China erwägt Exportstopp für Solaranlagen

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Fast 90 Prozent aller Solaranlagen in Deutschland kommen aus China. Dort denkt man nun wohl über einen Exportstopp nach, um Patente zu schützen. China erwägt Insidern zufolge, die Ausfuhr moderner Solartechnologie zu beschränken und so seine Vormachtstellung in diesem Bereich zu sichern . Dies sagten fünf mit den Vorgängen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Ein solcher Schritt würde sich vor allem gegen die USA richten, wo Unternehmen wie der Elektroautobauer Tesla den Aufbau eigener Solarfabriken planen. In der chinesischen Solarbranche wächst dem Bericht zufolge die Sorge, dass US-Unternehmer wie Elon Musk die derzeitige Überkapazität in China ausnutzen könnten, um günstig an Ausrüstung und Fachwissen zu gelangen. Im Mittelpunkt der Überlegungen stehe Ausrüstung zur Herstellung hocheffizienter Solarzellen, die auf der sogenannten Heterojunction-Technologie (HJT) basieren. Den Insidern zufolge haben Behördenvertreter bereits Gespräche mit dem Anlagenbauer Suzhou Maxwell Technologies geführt. Die Maßnahme würde die Exportkontrollen auf einen weiteren Technologiebereich ausweiten, in dem China führend ist. Sollten die Exportbegrenzungen flächendeckend wirken, würde das auch Europa hart treffen. Fast 90 Prozent der in Deutschland installierten Solaranlagen kommen aus China. Tesla greift in den Solarmarkt ein Die möglichen Exportbeschränkungen fallen mit den Vorbereitungen für den Gipfel zwischen den Präsidenten der beiden Länder , Xi Jinping und Donald Trump , im nächsten Monat in Peking zusammen. Beide Seiten sehen darin eine Chance, die Handelsbeziehungen zu stabilisieren. Reuters hatte vergangenen Monat berichtet, dass Tesla den Kauf von Ausrüstung zur Solarmodulherstellung im Wert von 2,9 Milliarden Dollar von chinesischen Zulieferern wie Suzhou Maxwell plant. Suzhou Maxwell hat bereits die Exportgenehmigung beim Handelsministerium beantragt. Musk erklärte, Solarenergie könne den gesamten Strombedarf der USA decken, und Tesla verfolge das Ziel, bis 2028 eine Solarmodulproduktionskapazität von 100 Gigawatt in den USA aufzubauen. Die Bemühungen Musks liegen im direkten Widerspruch zur offiziellen Trump-Politik. Seit seiner Amtseinführung versucht der US-Präsident, den Ausbau der Erneuerbaren zu stoppen und stattdessen zu Öl und Gas zurückzukehren. Kürzlich gab die Regierung in Washington bekannt, dass sie dem Energieunternehmen TotalEnergies eine Milliarde US-Dollar zahlen würde, damit es vom Bau eines Offshore-Windparks abrückt. In einer Analyse des auf die chinesische Regierungspolitik spezialisierten Marktforschungsunternehmens Trivium China hieß es diesen Monat: "Ein Erfolg Teslas bei seinen Bemühungen könnte sich für Chinas weltweit führende Solarmodulhersteller als Albtraum erweisen". Die Hersteller würden nicht nur einen wichtigen potenziellen Kunden verlieren, sondern stünden auch unter enormem finanziellen Druck, hieß es weiter. "Peking wird nicht tatenlos zusehen, wie seine Industrieführer unbeabsichtigt die Industriepolitik rivalisierender Länder unterstützen."
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