Das Ahrtal nach der Flut - Erst verwüstet, dann vergessen? | SWR Doku

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Eine gigantische Flutwelle, fast 7 Meter hoch, kostet im Juli 2021 viele Menschen im Ahrtal das Leben. Sie reißt Häuser mit sich, zerstört komplette Dörfer. Wie geht es den Menschen dort heute - ein halbes Jahr nach der Flut? Kommen versprochene Hilfen wirklich an oder werden die Betroffenen alleine gelassen? SWR Reporter Tobias Koch hat die Menschen im Ahrtal über mehrere Monate besucht. Der Umweltjournalist und SWR-Reporter Tobias Koch beschäftigt sich schon lange mit dem Klimawandel. Aber dass ein solches Ereignis hier in Deutschland passiert und Wasser solchen Schaden anrichtet, macht auch ihn sehr nachdenklich. Auf seiner Reise durch das Ahrtal trifft er die Menschen hinter der Katastrophe. Er fährt durch ein Tal, das selbst Monate nach der Flut in Teilen immer noch aussieht wie ein Katastrophengebiet. Er trifft Familien, die zu fünft in zwei Zimmern leben müssen. Wie Familie Krämer. Ihr Haus wurde von der Ahr einfach weggerissen. Trotzdem wollen sie bleiben. "Wir wollen auf jeden Fall wieder aufbauen. Hier ist unsere Heimat. Aber viele Nachbarn können nicht mehr zurück. Sie ertragen es nicht mehr. Die Erinnerung an den Tod und die Angst in dieser Nacht", erzählt Björn Krämer. Viele finden auch keinen Wohnraum mehr in ihrer Heimat. Denn die Mieten für noch bewohnbare Immobilien sind teils in die Höhe geschossen. Viele Geschichten, die SWR-Reporter Tobias Koch hört, sind kaum zu ertragen, doch es gibt auch Held:innen. Einer davon ist Hasan Mahmoud. In der Nacht, als die Ahr zum tödlichen Fluss wurde, hat er ein Mädchen aus den Fluten gerettet. Das Mädchen stand mitten in den Wassermassen, mit einem Kaninchen im Arm. "Ich habe gar nicht drüber nachgedacht, sondern sie einfach gepackt. Und dann kam auch schon ein Auto angeschwommen, das uns fast zerquetscht hätte", erzählt er. Dankbarkeit empfinden die Menschen im Ahrtal. Für die vielen Helfer:innen, die ihnen teils immer noch helfen, auch wenn es langsam weniger werden. Aber es gäbe auch Abzocker, erzählt Hasan Mahmoud: "Ich habe Handwerkerangebote bekommen von über 150.000 Euro nur für meinen Garten. In Zeiten wie diesen macht man sich nicht die Taschen voll. Das macht man nicht". Wie wird die Zukunft der Menschen aussehen? Werden sie genug Aufbauhilfe bekommen, damit sie ihr Leben wieder aufbauen können? SWR-Reporter Tobias Koch begleitet die Menschen über drei Monate. Liebe Community: Es gibt einige unschöne Kommentare über unseren Protagonisten Björn Krämer, die sich darüber auslassen, weil er an der gleichen Stelle wieder bauen möchte. In seiner Antwort geht es ihm darum, dass er dort zwar wieder bauen möchte, aber natürlich Hochwasserangepasst. Er selbst hat nochmal geschrieben, wie es ablaufen soll mit dem Aufbau, und uns von SWR-Doku war es wichtig, dies auch nochmal hier im Begleittext zu thematisieren: „Natürlich erfolgt ein eventueller Wiederaufbau nach den, durch die Flut bedingten neuen Gesichtspunkten. Dies bedeutet, dass ein Aufbau möglichst weit entfernt von der Ahr auf dem Grundstück erfolgt. Zudem wird es keinen Keller oder bewohntes Erdgeschoss geben. Der Bau insgesamt wird damit nach den durch die SGD-Nord geforderten Maßnahmen und sogar darüber hinaus errichtet. Wer meint, dass das Vorgehen der Familie Krämer dumm sei, sollte bedenken, dass es für diese Familie, wie für viele andere Betroffene keine andere Baumöglichkeiten gibt. Auch wenn sie es sich persönlich nicht vorstellen können, dort zu bleiben stellt das Ahrtal für tausende Bewohner ihre Heimat dar. Sollen diese Menschen alle entwurzelt werden? Natürlich müssen staatliche Aufbauhilfen sachgerecht und im Sinne einer Nachhaltigkeit verwendet werden. Niemand will in ein paar Jahren vor der gleichen Katastrophe stehen. Wer anderer Meinung ist, darf diese natürlich haben. Aber abwertende oder diffamierende Kommentare sind nicht nur hässlich, sondern zeugen von Unkenntnis der Gesamtsituation.“ Björn Krämer Diese SWR-Doku von Tobias Koch trägt den Originaltitel: Das Ahrtal nach der Flut - Erst verwüstet, dann vergessen?, Ausstrahlungsdatum: 12.01.22 #swrdoku #swr #ahrflut Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seitdem nicht aktualisiert. Kanal abonnieren: https://www.youtube.com/c/SWRDoku Mehr Dokus finden Sie in unserem Kanal oder in der ARD Mediathek unter https://www.ardmediathek.de/swr/swr-dokumentationen/
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