FC Bayern: Fehlstart und viele Baustellen – Der "FC Hollywood" ist zurück

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Der FC Bayern hat mit zwei Unentschieden in Folge einen Fehlstart ins neue Jahr hingelegt. Der "FC Hollywood" ist zurück und sorgt selbst für Schlagzeilen.Es herrschten Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Münchner Allianz Arena. Steffen Baumgart war das aber egal. Der Trainer des 1. FC Köln coachte sein Team nämlich trotzdem nur im T-Shirt – und mit seiner Kultkappe als Kopfbedeckung.Wie das funktionierte? Der 51-Jährige stand bei dem 1:1, das sein Team dem FC Bayern am Ende abtrotzte, einfach in jeder der 90 Minuten unter Dauerstrom, tigerte ununterbrochen an der Seitenlinie entlang, gestikulierte, rief seinen Profis Anweisungen zu – der Ex-Profi spielte als zwölfter Mann seines Teams quasi mit.Aber war ihm nicht trotzdem irgendwann kalt? "Nein. Es war ja ein erwärmendes Spiel von beiden Seiten. Ich wurde durch Fußball erwärmt", sagte er hinterher. Seine Energie schien er mit seinem leidenschaftlichen Coaching jedenfalls tatsächlich auf seine Spieler übertragen zu können.Julian Nagelsmann war das nur bedingt gelungen, obwohl auch er das Spiel seiner Mannschaft ebenfalls sehr aktiv und emotional begleitete. Ob es wohl daran lag, dass der Bayern-Coach einen knielangen Daunenmantel und Handschuhe trug? Wohl kaum. Nein, das hatte andere Gründe.Kimmich: "Müssen über Bereitschaft und Einstellung reden""Über die erste Halbzeit müssen wir sicher reden, vor allem, was die Herangehensweise, was die Bereitschaft und die Einstellung angeht", sagte Joshua Kimmich, der die Bayern mit seinem Traumtor aus knapp 20 Metern in letzter Minute (90.) vor einer Niederlage bewahrt hatte."Am Ende ist es relativ einfach zu ändern, es ist keine Sache von Taktik, Technik oder Fitness, sondern die Bereitschaft", so Kimmich, "wir müssen gieriger und griffiger auftreten, das hat uns im letzten Jahr ausgezeichnet. Ich erwarte, dass wir das relativ schnell geändert bekommen."Jetzt steckt Bayern doch in der WM-KriseIn die WM-Pause hatten die Münchner sich noch mit zehn Pflichtspielsiegen in Folge verabschiedet. Diese Serie riss nun in den letzten zwei Hinrundenspielen mit den beiden Unentschieden in Leipzig (ebenfalls 1:1) und gegen Köln. Der Fehlstart ins neue Jahr ist damit perfekt."Die zwei Punkte aus zwei Spielen sind zu wenig für das, was wir uns vorstellen. Ich hoffe, dass der Rückrunden-Start besser ist", sagte Nagelsmann. Dessen Team steckt nun doch in der befürchteten Post-WM-Krise.Salihamidzic: "Haben den Saisonstart verschlafen""Wir haben den Saisonstart klassisch verschlafen. Warum, das kann ich auch nicht erklären", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic, "jetzt ist es höchste Zeit, dass wir umschalten und begreifen, dass es jetzt um die Meisterschaft geht."Bayern ist nach wie vor Tabellenführer, Verfolger RB Leipzig ist aber bereits wieder auf vier Punkte herangerückt. Eintracht Frankfurt, Union Berlin und der SC Freiburg könnten am Mittwochabend den Rückstand sogar auf drei Zähler verkürzen. Und am Samstag (18.30 Uhr) kommen die formstarken Hessen aus Frankfurt zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte nach München.Nächsten Mittwoch folgen dann das Pokalspiel in Mainz und am 14. Februar das Achtelfinalhinspiel in der Champions League bei Paris Saint-Germain.Alarmstimmung beim FC Bayern"Es ist genug Zeit, aber es ist wichtig, dass wir jetzt alle wach und aktiv werden", sagte Salihamidzic. Beim FC Bayern herrscht also bereits Alarmstimmung.Zudem sorgen zahlreiche Nebenbaustellen bei den Münchnern momentan mal wieder für Unruhe und lenken den Rekordmeister von seinem eigentlichen Kerngeschäft ab.Tapalovic-Rauswurf sorgt für SchlagzeilenNach der Unterschenkelfraktur von Manuel Neuer hatten die Münchner mit der Verpflichtung von Yann Sommer die wohl größte Baustelle eigentlich gerade erst geschlossen. Am Montag sorgten sie dann aber mit der Entlassung von Torwarttrainer Toni Tapalovic selbst wieder für Schlagzeilen und die Fortsetzung des Torwarttheaters."Das ist keine Entscheidung gegen Manuel Neuer – das ist wichtig", sagte Nagelsmann über die Trennung von Neuers engstem Vertrauten. Und auch Salihamidzic betonte: "Das hat mit Manuel überhaupt nichts zu tun, sondern hatte damit zu tun, dass wir uns auf dieser Position neu orientieren wollten.""Amateurhaft" – Salihamidzic kritisiert GnabryÜberhaupt kein Verständnis hatte der Bayern-Boss für Serge Gnabry, der am Wochenende – zwischen den beiden wichtigen Spielen – nach Paris zur Fashion Week gereist war."Das ist amateurhaft. Das ist genau das, was ich nicht mag. Das ist nicht Bayern München, irgendwo rumzuturnen, wenn man einen freien Tag hat", schimpfte Salihamidzic und kündigte für Mittwoch ein Gespräch mit dem Nationalspieler an, der gegen Köln eine schwache Partie geliefert hatte und deshalb zur Halbzeit ausgewechselt wurde. Der "FC Hollywood" ist zurück.Thomas Müller nur noch ErsatzGar nicht erst in der Startelf stand dagegen Thomas Müller – und zwar zum zweiten Mal in Folge. Sprechen wollte er darüber anschließend nicht. "Die Protagonisten kommen ja noch", sagte er nur knapp.Dass sich der 33-Jährige eigentlich weiterhin selbst als solcher beim FC Bayern versteht, ist kein Geheimnis. Mit jedem weiteren Spiel, in dem Nagelsmann ihn auf die Bank setzt, wird die Causa Müller aber zwangsläufig ein immer schwieriger zu moderierendes Thema werden."Thomas wird schon noch einige Tore für uns schießen in dieser Saison. Wir haben größtes Vertrauen in ihn. Er kennt das Geschäft und wird seine Chance suchen und finden", sagte Salihamidzic."Bei Bayern München ist immer Unruhe, wenn du nicht gewinnst", sagte Nagelsmann. "Natürlich gab es ein paar Themen, aber wir haben das intern angesprochen und ich würde die Dinge nicht zu hoch hängen. Die Dinge außenrum sind mir zu viel Alibi. Wir sind alle Profis und wollen Spiele gewinnen."Als Nagelsmann das auf der Pressenkonferenz sagte, saß er im warmen Bauch der Münchner Arena neben Baumgart. Der Köln-Coach hatte einen Kapuzenpulli drübergezogen. Ohne den erwärmenden Fußball seiner Mannschaft können speziell in München auf einen Trainer eben schnell frostige Zeiten zukommen.
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