Julian Nagelsmann bat nach Hinweis seiner Ehefrau Stürmer Deniz Undav um Entschuldigung und machte das öffentlich. Matthias Sammer hat daran etwas auszusetzen. Europameister Matthias Sammer hat sich kritisch über Bundestrainer Julian Nagelsmann geäußert. Nagelsmann hatte vergangene Woche öffentlich gemacht, sich mit Zuspruch seiner Ehefrau bei Deniz Undav entschuldigt zu haben. Zuvor hatte er ihn nach den letzten DFB-Testspielen öffentlich kritisiert. Sammer sagte dazu im "Hagedorn Talk" bei Sky: "Auch das mit seiner Ehefrau – sie sind ja jetzt verheiratet – ist so ein Schmankerl, Lena ins Spiel zu bringen, um zu sagen: 'Mensch, die hat mich darauf hingewiesen.' Das ist so." Was Sammer wurmt, ist die Wirkung auf die Fans. Diese könnten nun laut dem 58-Jährigen denken: "Jetzt braucht er schon seine Ehefrau für die Lösung." Das mache Nagelsmann "auf der einen Seite sympathisch, auf der anderen Seite – hochprofessionell betrachtet – würde ich sagen: Julian, das gehört hier nicht her." Sammers Rat an den Bundestrainer: "Du bist der Bundestrainer, der Nachfolger von Herberger, (...) Helmut Schön, Franz Beckenbauer , alle haben Titel gewonnen, Jupp Derwall, Berti Vogts , dann Jogi Löw als Weltmeister-Trainer. Deshalb: Schau dir vielleicht an, wie die 'Alten' manche Dinge handhaben würden." Sammer: "Vielleicht ist dieses 'Mehr' auch das Außergewöhnliche" Sammer ist überzeugt, dass es besser gewesen wäre, das Thema nicht öffentlich zu machen. Dabei bezog der Europameister von 1996 auch Sportdirektor Rudi Völler mit ein. "Ich kenne Rudi auch, und er sagt: Ja, aber wenn ich ihm das sage, muss er auch authentisch bleiben. Also gehen wir mal davon aus, dass wir sagen: Weniger ist manchmal ein bisschen mehr. Aber vielleicht ist dieses 'Mehr' am Ende beim Turnier auch das Außergewöhnliche." Bundestrainer Julian Nagelsmann richtet in jedem Fall seinen Blick nun auf die anstehende Kadernominierung für die WM. Am 12. Mai will er sein Aufgebot für das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada bekannt geben. Deniz Undav wird aller Voraussicht nach dabei sein.