Wie gelingt es, Mallorca-Gefühl mitten im Winter nach Deutschland zu holen? Das Musical "Malle Olé!" setzt auf Hits, kuriose Figuren und viel Humor. Ernst wird es nur, wenn der Alkohol versiegt. Winterjacken vor der Tür, Sangria-Gefühl im Saal: Das neue Mallorca-Musical "Malle Olé!" hat in Duisburg Weltpremiere gefeiert - mit Partyhits und Klamauk rund um den berüchtigten Ballermann. In der schillernden Produktion werden einschlägige Songs wie "Mama Laudaaa" (Almklausi) und "Layla" (DJ Robin und Schürze) in eine fiktive Handlung um ein bedrohtes Bier-Lokal auf Mallorca eingefügt. Bei der Premiere hielt es viele Zuschauer nicht lange auf den Sitzen – getanzt wurde auch im Stehen. Als Gäste kamen etliche mehr oder minder bekannte Promis aus dem Dunstkreis der Partyschlager-Szene zu der Aufführung. Unter anderem machten die beiden Reality-TV-Stars Jürgen Milski ("Big Brother") und Micaela Schäfer ("Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!") ihre Aufwartung im Ruhrgebiet. "Ich finde, es wurde mal Zeit, dass der Ballermann auch ein Musical bekommt. Weil der Ballermann ist eine Institution geworden", sagte Schäfer der Deutschen Presse-Agentur. "Ich finde das auch gut, dass das im Januar stattfindet. Weil im Sommer sind ja alle am Ballermann." Die Geschichte von "Malle Olé!" erzählt von einem Ex-Paar, dem Installateur Alex und der Arzthelferin Laura, die beide mit ihren Cliquen und auch Herzschmerz nach Mallorca reisen. Für den Gegenspieler sorgt der "Protz-Millionär" Viktor. Der Hotel-Tycoon wirft nicht nur ein Auge auf Laura, sondern verfolgt auch noch einen perfiden Plan: Er will die Party-Touristen auf der Insel loswerden, um Wellness-Tempel bauen zu können. Um das zu erreichen, kappt er den Alkoholzufluss zum Party-Hotspot "Bierpark" - in der Logik des Malle-Universums der größtmögliche Tabubruch. Eine Liebeskomödie am Ballermann Das Musical ist im Grunde eine Liebeskomödie mit ziemlich hoher Gag-Dichte. Düster wird es nur, als der Alkohol kurzzeitig versiegt. Die aus Party-Hotspots vom Ballermann bekannten Songs werden passgenau in die Story geschoben. Subtilität ist dabei allerdings nicht immer das erklärte Ziel. Ein Protagonist etwa heißt Peter – das ermöglicht, den Gassenhauer "Das sind nicht 20 Zentimeter, nie im Leben, kleiner Peter" (Möhre) zu intonieren, als sein Unterleib zum Thema wird. Neben vielen bekannten Hits wurden aber auch einige Lieder neu für das Musical geschrieben. Die Vorbereitungen für das Stück, das nun mitten im Winter Premiere feierte, waren durchaus unkonventionell. Da das eigentliche Heimat-Theater zeitweise noch belegt war, wurde kurzerhand in leerstehenden Räumen eines Einkaufzentrums in der Duisburger Innenstadt geprobt - Mallorca-Feeling zwischen Rolltreppen und Schaufenstern. Im Theater selbst soll das Party-Gefühl nun nach dem Schlussapplaus noch nicht verfliegen. Für Zuschauer sind Aftershow-Partys geplant. Als sogenannter Markenbotschafter wurde Sänger Lorenz Büffel ("Johnny Däpp") engagiert. Er nannte das Musical ein "Disneyland für Betrunkene" – und meinte das ausdrücklich als Kompliment. In den kommenden Wochen sind etliche Aufführungen geplant.