Energieagentur: Kerosin reicht noch für sechs Wochen

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Energieagentur und Flughafenbetreiber sehen eine Kerosinknappheit kommen. Wirtschaftsministerin Reiche wiegelt ab. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt davor, dass Kerosin in Teilen Europas bald nicht ausreichend zur Verfügung stehen könnte. "Mehrere europäische Länder könnten in den kommenden sechs Wochen einer beginnenden Knappheit von Kerosin gegenüberstehen", hieß es von der in Paris ansässigen IEA. Dies hänge davon ab, wie viel der eingebüßten Lieferungen aus dem Mittleren Osten Länder durch andere Importe wettmachen könnten. Die Agentur betonte, 75 Prozent der europäischen Nettoimporte von Kerosin seien zuvor aus dem Mittleren Osten gekommen. Straße von Hormus: US-Blockade treibt Ölpreise nach oben Treibstoffknappheit droht: Deutschland gibt Diesel ab Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, Kerosin werde auch in deutschen Raffinerien produziert. Man sei nicht nur von Importen abhängig. Nicht so entspannt sieht das der Co-Vorsitzende der Koalitions-Arbeitsgruppe zu den Spritpreisen, Sepp Müller (CDU). Er warnte vor einer Kerosin-Knappheit und rief die Deutschen dazu auf, möglichst wenig Auto zu fahren. Analyst: Situation könnte systemisch werden Das mache "es uns auch möglich, mehr Kerosin herzustellen im Raffinerie-Prozess - und gleichzeitig schauen wir, welche Möglichkeiten innerhalb von Deutschland bestehen, die Kerosin-Produktion durch die Raffinerien nach oben zu treiben", führte Müller aus. Die ersten Treibstoffprobleme innerhalb Europas seien erkennbar, "nämlich in Italien wird nicht mehr jedes Flugzeug vollgetankt". Die Situation könne binnen der "nächsten drei, vier Wochen systemisch" werden, warnte der Ökonom Claudio Galimberti von der Analysefirma Rystad Energy am Dienstag. "Es könnte also schon im Mai und Juni zu erheblichen Flugkürzungen kommen." Galimberti zufolge wurden bereits Flüge wegen Kerosinengpässen gestrichen – eine Sprecherin der Europäischen Kommission hingegen sagte am selben Tag, es gebe bisher keine Hinweise auf Treibstoffmangel. Sie räumte allerdings auch ein, dass es "insbesondere bei Flugkraftstoffen in der nahen Zukunft zu Versorgungsengpässen" kommen könne. Lufthansa-Tochter leidet unter hohen Kerosinpreisen Der europäische Dachverband für Flughafenbetreiber (ACI Europe) schrieb in der vergangenen Woche an die EU-Kommission, dass ab Anfang Mai eine Kerosinknappheit eintreten könnte, wenn Tanker nicht vorher wieder durch die Straße von Hormus fahren. Hohe Kerosinpreise waren für die Lufthansa ein Grund, warum sie bereits jetzt ihre Regionalflieger der Cityline am Boden lassen . Die Lufthansa verwies auf die deutlich gestiegenen Kerosinpreise, die sich im Vergleich zum Zeitraum vor dem Iran-Krieg "mehr als verdoppelt" hätten. Zudem gebe es steigende "Mehrbelastungen aus Arbeitskämpfen", erklärte der Konzern Zwar ist nach Konzernangaben der Kerosinverbrauch der Passagier-Airlines der Gruppe "auf Basis des Rohöl-Preises mit rund 80 Prozent überdurchschnittlich hoch abgesichert". Die verbleibenden 20 Prozent müssen demnach aber "zu den deutlich gestiegenen Marktpreisen gekauft werden". Dieser besonders teure Anteil des Treibstoffbedarfs werde durch die Maßnahmen "um rund zehn Prozent reduziert".
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