Die Haftung bei einer Echtzeitüberweisung an Betrüger kann sowohl bei der Bank als auch beim Kunden liegen. Doch wann gilt was? Ein Überblick. Sofortüberweisungen sind praktisch, wenn das Geld schnell ankommen soll. Dafür sind sie im Hinblick auf Betrug aber umso gefährlicher. Wer bei einer Echtzeitüberweisung unüberlegt handelt, riskiert hohe finanzielle Verluste und bleibt unter Umständen auch selbst in der Haftung. Wann die Bank einspringen muss und wann nicht, klärt dieser Artikel. Echtzeitüberweisung: Wer wann in der Haftung ist Ganz gleich ob Echtzeitüberweisung oder nicht – die Bank ist in einem Betrugsfall immer dann in der Haftung, wenn sie nicht autorisierte Zahlungsvorgänge ausführt. Dabei ist das Finanzinstitut in der Beweispflicht. Sie muss im Zweifel nachweisen können, dass der Kunde die Zahlung selber genehmigt hat. Kann sie das, so bleibt der Kunde auf seinem Schaden sitzen. Ob die Haftung bei einer betrügerischen Echtzeitüberweisung also bei der Bank oder beim Kunden liegt, hängt davon ab, wie der Betrug genau abläuft. Handelt der Kunde fahrlässig und reicht etwa eine TAN weiter oder gibt die Überweisung selber frei, obwohl in der Banking-App möglicherweise sogar Warnungen angezeigt werden, so kann die Bank eine Erstattung ablehnen. Anders sieht es hingegen aus, wenn die Überweisung aufgrund einer Sicherheitslücke oder einem Fehler eines Mitarbeiters der Bank ausgeführt wurde. In solchen Fällen muss das Finanzinstitut haften und dem Kunden den überwiesenen Betrag erstatten. Sofortüberweisung macht Betrug umso gefährlicher Eine Echtzeitüberweisung ist nicht nur im Hinblick auf die Haftung problematisch. Auch lässt sich eine per Sofortüberweisung getätigte Zahlung in der Regel nicht mehr stornieren. Selbst ein schneller Anruf bei der Bank hilft oft nicht, da Echtzeitüberweisungen innerhalb weniger Sekunden ausgeführt werden. Sobald der Kunde die Überweisung beispielsweise per TAN-Eingabe freigegeben hat, ist das Geld im Grunde schon beim Betrüger. Lesen Sie auch: So funktioniert die Echtzeit-Überweisung in 10 Sekunden Praktische Banking-Tipps: So holen Sie eine Echtzeitüberweisung zurück Echtzeitüberweisung an Betrüger ausgeführt: Was jetzt zu tun ist Wer bereits eine problematische Sofortüberweisung ausgeführt hat und damit einer Betrugsmasche zum Opfer gefallen ist, sollte sofort seine Bank über den Vorfall informieren, sodass diese gegebenenfalls Maßnahmen einleiten kann, um weitere Betrugsfälle zu vermeiden. Zudem lohnt es sich, sich auf die Klärung der Haftungsfrage gut vorbereiten. Dazu ist es wichtig, einige Informationen zusammenzutragen: Screenshots von den Webseiten, SMS oder E-Mails der Betrüger Kontoauszüge oder Screenshots aus dem Online-Banking, anhand derer die betroffenen Transaktionen nachvollzogen werden können Notizen zum genauen Ablauf der Betrugsmasche inklusive präziser Zeitangaben Eine saubere Dokumentation hilft nicht nur der Bank dabei, das Geschehen besser nachzuvollziehen. Auch ein Rechtsanwalt kann anhand detaillierter Angaben rund um die getätigte Echtzeitüberweisung besser einschätzen, ob es sich lohnt, die Frage nach der Haftung im Zweifel auf juristischem Wege zu klären.