Pfiffe zur Pause und ein deutlicher Rückstand. Nach 45 Minuten sah es so aus, als würde der BVB gegen den HSV verlieren. Dann folgte die zweite Hälfte. Borussia Dortmund hat in einem wilden Bundesliga-Topspiel Platz zwei der Bundesliga gefestigt. Der BVB besiegte den HSV am Samstagabend mit 3:2, lag aber zur Pause noch mit 0:2 hinten. Zudem verschoss Nationalspieler Felix Nmecha kurz vor der Halbzeit einen Strafstoß. Im zweiten Durchgang wurde der HSV dann passiver. In einer wilden Phase zwischen der 73. und der 84. Minute erzielte der BVB drei Treffer, war in Person von Ramy Bensebaini sogar zweimal vom Punkt erfolgreich. In der Tabelle bleibt Dortmund damit auf neun Punkte an den Bayern dran, hält dafür die Verfolger auf Abstand. So lief das Spiel Zumindest in der ersten Hälfte wirkte der HSV deutlich wacher und entschlossener als der BVB , der sich im Hinblick auf die essenzielle Champions-League-Qualifikation anscheinend bereits allzu sicher wähnte. "Wir haben noch gar nichts erreicht. Wir haben zwar mehr Punkte als zum Ende der letzten Saison, aber wir haben noch sehr schwierige Spiele. Wir dürfen uns nicht in Sicherheit wiegen", hatte Dortmunds Trainer Niko Kovač dabei vor dem Spiel noch gewarnt. Nach der Aufholjagd haben die Dortmunder vor den kniffligen Spielen gegen die direkten Konkurrenten Stuttgart, Leverkusen und Hoffenheim nun bereits elf Punkte Vorsprung auf Rang fünf. Im ersten Abschnitt rannte der BVB allzu sorglos immer wieder in Konter, die die Hamburger sogar noch schlecht ausspielten und zur Pause noch höher hätten führen können. Für sein Vertrauen in die eigene Mannschaft wurde Kovač jedenfalls nicht belohnt. Nach dem überzeugenden 2:0 gegen den FC Augsburg hatte es der BVB-Trainer erstmals überhaupt in dieser Saison wieder mit derselben Mannschaft versucht. Ohne Biss und Esprit war wenig zu sehen von den Dortmundern. Der Außenspieler Daniel Svensson ließ sich in einem unglücklichen Zweikampf gegen William Mikelbrencis nach knapp 20 Minuten abkochen. Dessen Hereingabe verwertete Otele zur Führung. Wenige Minuten später verhinderte Dortmunds Torhüter Gregor Kobel gegen Ransford-Yeboah Königsdörffer das 0:2, das vor der Pause trotzdem noch fiel. Sambi Lokonga verwertete einen klugen Pass von Fabio Vieira zur verdienten Pausenführung. Die Dortmunder bekamen zwar durch ein dummes Foul von Warmed Omari gegen Maximilian Beier vom Elfmeterpunkt die Chance zum Anschluss. Den Strafstoß setzte Nationalspieler Felix Nmecha indes kläglich neben das Tor. Kovač reagierte mit Doppelwechseln in der Halbzeit und nach einer gespielten Stunde. Dortmund spielte im zweiten Durchgang nun deutlich druckvoller. Für den HSV gab es kaum noch Entlastung. Ein erneuter Elfmeter war Startschuss für die Aufholjagd: Mikelbrencis war gegen Beier zu spät gekommen. Für den Pfiff musste der Videoschiedsrichter einschreiten. Bensebaini verwandelte eiskalt (73.). Nur fünf Minuten später besorgte Guirassy den Ausgleich (79.). Der Druck auf den HSV wurde nun immer größer. Die Hamburger kamen überhaupt nicht mehr aus der eigenen Hälfte raus. Ein Handspiel vom Miro Muheim gab Bensebaini vom Punkt erneut die Chance, die der Algerier zum großen Jubel der zuvor noch pfeifenden Südtribüne dankend annahm.