BVB schaut für Kehl-Nachfolge zu Nils-Ole Book in die 2. Liga

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Der BVB hat seit Sonntag keinen Sportdirektor mehr. Die Nachbesetzung dieser Position ist entscheidend. Es braucht eine mutige Lösung. Die Zeit von Sebastian Kehl beim BVB ist vorbei. 24 Jahre war er als Spieler und als Manager für die Schwarz-Gelben im Einsatz. Er hat seinen Platz in der Vereinsgeschichte sicher. Aber die hat auch einige Makel, gerade aus den letzten Jahren. Kehl schaffte es nicht, dem BVB Konstanz zu verleihen. Ob auf der Trainerposition oder in der Kaderplanung, Dortmund gab selten ein klares Bild ab. Um das zu ändern, soll es jetzt einen neuen Impuls geben. Und den hat der Klub auch bitter nötig. Dabei sollten die Verantwortlichen auf drei Aspekte achten – und bei der Kandidatensuche auch einen Blick in die 2. Bundesliga werfen. Denn dort wartet ein echter Coup auf den BVB. Zurück zur BVB-DNA – aber nicht mit BVB-DNA Wichtig für Borussia Dortmund wäre es, eine Person von außen dazuzuholen – ohne "BVB-DNA". In der jüngeren Vergangenheit entschlossen sich die Entscheidungsträger zu oft für Figuren mit einer Geschichte im Verein. Auf Sportdirektor Michael Zorc folgte Ex-BVB-Spieler Sebastian Kehl, auf Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke folgte Ex-BVB-Spieler Lars Ricken . Auf Trainer Edin Terzić folgte Ex-BVB-Spieler Nuri Şahin, und Technischer Direktor wurde Ex-BVB-Scout Sven Mislintat . Personen zu holen, die den Verein kennen, ist per se nicht schlecht. Es hat auch Vorteile. Sie werden weder von der Wucht des Klubs noch von der leidenschaftlichen Art der Menschen überrascht. Sie bieten den Fans auch ein Stück Identifikation. Sie neigen aber eben auch dazu, die Dinge nicht immer mit klarem Blick zu sehen, hängen an "ihrem" Klub und lassen sich davon auch in ihren Handlungen beeinflussen. Die Machtkämpfe zwischen Mislintat und Kehl, Spannungen zwischen Ricken und Kehl, der nicht immer gelungene Umgang mit jungen Trainern wie Terzić und Şahin – Borussia Dortmund ist mit der Taktik "Hauptsache BVB-DNA" zuletzt oft schlecht gefahren. Ein Impuls von außen täte gut. Die Mischung macht es. Ein weiterer Faktor wäre, dass der BVB auf andere Art und Weise zu seiner DNA zurückkehrt. Unter Sportdirektor Michael Zorc zauberte Dortmund ein Toptalent nach dem anderen aus dem Hut. Erling Haaland , Jude Bellingham , Ousmane Dembélé , Jadon Sancho – alles Spieler, die der BVB günstig ein- und teuer verkaufte. Für Bellingham und Dembélé gab es sogar jeweils weit mehr als 100 Millionen Euro. Dortmund galt als der perfekte Klub für die besten Talente der Welt. In den vergangenen Jahren war davon aber immer weniger zu sehen. Ein Transferplus gab es zuletzt vor zwei Saisons. Teuer verpflichtete Talente entpuppten sich entweder nicht als kommende Stars oder passten nicht zum Trainer. Auch die Taktik, vermehrt auf deutsche Spieler zu setzen, um einen BVB-Block in der Nationalmannschaft zu bilden, ging nicht auf. Da lief selbst der VfB Stuttgart der Borussia den Rang ab. Es braucht also eine Person, die die richtigen Talente früh erkennt. Die dem BVB günstig Spieler beschert, die sich über zwei bis drei Jahre entwickeln und Dortmund dann sportlich oder finanziell auf ein neues Level heben. Eine Person, die eine klare Spielidee vorgibt, für die die passenden Spieler gekauft werden, damit auch die Trefferquote auf dem Transfermarkt wieder eine bessere ist. Der dritte Faktor: Die Person muss sich unterordnen können. Der Sport-Geschäftsführer des BVB ist Lars Ricken, die neue Person arbeitet dem 49-Jährigen zu. Der Hierarchien in Dortmund muss sich jeder Kandidat und jede Kandidatin bewusst sein. Denn Machtkämpfe haben dem Klub in den vergangenen Jahren genug geschadet. Der BVB sollte nach innen wie nach außen eine Einheit bilden, um so auch wieder eine echte Chance zu haben, den Bayern im Titelrennen ein Bein zu stellen. Wer soll es denn machen? Eine Person zu finden, die all diese Faktoren erfüllt, ist schwer. Erfolgreiche Bundesliga-Manager wie Fabian Wohlgemuth (VfB Stuttgart) oder Markus Krösche (Eintracht Frankfurt) würden wohl kaum in die zweite Reihe hinter Ricken rücken wollen. Die Konkurrenz aus Leipzig und Leverkusen wird einen direkten Konkurrenten nicht stärken wollen. Andere Klubs wie der Hamburger SV oder der VfL Wolfsburg sind selbst auf der Suche. Der BVB sollte daher auch einen Blick in die 2. Bundesliga werfen. Denn dort ist einer der spannendsten Manager des deutschen Fußballs unterwegs: Nils-Ole Book. Der 40-Jährige hat die SV Elversberg aus der Regionalliga fast in die Bundesliga geführt, scheiterte in der Nachspielzeit der Relegation im Sommer 2025 am Aufstieg. Book ist der Architekt hinter dem stetigen Erfolg der Saarländer, genießt einen Ruf als herausragender Kaderplaner. Er wäre der Richtige für den BVB. Book holte Talente wie Nick Woltemade , Fisnik Asllani oder Paul Wanner nach Elversberg, wo sie den nächsten Schritt in ihrer Karriere machten. In der Regionalliga Südwest entdeckte er einen Younes Ebnoutalib, den er ein Jahr später für acht Millionen Euro nach Frankfurt verkaufte. Jahr für Jahr ersetzte er die besten Spieler seiner Mannschaft, die ihm weggekauft wurden, und spielte dennoch mit Elversberg ganz oben mit. Auch den Abgang von Trainer Horst Steffen kompensierte er mit Erfolg. Unter Steffens Nachfolger Vincent Wagner ist Elversberg aktuell Tabellenzweiter der 2. Bundesliga. Wie "Kicker" und Sky berichten, sollen die Verantwortlichen des BVB ihn deshalb auch ins Visier nehmen. Klar, die Fußball-Standorte Elversberg und Dortmund sind kaum zu vergleichen. In Elversberg gehen aktuell im Schnitt 9.000 Fans zu den Spielen auf der Baustelle Stadion an der Kaiserlinde, in Dortmund sind es neunmal so viele. Auch das Medieninteresse im Saarland ist viel kleiner als im Ruhrpott. Für Book wäre das eine krasse Umstellung, gleichzeitig hätte er keine Probleme, sich in der Hierarchie beim BVB unter Lars Ricken einzusortieren. Es wäre eine Entscheidung, die ein gewisses Risiko birgt, aber auch ein großes Potenzial. Eben so wie ein eigentlich typischer BVB-Transfer.
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