Empfindliche Haut: Diese Pflege ist empfehlenswert

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Sensible, zu Allergien neigende Haut braucht eine besonders sanfte Reinigung und Pflege. Worauf Betroffene achten sollten und was die Hautbarriere stärkt. Empfindliche Haut reagiert schnell gereizt: Sie rötet sich, ist trocken, brennt und juckt. Eine geschwächte Hautbarriere, bestehende Allergien und irritative Einflüsse verschlimmern die Beschwerden. Betroffenen gelingt es oft nur schwer, die gereizte Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Eine konsequente, sanfte Basispflege hilft, die Symptome zu lindern und neuen Hautreaktionen vorzubeugen. Worauf es bei der Reinigung und Pflege sensibler Haut ankommt. Allergische Haut ist besonders empfindlich Die Pflege sensibler Haut kann eine Herausforderung sein – besonders, wenn eine Allergie hinzukommt. Bei einer allergischen Kontaktdermatitis, auch allergisches Kontaktekzem genannt, reagiert das Immunsystem auf bestimmte, eigentlich harmlose Stoffe mit Abwehr. In der Hautpflege können das beispielsweise bestimmte Duftstoffe oder Konservierungsstoffe sein. Das allergische Kontaktekzem ist eine der häufigsten Hauterkrankungen. Kosmetika können Inhaltsstoffe enthalten, auf die der Körper allergisch reagiert. Der allergische Hautausschlag zeigt sich in der Regel ein bis drei Tage nach dem Kontakt, kann aber auch später auftreten. Die Haut zeigt Rötungen, Schwellung, Jucken, Pustelbildung, Schuppung und nässende Stellen. Bei sensibler, zu Allergien neigender Haut gilt: Weniger ist mehr – bei der Reinigung und bei der Pflege. Bei sensibler Haut auf Duftstoffe verzichten Duftstoffe sind die häufigste Ursache für eine durch Kosmetik, Pflegeprodukte oder Parfum verursachte Kontaktallergie. Die als häufig allergieauslösend identifizierten Duftstoffe müssen zum Schutz der Kontaktallergiker deklariert werden. Zu den hochpotenten Allergieauslösern mit hohem Sensibilisierungspotenzial gehören laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB): Evernia Prunastri Extract (Eichenmossextrakt) Evernia Furfuracea Extract (Baummoosextrakt) Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde (Lyral) Isoeugenol (Ylang-Ylang, Muskatnussöl) Zu den potenten Allergieauslösern mit mittlerem Sensibilisierungspotenzial gehören dem DAAB zufolge: Cinnamal (Zimtaldehyd) Cinnamyl Alcohol (Zimtalkohol) Citral (Zitronenöl, Lemongras) Farnesol Hydroxycitronellal Auch ohne Allergie auf allergieauslösende Stoffe verzichten Vorbeugend ist es empfehlenswert, auf potenziell allergieauslösende Stoffe wie Duftstoffe zu verzichten, um das Immunsystem nicht zu überreizen. Es gibt mittlerweile viele Reinigungs- und Pflegeprodukte, die frei von Duft sind. Besteht bereits eine Kontaktallergie auf bestimmte Stoffe, sollten Betroffene den Kontakt strikt meiden. Der Blick auf die Inhaltsliste schafft Klarheit. Falls unklar ist, welche Substanz die allergische Reaktion verursacht, kann ein Allergietest helfen, die Allergene festzustellen. Die Hautschutzbarriere stärken: Reinigung mit pH-neutralen Produkten Doch auch ohne Allergie kann die Haut gereizt reagieren. Eine irritative Kontaktdermatitis entsteht ohne Immunreaktion. Mögliche Auslöser sind häufiges Waschen, reizende Inhaltsstoffe, etwa aggressive Tenside , bestimmte Konservierungsstoffe und Alkohol. Vorsicht bei diesen Konservierungsstoffen Für die Hautreinigung bei sensibler Haut ist es ratsam, zu hautschonenden, pH-neutralen Waschprodukten ohne Duft- und Konservierungsstoffe zu greifen, die den natürlichen Säureschutzmantel der Haut respektieren. Geeignet sind entsprechende Waschgele, seifenfreie Syndets, eine sanfte Reinigungsmilch oder ein Reinigungsöl. Zu den häufigsten Konservierungsmitteln, die eine Kontaktallergie auslösen, gehören laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund unter anderem Methylisothiazolinon MI, Methylchlorisothiazolinon MCI, Methyldibromoglutaronitril MDBGN und Formaldehyd. Nicht zu oft waschen und das Reinigungsprodukt gründlich abspülen Wichtig ist zudem, das Reinigungsprodukt immer gründlich von der Haut zu waschen, um Irritationen vorzubeugen. Das Gesicht sollte maximal zweimal täglich gereinigt werden, der Körper einmal. Wer sich zwischendurch erfrischen möchte, kann die Haut mit warmem, klarem Wasser abspülen. Das entfernt Schweiß, ohne die Haut unnötig zu strapazieren. Je heißer das Duschwasser ist und je länger die Haut dem Wasser und einem Reinigungsprodukt ausgesetzt ist, desto stärker trocknet die Haut aus. Um sie nicht zu sehr zu beanspruchen, sollten Menschen mit empfindlicher Haut nicht länger als fünf bis zehn Minuten duschen oder baden. Auch sollten sie auf grobe Peelings sowie raue Waschlappen und Duschbürsten verzichten. Nach dem Duschen die Haut sanft trocken tupfen. Rubbeln kann die Haut reizen und Juckreiz verstärken. Hautpflege für sensible Haut: beruhigend und aufbauend Nach dem Abtrocknen direkt die Hautpflege auftragen. In diesem "Feuchtigkeitsfenster" kann die Pflege die Feuchtigkeit gut in der Haut binden. Die Hautpflege unterstützt die Regeneration der Haut und gibt ihr Fett und Feuchtigkeit zurück. Auch für die Pflege gilt: Weniger ist für die Haut mehr. Zu empfehlen sind auf den Hauttyp abgestimmte Cremes, Lotionen und Gele ohne bedenkliche Inhaltsstoffe. Verschiedene Wirkstoffe helfen, die Haut zu regenerieren und zu stärken, beispielsweise: Ceramide: Unterstützen die Reparatur der Hautbarriere. Glycerin: Bindet Wasser und verbessert die Hautfeuchtigkeit. Urea (Harnstoff): Glättet und befeuchtet die Haut. In niedrigen Konzentrationen meist auch für empfindliche Haut gut verträglich. Panthenol: Beruhigt die Haut, lindert Juckreiz und unterstützt die Hautregeneration. Niacinamid: Stärkt die Hautbarriere und reduziert Rötungen. Hyaluronsäure: Hilft, Feuchtigkeit in der Haut zu speichern. Meist verbessert sich das Hautbild sensibler Haut, wenn diese sanft gereinigt und dem Hauttyp entsprechend gepflegt wird. Bleiben Hautirritationen bestehen, sollten Betroffene einen Hautarzt oder eine Hautärztin aufsuchen. Mit ärztlicher Begleitung kann eine Pflege gefunden werden, welche die Haut verträgt. Sensitiv nicht immer sensitiv Wichtig zu wissen: Die Bezeichnung "sensitiv" auf Produkten bietet laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund keine Sicherheit bezüglich der Verträglichkeit. Der Begriff "sensitiv" sei weder näher definiert noch rechtlich verankert. Bei neuen Produkten ist es in jedem Fall ratsam, das Produkt für ein paar Tage zuerst an einer kleinen Stelle zu testen, etwa an der Armbeuge. Produkten, die verträglich sind, treu bleiben Sehr empfindliche, allergieanfällige Haut profitiert von einer einfachen, reizfreien Pflegeroutine. Experimente mag sie nicht. Das heißt: Wer eine gut verträgliche Pflege gefunden hat, sollte dabei bleiben. Bei Verdacht auf eine Allergie ist ein Besuch in einer dermatologischen Praxis ratsam. Liegt eine Allergie vor, müssen die allergenen Stoffe konsequent vermieden werden. Eine einmal erworbene Kontaktallergie bleibt lebenslang bestehen.
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