Dschungelcamp: Gil Ofarim, Markus W. und wie der Streit nun weitergeht

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Im Moment des größten Triumphs muss Gil Ofarim eine Art Déjà-vu ereilt haben: Erneut widerspricht ihm Hotelmitarbeiter Markus W. Ob der Ärger je ein Ende hat? Selten war das Dschungelcamp ein so großes Gesprächsthema wie dieses Jahr. Auch die Reichweiten der TV-Show von RTL spiegeln das wider: Mehr als fünf Millionen Menschen schalteten am Sonntag das Finale von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" ein, und damit so viele wie seit sechs Jahren nicht mehr. Selbst am Montag ebbte die Aufregung um das Format aus dem australischen Dschungel nicht ab: "Das große Wiedersehen", in dem Sonja Zietlow und Jan Köppen die 12 Dschungelstars im Baumhaus empfingen, sahen fast 3 Millionen Menschen – und damit rund 190.000 mehr als vor einem Jahr. Trotz all des Erfolgs wird die 19. Staffel von einer Personalie überschattet: Gil Ofarim , der am Ende als Dschungelkönig aus der Show hervorging, gewann mit deutlichem Vorsprung. Rund 66 Prozent der Zuschauer wählten den 43 Jahre alten Sänger zum Sieger. Eine Entscheidung, die auch zwei Tage später noch Diskussionen auslöst. Denn kurz vor dem Start von "Das große Wiedersehen" brach Markus W. erstmals sein Schweigen: Der von Gil Ofarim zu Unrecht beschuldigte Hotelmitarbeiter gab der "Zeit" ein Interview, in dem er etwa beklagte, dass Gil Ofarim sich im Dschungelcamp als Opfer inszeniert habe. Er sei "fassungslos" ob dieses Verhaltens. Herr W. räumte in dem Interview außerdem mit der von Ofarim verbreiteten Erzählung ab, es habe eine Schweigevereinbarung oder eine Verpflichtung zur Verschwiegenheit gegeben. Gil Ofarim habe lediglich eine Unterlassungserklärung unterschrieben, und diese untersagt ihm, die nachweislich falsche Behauptung erneut zu äußern, W. habe ihn wegen des Tragens einer Davidstern-Kette nicht ins Hotel gelassen. Die Kettenreaktion: Der Fall Ofarim und wie alles begann "Es gibt keinen Schweigedeal": Markus W. bricht sein Schweigen Ofarims Anwalt revidiert sich: So viel Schmerzensgeld wurde vereinbart Mit diesen Klarstellungen von Markus W. wird Gil Ofarim in der Show am Montagabend nicht konfrontiert. Allerdings sprechen ihn Zietlow und Köppen auf seine Widersprüche an, verweisen darauf, dass er Begrifflichkeiten wie "Verschwiegenheitserklärung" fälschlicherweise verwendete. Sonja Zietlow stellt aber auch klar, dass es falsch sei, RTL vorzuwerfen, der Musiker sei ausschließlich wegen seines Skandals im Camp gewesen. Tatsächlich sei er "schon mehrfach über Jahre angefragt worden. Als: Gil, der Sänger". Mit Blick auf die Dauerattacken von Ariel nimmt Zietlow den Dschungelkönig sogar in Schutz, sagt: "Er konnte die Erwartungen, die ihr an ihn gestellt habt, überhaupt nicht erfüllen." Gil Ofarim sagt dann noch, dass er über einige Dinge auch "nicht reden möchte" und gibt damit Moderator Jan Köppen die Steilvorlage, diese kleine Unterscheidung hervorzuheben: Es sei eben ein "kleiner, aber feiner Unterschied", ob jemand kontinuierlich betone, darüber nicht sprechen zu dürfen, oder ob er über etwas nicht reden wolle. "Ich weiß, dass mich das bis ans Ende meiner Tage begleitet", heißt es dann von Gil Ofarim fast schon resignierend. Dass nun kurz nach seinem Triumph, die Dschungelkrone ergattert zu haben – und das trotz Protesten in den sozialen Medien und Boykottaufrufen wegen seiner Teilnahme –, das Interview mit Markus W. neuen Wirbel auslöst, dürfte seinen Siegesrausch trüben. Der Hotelmitarbeiter hat sich jahrelang in Schweigen gehüllt, diverse Interviewanfragen abgelehnt – aber jetzt offenbar keine andere Chance gesehen, als seine Sichtweise publik zu machen. "Ich frage mich auch: Ist es denn nie vorbei?", sagt der 37 Jahre alte Markus W. in dem Gespräch. Der Prozess vor dem Landgericht Leipzig wurde Ende 2023 eingestellt, nachdem Gil Ofarim seine Lüge eingeräumt hatte. "Die Vorwürfe treffen zu", sagte er damals und wandte sich an Markus W.: "Ich möchte mich entschuldigen. Es tut mir leid. Ich habe das Video gelöscht." Westin Hotel Leipzig schweigt eisern Und jetzt? Wird die ganze Auseinandersetzung erneut aufgerollt? Davon ist nicht auszugehen: Keine der betroffenen Parteien scheint daran ein Interesse zu haben. Das Westin Hotel in Leipzig, welches in den vergangenen Tagen im Zuge der Dschungelcamp-Ausstrahlungen wieder in den Blick der Öffentlichkeit geriet, möchte mit der Sache ebenfalls nichts zu tun haben. Auch wenn neuerdings ein auffällig großes Nutzeraufkommen unter den Google-Rezensionen des Hotels zum Fall Ofarim herrscht und viele User dort ihre Meinung kundtun, sagt die Hotelleitung auf Anfrage von t-online: "Wir verstehen Ihr und das öffentliche Interesse und bitten Sie gleichzeitig weiterhin um Verständnis, dass wir zum abgeschlossenen Verfahren sowie zu aktuellen medialen Diskussionen uns grundsätzlich nicht äußern." Auch für Gil Ofarim könnte das Schweigen nun weitergehen – so paradox das auch klingt. Aber die Dschungelstars unterschreiben bei RTL ein sehr ausführlich ausformuliertes Vertragswerk. Nach Informationen von t-online enthält es viele kleinere und größere Absprachen und Vereinbarungen, die auch das Verhalten der Stars nach dem Auszug aus dem Dschungelcamp regeln. So gelten für Gil Ofarim und Co. ab jetzt Schweigepflichten sowie Interview-Vorgaben und Social-Media-Regeln. Einerseits dreht sich die Verschwiegenheit viel um die Geheimnisse der Show: Sogar Familie und Freunde dürfen keine Interna aus dem Dschungelcamp ausplaudern – sonst droht dem jeweiligen Kandidaten eine Vertragsstrafe. Die 100.000 Euro Gewinnprämie muss sich rentieren Andererseits sichert sich RTL exklusiven Zugriff auf seine Stars. Der Sender hat etwa für Gil Ofarim laut Branchenexperten zwischen 250.000 und 300.000 Euro Gage hingeblättert : Insofern bestehen die Verantwortlichen jetzt darauf, dass alle weiteren spannenden Äußerungen des Stars auf RTL-Kanälen geäußert werden – ob in Interviews bei Frauke Ludowig , anderen TV-Shows oder in Social-Media-Formaten. Die Exklusivitätsvereinbarung hat weitreichende Folgen: Gil Ofarim gehört zunächst einmal RTL, und ohne Absprache mit dem Sender darf er weder mit anderen Medien sprechen noch an anderen Showformaten teilnehmen. Im vergangenen Jahr galt dieser Deal bei Dschungelkönigin Lilly Becker laut "Bild" für sechs Wochen: In dieser Zeit durfte die frisch gekürte Busch-Hoheit nur bei RTL auftreten. Bei Gil Ofarim dürfte das genauso sein. Schließlich erhalten die Dschungelkönige eine Gewinnsumme von 100.000 Euro – und diese soll sich auch aus Sicht des Senders rentieren. Zudem möchte RTL, dass es auch noch für "Das Nachspiel" spannend bleibt: Diese Nachfolgesendung des Dschungelcamps strahlt der Sender dieses Jahr am 22. Februar aus – ebenfalls zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr und in der Hoffnung, reichweitenstarke Stars anzutreffen. Gil Ofarim hat also noch einen Marathon als Dschungelkönig vor der Brust. Es bleibt spannend, wie sehr er diesen für sich zu nutzen weiß und an welchen Stellen er lieber schweigt. Eine Sache hat er aber schon jetzt angekündigt: Die 20.000 Euro Schmerzensgeld, die Markus W. nach dem eingestellten Verfahren immer noch nicht ausgezahlt bekommen hat, werden bald von Gil Ofarim bezahlt. "Es gibt da jemanden, der bekommt noch Geld, und das steht ihm auch zu", sagte der Sänger nach dem Gewinn der Dschungelkrone über seine 100.000 Euro Siegesprämie.
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