Dreame X50 Ultra Complete: Premium-Saugroboter im Test

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Wischen, saugen, denken: Der Dreame X50 Ultra Complete will alles auf einmal – und fast gelingt es ihm. Bei einigen Details muss man zweimal hinschauen. Ein Langzeittest. Zugegeben: Besonders originell ist der Name für meinen Neuzugang im Haushalt – den Saugroboter Dreame X50 Ultra Complete – nicht. Robbie, so erfuhr ich später, ist offensichtlich ein gängiger Name für so einen Roboter. Doch dann war es so. Den opulenten Karton einmal in die Wohnung geschleppt, geöffnet und die Einzelteile entnommen, stand Robbie samt seiner Station schon bald in der Ecke unseres Büros. Seit dem ersten Einsatz sind fast sechs Monate vergangen. Zeit genug, um Bilanz zu ziehen. Fazit des Langzeittests Ich finde: Der Dreame X50 Ultra Complete ist ein Haushaltshelfer, der praktisch zu bedienen ist und die Wohnung angenehm sauber hält. In den sechs Monaten funktionierte die App stets zuverlässig, der Roboter reinigt sich nach jedem Putzeinsatz selbst – und die Böden sind nach seinem Einsatz meist blitzblank. Nur bei Ecken und filigranen Hindernissen zeigt Robbie kleine Schwächen. Alles in allem aber: Daumen hoch. Die wichtigsten Punkte im Detail: Ausstattung: So ist der Roboter gebaut Der X50 Ultra Complete ist ein flacher, runder Saug- und Wischroboter mit einer rotierenden Hauptbürste, zwei kleinen Seitenbürsten (Pinselchen) für die Ecken und zwei Wischpads an der Unterseite. Oben sitzt ein Laserturm zur Navigation. Er ist mit einem Sensor ausgestattet, der die Umgebung scannt und so hilft, dass Robbie Hindernisse umfahren kann. Nettes Feature: Der Laserturm kann auch einfahren – so ist der Saugroboter flacher und kommt auch unter niedrige Möbelstücke. Dazu kommen mehrere Sensoren, etwa an der Unterseite, die ebenfalls zur Hinderniserkennung dienen. Zur Ausstattung gehört eine recht große Station (s. Foto unten), die allerdings mehr ist als nur ein Ladepunkt. Sie versorgt den Roboter mit Frischwasser, saugt den Staub in einen eigenen Beutel, reinigt die Wischpads mit heißem Wasser und trocknet sie anschließend mit warmer Luft. Ein Reinigungstank ist ebenfalls integriert. Die gesamte Pflege funktioniert vollautomatisch. Einziger Handgriff: Alle paar Wochen muss man Frischwasser nachfüllen, Schmutzwasser entleeren und ab und zu den Staubbeutel wechseln. Stärken und Schwächen auf einen Blick Der Dreame X50 Ultra Complete liefert seinen Nutzern folgende Vorteile: Gute Saugleistung, sehr ordentliche Wischfunktion Erkennt Teppiche und erhöht automatisch die Saugkraft. Robuste Bauweise, intuitive App Umfangreiche Station: automatische Entleerung, Padreinigung, Wasserwechsel Spart Zeit, aus der Ferne steuerbar, programmierbar. Nachteilig habe ich wahrgenommen: Reinigt Ecken und Kanten nicht perfekt. Erkennt helle Kabel schlecht, leichte Teppiche werden verschoben. Das Reinigungsmittel hat spezifischen Geruch, der empfindliche Nasen vielleicht stört. Station braucht Platz, immer Stromanschluss nötig. Ist mit knapp 1.500 Euro Listenpreis vergleichsweise teuer. Reinigung im Alltag: Gründlich, aber nicht perfekt Glatte Böden reinigt der Saugroboter zuverlässig, und auch Teppiche stellen ihn kaum vor Herausforderungen. Robbie erkennt automatisch, wenn er über textile Flächen fährt, und schaltet dann auf stärkere Saugkraft. Das klappt gut, auch wenn man – wie in unserem Testhaushalt – keine fest verlegten Teppiche, sondern nur lose Exemplare nutzt. Mit der Wischfunktion sind wir sehr zufrieden: Der Roboter fährt systematisch die Flächen ab, sodass keine Stelle aus Versehen ausgelassen wird. Praktisch: Die Pads befeuchten sich über die Station selbst und reinigen sich nach dem Einsatz selbstständig. Wer Robbie jeden zweiten Tag startet, kann sich darauf verlassen, dass die Wohnung einen sichtbar saubereren Eindruck macht und nicht doch irgendwo ein Staubflöckchen hinter der Tür lauert. Wer jedoch Wert auf absolut saubere Ecken legt, muss gelegentlich nachwischen: Die kleinen Seitenbürsten stoßen dort an physikalische Grenzen. Was auch auffällt: Der Roboter ist vergleichsweise langsam. Für die getesteten 70 Quadratmeter benötigt er mehr als eineinhalb Stunden. Ein Mensch wäre schneller – aber muss es eben auch selbst machen. Und genau diese Zeit und Nerven spart uns der X50. Navigation und Hindernisse In Sachen Orientierung zeigt der Dreame, was moderne Sensorik leisten kann. Er erkennt Taschen, Schuhe, Möbelbeine und weicht zuverlässig aus. Praktisch: Per App lassen sich No-Go-Zonen definieren – etwa für empfindliche Teppiche oder Bodendekoration. Ein kleiner Schwachpunkt zeigte sich bei bodentiefen Fenstern: Hier interpretiert der Roboter das Glas gelegentlich als Durchgang in einen weiteren Raum – und schlägt vor, diesen auf der Karte hinzuzufügen. Das lässt sich in der App zwar rückgängig machen, ist aber ein kleiner Zusatzaufwand. Ein weiteres Problem hat der Roboter auch mit leichten, nicht rutschfesten Teppichen. Diese zog er teilweise ein Stück mit sich mit. Auch helle Kabel auf hellem Teppich stellten ihn vor Herausforderungen – im Test hat er sich ein längeres iPhone-Ladekabel eingesaugt (s. Foto oben). Vorhänge oder bodennahe Textilien bereiteten Robbie dagegen keine Probleme. Die Erstkartierung verlief ansonsten problemlos. In der App lassen sich Räume benennen, priorisieren oder gezielt auswählen – die automatische Reinigung lässt sich auch zeitlich programmieren. Oder man startet die App von unterwegs. Dabei erleichtert die Live-Ansicht des Grundrisses die Übersicht. Lesen Sie auch: So hat der J15 Pro Ultra Saugroboter von Eureka im Test abgeschnitten Akku, Lautstärke und Komfort Für eine Wohnung in der Größenordnung von 70 Quadratmetern reicht der Akku leicht aus – selbst mit maximaler Leistung. Falls der Roboter doch einmal mitten in der Arbeit stoppen müsste, fährt er automatisch zur Station, lädt sich auf und setzt danach seine Arbeit fort. Im Test war das allerdings nie nötig. Im Betrieb ist er in etwa so laut wie ein üblicher Staubsauger mit Kabel; auf Teppichen wird er hörbar lauter. Der lauteste Moment ist die Selbstreinigung: Dann wird der Staub abgesaugt, Wasser durch die Pads gepumpt und Warmluft gestartet. Nach wenigen Minuten ist der Lärm dann aber dabei. Wir haben das so gelöst, dass wir den Roboter vor allem dann haben laufen lassen, wenn niemand zu Hause war – dank Zeitsteuerung per App kein Problem. Gut zu wissen: Die Station muss dauerhaft am Strom hängen. Wird sie abgezogen – etwa um die Steckdose kurz für ein anderes Gerät zu nutzen –, erkennt der Roboter sie nicht mehr und kann nicht andocken. Selbstreinigung und Wartung Die Selbstreinigung ist das Komfortabelste am Saugroboter. Der Dreame X50 Ultra Complete fährt nach getaner Arbeit zur Station. Dort wird der Staub in einen Beutel abgesaugt. Die Pads werden mit heißem Wasser (bis 80 Grad Celsius) gereinigt und anschließend getrocknet. Das Schmutzwasser landet in einem zweiten Tank. Frischwasser und Reinigungsmittel lassen sich über Tanks nachfüllen. Der Nutzer muss nur gelegentlich eingreifen – etwa, um Wasser nachzufüllen oder den Staubbeutel zu wechseln. Die App erinnert daran. Auch Reinigungsmittel wird mitgeliefert, lässt sich aber gegebenenfalls durch ein eigenes Mittel ersetzen. Wichtig: Trotz aller Automatik empfiehlt es sich, alle paar Wochen selbst Hand anzulegen. Die Sensoren an den Seiten und der Unterseite sollten mit einem feuchten Tuch gereinigt werden, um Navigationsfehler zu vermeiden. Auch die kleinen Seitenbürstchen (Pinselchen) verschleißen mit der Zeit – im Test war nach rund fünf Monaten noch kein Wechsel nötig, aber das wird irgendwann fällig. Die App gibt auch hier rechtzeitig Bescheid. Preis-Leistungs-Eindruck Der X50 Ultra Complete ist kein Schnäppchen. Mit rund 1.500 Euro (Herstellerpreis) liegt er weit über dem, was klassische Staubsauger oder einfache Saugroboter kosten. Allerdings gibt es ihn mittlerweile in manchen Shops günstiger, um die 1.100 Euro. Wer ihn kauft, investiert vor allem in Zeitersparnis, Komfort und Technikbegeisterung. Als Tester war ich insgesamt zufrieden, habe aber bemerkt: Viele Premium-Funktionen – etwa das Überwinden hoher Schwellen – haben wir im Alltag gar nicht gebraucht. Wer keine Haustiere hat, keine starken Verschmutzungen und eine barrierefreie Wohnung, bekommt unter Umständen auch mit einem günstigeren Modell gute Ergebnisse.
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