WM-Held Christoph Kramer redet sich in Rage – "Fifa unzurechnungsfähig"

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Die Debatte um die zurückgezogene "One Love"-Binde erhitzt die Gemüter. Auch Weltmeister Christoph Kramer kann seine Emotionen schwer zurückhalten."Die Fifa ist momentan wirklich unzurechnungsfähig", wettert Christoph Kramer im ZDF-Studio. Es läuft der Vorbericht zum WM-Spiel zwischen den Niederlanden und dem Senegal. Doch Thema ist minutenlang etwas anderes: die "One Love"-Binde – und die Entscheidung von Deutschland, England und Co., diese aufgrund des Fifa-Drucks nicht wie geplant zu tragen.Moderator Jochen Breyer will die Meinung der anwesenden Experten hören. Neben Kramer ist auch noch Weltmeister Per Mertesacker zu Gast. Es entsteht eine lebhafte Diskussion, in der vor allem der noch aktive Gladbach-Profi deutliche Worte findet. "Was diese Fifa seit dieser Vergabe vor zwölf Jahren macht, das finde ich so Wahnsinn", redet sich der 31-Jährige in Rage. Seine Argumentation ist klar: Die nationalen Verbände wie der DFB, geschweige denn die Spieler, treffe keine Schuld."Die Fifa will ihre Macht demonstrieren""Dafür sollen die Spieler jetzt büßen?", fragt Kramer beispielsweise in die Runde, als Breyer darauf verweist, dass es ein Zeichen der Schwäche sei, vor der Fifa bei drohenden Sanktionen sofort einzuknicken. Der Weltmeister von 2014 entlastet DFB und Co. hingegen. "Die Fifa wird denen klar gemacht haben: Wenn ihr mit dieser Binde auflauft, dann seid ihr raus aus dem Turnier", ist er sich sicher. Mit Gelben Karten und Punktabzügen, so Kramer, würde sich die Fifa im Zweifel nicht zufriedengeben."Die Fifa will ihre Macht demonstrieren", erläutert er seine Sicht der Dinge weiter und fügt an: "Es ist halt so, dass die Fifa bestimmen kann und dann bist du machtlos." Kramer beschreibt das Dilemma für die Verbände so: Die Fifa verfolge eine "Politik des längeren Hebels". Aktion zeigt, "dass die Fifa total verloren hat"Jochen Breyer will sich damit offenbar nicht zufrieden geben, hakt noch einmal nach. Ob es denn nicht spätestens jetzt klar sei, welche Farce diese umstrittene Wüsten-WM in Katar sei. Kramer gibt ihm recht: "Die WM ist eine Farce, aber es ist nicht zu ändern. Dass die Spieler die Suppe auslöffeln sollen, das sehe ich nicht."Der Fußballprofi sieht durch die Diskussion sogar einen Vorteil für die Armbinde. Denn durch die enorme mediale Aufmerksamkeit sei sie nun stark ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Dies, so Kramer, zeige doch, "dass die Fifa total verloren hat".
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