In Deutschland wohnen vergleichsweise wenige Menschen im Eigenheim. Vor allem bei Menschen mit kleinem oder mittlerem Einkommen sinkt die Eigentumsquote. Nicht mal jeder Zweite hat in Deutschland ein Eigenheim: Nach Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat liegt die Eigentumsquote in Deutschland bei 47 Prozent. Das ist der niedrigste Wert in ganz Europa . Im Nachbarland Polen liegt die Quote bei fast 90 Prozent, in Frankreich besitzen über 63 Prozent der Bürgerinnen und Bürger ein Haus oder eine Wohnung. Dass das so ist, hat viele Gründe: Hohe Kaufnebenkosten wie Grunderwerbssteuern spielen eine Rolle, genauso wie der starke Mietmarkt, der vor allem in Ostdeutschland lange zur Normalität gehörte. Und das Einkommen spielt eine wichtige Rolle: Nach Angaben der Sparkasse kostet eine Immobilie in Polen, Spanien oder Italien rund das Drei- bis Fünffache des durchschnittlichen Jahreseinkommens, in Deutschland hingegen das Sieben- bis Zehnfache. Ab 4.000 Euro netto wohnen viele Deutsche im Haus Das spiegelt sich auch im Mikrozensus wider. Das Analysehaus Datapulse Research hat im Auftrag des Portals home24 den Zensus ausgewertet und unter anderem untersucht, wer in Deutschland wie wohnt. Demnach wohnen vor allem Menschen, die mehr als 4.000 Euro netto im Monat verdienen, in einem Einfamilienhaus und damit wahrscheinlich im Eigentum. In dieser Gehaltsklasse trifft das auf 56 Prozent der Deutschen zu. In allen Gehaltsklassen darunter dominiert das Mehrfamilienhaus und somit eher die Mietwohnung. Aus den Daten geht nicht hervor, wie viele davon Mieter und wie viele Eigentümer sind: Um 4.000 Euro netto im Monat zu verdienen, muss eine Person in Steuerklasse 1 rund 7.000 Euro brutto im Monat bekommen. In Steuerklasse 3 erreicht man dieses Nettogehalt schon bei 6.000 Euro brutto. Im Schnitt verdienen Deutsche im Monat 4.700 Euro brutto im Monat. "Silver Tsunami": Diese Häuser will bald keiner mehr Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass erst ab 4.000 Euro netto im Monat ein Einfamilienhaus leistbar wird. Viele Menschen entscheiden sich schließlich bewusst gegen ein Haus, ob zur Miete oder nicht. Andere haben keine Wahl und müssen zum Beispiel aus beruflichen Gründen in einer Großstadt wohnen, wo Immobilienpreise im Schnitt höher liegen als auf dem Land. Häuser verlieren an Bedeutung Generell sinkt die Bedeutung von Häusern gegenüber Wohnungen in ganz Europa, stellen Datapulse und home24 in der Analyse fest. Der Anteil der Häuser am Immobilienbestand sinkt seit 15 Jahren stetig. Bis 2030 könnte die Wohnung die dominierende Wohnform in der EU sein, so die Analysten. Besonders deutlich sei dieser Trend auf Malta sowie in Portugal , Norwegen , Luxemburg und Deutschland zu beobachten. Zwischen 2010 und 2024 ist der Häuserbestand hierzulande demnach um 6,5 Prozent zurückgegangen. In Polen hingegen stieg der Anteil im selben Zeitraum um 5,4 Prozent. Diese Entwicklung deckt sich auch mit anderen statistischen Ergebnissen. Vor allem in den Städten nimmt die Überbelegung in Wohnungen zu, das heißt, es leben mehr Menschen auf weniger Quadratmetern. Das spricht dafür, dass weniger in Häusern gewohnt wird. Dies variiert jedoch stark zwischen Mieter- und Eigentümerhaushalten. So wohnen Eigentümerhaushalte in Deutschland im Schnitt auf 125,8 Quadratmetern, Mieterhaushalte hingegen auf 74,4 Quadratmetern. Wenig überraschend, aber dennoch relevant: je höher das Einkommen, desto größer die Wohnung – unabhängig davon, ob zur Miete oder nicht.