"Ein reiner Akt der Willkür" - BELARUS-OPPOSITIONELLE zu 11 Jahren Haft verurteilt

1 monat vor


Ein Gericht in Belarus hat die Oppositionelle Maria Kolesnikowa zu elf Jahren Haft verurteilt. Die 39-Jährige wurde am Montag für schuldig befunden, gemeinsam mit anderen einen Umsturz geplant, eine extremistische Organisation gegründet und zu Aktionen gegen die Staatssicherheit aufgerufen zu haben. Der Anwalt Maxim Snak, der gemeinsam mit ihr angeklagt war, wurde zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Beide gehören dem oppositionellen Koordinierungsrat an, der sich nach der umstrittenen Wiederwahl von Machthaber Alexander Lukaschenko im vergangenen Jahr gebildet hatte. Lukaschenko ging mit harter Hand gegen seine Kritiker vor, zahlreiche von ihnen flüchteten ins Ausland. Kolesnikowa blieb. Sie zerriss ihren Reisepass, als belarussische Geheimagenten sie in die Ukraine ausweisen wollten, und ließ sich im September 2020 festnehmen. Seither saß sie im Gefängnis. Die Gerichtsverhandlung gegen sie und Snak fand hinter verschlossenen Türen statt. Kolesnikowas Familie durfte erst bei der Urteilsverkündung anwesend sein. Für viele sei seine Tochter zu einem Beispiel für Widerstandsfähigkeit und den Kampf zwischen Gut und Böse geworden, «ich bin stolz auf sie», sagte Vater Alexander der Nachrichtenagentur AP. «Es ist kein Urteil, es ist vielmehr die Rache der Behörden.» Lukaschenko hatte sich mit der Wahl im August 2020 eine sechste Amtszeit gesichert, es folgten monatelange Massenproteste in Belarus, gegen die die Polizei hart durchgriff. Mehr als 35 000 Menschen wurden festgenommen. Kolesnikowa wurde bei den Protesten zum Symbol des Widerstands, marschierte in vorderster Front der Bereitschaftspolizei entgegen und formte dabei mit den Händen Herzsymbole. Die Musikerin war lange Flötistin im Nationalorchester, sie studierte neben Minsk auch in Deutschland. 2020 war sie Kampagnenleiterin für den früheren Bankier Viktor Babariko, der Lukaschenko im Wahlkampf herausforderte, nach Vorwürfen der Geldwäsche und Steuerhinterziehung aber von der Wahl ausgeschlossen wurde. Für die Vorwürfe, die Barbariko als politisch motiviert bezeichnete, sitzt er eine 14-jährige Gefängnisstrafe ab. Danach unterstützte Kolesnikowa die Präsidentschaftskandidatin und frühere Englischlehrerin Swetlana Tichanowskaja, die ihrerseits an Stelle ihres inhaftierten Mannes antrat. Kurz vor dem Beginn der Verhandlung im vergangenen Monat erklärte Kolesnikowa in einer Mitteilung aus dem Gefängnis, man habe ihr die Freilassung angeboten, wenn sie um Straferlass bitte und Staatsmedien ein reumütiges Interview gebe. Kolesnikowa bestand auf ihrer Unschuld und lehnte ab. #Belarus #Kolesnikowa #Opposition Der WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg Abonniere den WELT YouTube Channel http://bit.ly/WeltVideoTVabo Die Top-Nachrichten auf WELT.de http://bit.ly/2rQQD9Q Unsere Reportagen & Dokumentationen http://bit.ly/WELTdokus Die Mediathek auf WELT.de http://bit.ly/2Iydxv8 WELT Nachrichtensender auf Instagram https://bit.ly/IGWELTTV WELT auf Instagram http://bit.ly/2X1M7Hk In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen. Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team Video 2021 erstellt
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