläres Auswärtsspiel beim 1. FSV Mainz 05 mit 4:3 (0:3). 1. FC Heidenheim – FC St. Pauli Die Partie begann mit einem Rückschlag für die Hamburger. Nach einem Eckball wirkte St. Pauli reichlich unsortiert, Zivzivadze stocherte den Ball über die Linie. St. Pauli benötigte einige Zeit, um sich zu finden. In der Folge entwickelte sich ein umkämpftes Spiel mit vielen Fehlern. Andreas Hountondji hatte die beste Chance zum Ausgleich (24.), doch FCH-Torwart Diant Ramaj reagierte glänzend. Blessin verstärkte durch die Einwechslung von Martijn Kaars nach dem Wechsel die Offensive. Danel Sinani traf gleich einmal das Außennetz des FCH-Tores, Ramaj parierte erneut gegen Hountondji (53.). Es war ein kurzes Aufbäumen. Dinkçi brachte spät die Entscheidung. VfL Wolfsburg – Borussia Mönchengladbach Gladbach agierte in der Anfangsphase deutlich offensiver als zuletzt und stellte die Wolfsburger Defensive vor große Probleme. Bereits in der ersten Minute kamen Kevin Stöger und Franck Honorat zum Abschluss. Die erste gefährliche Aktion auf der anderen Seite hatte Mohammed Amoura: Der Algerier setzte sich in der 15. Minute im Alleingang durch, traf aus rund elf Metern jedoch nur den Pfosten. Trotz zahlreicher Chancen mangelte es der Borussia an Effizienz. Nach einem missglückten Abstoß von Kamil Grabara kam Haris Tabaković (36.) völlig frei zum Abschluss, setzte den Ball aber deutlich über das Tor. Kurz vor der Pause bot sich Amoura (44.) erneut eine Großchance. Wieder kam er frei zum Abschluss – und erneut fehlte die Präzision: Der Ball ging abermals am Pfosten vorbei. Die zweite Hälfte begann mit einer kuriosen Szene: Die Wolfsburger kombinierten sich zunächst stark frei, Christian Eriksen leitete den Ball quer durch den Strafraum weiter – doch dann behinderten sich Aaron Zehnter und Amoura gegenseitig, als beide gleichzeitig zum Abschluss ansetzten und den Ball trafen. Auch in Durchgang zwei mangelte es beiden Teams an Präzision. Zu viele Angriffe versandeten durch einfache Ballverluste, Abschlüsse gingen entweder deutlich über das Tor oder knapp seitlich vorbei. Insgesamt verlief die Partie nach der Pause deutlich ruhiger, mit leichten Vorteilen für den VfL Wolfsburg . Die beste Gelegenheit ergab sich, als ein Diagonalball von Konstantinos Koulierakis Sael Kumbedi (79.) fand, dessen Abschluss nur um Zentimeter am Tor vorbei strich – und damit sinnbildlich für das Wolfsburger Spiel an diesem Tag stand. Kurz vor Schluss landete ein Kopfball des eingewechselten Gladbachers Giovanni Reyna am Pfosten (85.). Turbulent wurde es in der Nachspielzeit, als Gladbachs Jens Castrop nach einem harten Foul die Rote Karte sah (90.+3) und es zu einer Rudelbildung kam. 1. FC Köln – Bayer Leverkusen Ohne den verletzten Zielspieler Ragnar Ache lauerte Saïd El Mala vorne auf schnelle Umschaltmomente. Einen ersten Fehlpass von Jarell Quansah im Spielaufbau konnte der Kölner Shootingstar nicht verwerten (3.), Jakub Kaminski (4.), erneut El Mala (9./18.) und Sebastian Sebulonsen (11.) ließen weitere gute Gelegenheiten liegen. Dann aber hatten die Kölner Glück, als Schick einen Querpass von Eric Martel abfing und den Ball an den Pfosten schlenzte (14.). Den Pfosten traf auch El Mala, der 19-Jährige hatte nach dem nächsten Fehlpass von Quansah Keeper Blaswich jedoch bereits umkurvt – scheiterte dann jedoch aus spitzem Winkel an seinen Nerven (35.). Kurz darauf haderten die Kölner mit dem Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Robert Hartmann, hatte Martel beim halbhohen Pass von Exequiel Palacios den rechten Arm doch klar angelegt. Schick verwandelte, Geburtstagskind Marvin Schwäbe kam nicht mehr entscheidend ran. Nach der Pause hatte Kaminski die Riesenchance auf den Ausgleich, ließ diese jedoch fahrlässig liegen (52.). Bayer machte das Spiel schnell – und nur 17 Sekunden später drückte Schick auf der Gegenseite die Hereingabe von Nathan Tella artistisch über die Linie. Der eingewechselte Waldschmidt verkürzte. FC Augsburg – Eintracht Frankfurt Spielerische Höhepunkte blieben lange Mangelware, zu oft fehlte es auf beiden Seiten an der Präzision – bis kurz vor der Pause, als eigentlich die SGE mehr Kontrolle übernommen hatte. Nach einem Konter über die Seite traf Michael Gregoritsch den Pfosten, Kade stand in der Mitte goldrichtig und staubte ab. Im zweiten Durchgang erhöhte Frankfurt weiter den Druck, Uzun (48.) rutschte bei einer guten Gelegenheit aber weg. Auf der Gegenseite köpfte Gregoritsch bei einer Ecke an den Pfosten (54.), der eingewechselte Doan zielte nach einem Konter besser – vom Innenpfosten sprang der Ball ins Tor. Auf beiden Seiten mussten die Keeper in der Schlussphase noch den Punkt festhalten.