FC Bayern: Jan-Christian Dreesen fordert drastischen Schritt von der Uefa

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Das Auswärtsspiel des FC Bayern bei der PSV Eindhoven bietet nicht nur aus sportlicher Sicht viel Brisanz. Münchens Vorstandschef fordert deshalb Maßnahmen von der Uefa. Für das Achtelfinale der Champions League hat sich der FC Bayern bereits vor dem abschließenden Auswärtsspiel der Ligaphase am Mittwochabend bei der PSV Eindhoven qualifiziert. Sportlich bietet das Duell für den deutschen Rekordmeister trotzdem noch eine gewisse Brisanz. Schließlich geht es darum, sich mit noch mindestens einem Punktgewinn Platz zwei und damit das Heimspiel in den Rückspielen der K.o.-Phase bis zum Halbfinale zu sichern (mehr dazu lesen Sie hier ). Kimmich kannte sie nicht: Diese neue Regel verändert alles Niederlage mit Folgen: Dieser große Bayern-Traum ist schon geplatzt Mit brisantem Banner: Bayern-Fans attackieren Klub-Bosse Aber auch abseits des sportlichen Wettbewerbs ist die Dienstreise der Münchner nach Eindhoven ein heißes Pflaster. Wie unangenehm ein Trip in die Niederlande speziell für die Fans werden kann, hat der VfB Stuttgart erst im November bei seinem Spiel in der Europa League bei den Go Ahead Eagles (4:0) in Deventer erlebt. Die Fans mussten eine in Europa nicht unübliche Schikane über sich ergehen lassen: Sie mussten sich vor dem Spiel zu einem "Meeting Point" abseits des Stadions begeben und bekamen ihre Tickets auch dort erst ausgehändigt. VfB-Vorstandsboss Alexander Wehrle begab sich damals vor dem Spiel selbst zum von der Polizei für die Fanbusse vorgeschriebenen Treffpunkt – und berichtete Erschreckendes. "Beim Aussteigen haben die Fans wirklich erstmal Knüppel in den Rücken oder in den Nacken bekommen. Von der Polizei!", sagte Wehrle. "Das ist völliger Irrsinn!" Die Fans seien "erstmal wie Schwerverbrecher" behandelt worden. Dreesen: "Da ist Ärger vorprogrammiert" Ein ähnliches Szenario drohte nun offenbar auch dem FC Bayern. Wie t-online berichten kann, sprach Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen genau darüber kürzlich am Rande eines Termins. "Ich finde das in Teilen schlimm, wie Fans da kriminalisiert werden und wie mit ihnen umgegangen wird. Das ist absolut nicht in Ordnung", sagte Dreesen. Er berichtete noch einmal vom Bayern-Spiel Anfang November in Paris (2:1), wo der Polizeipräsident aus seiner Sicht "völlig willkürlich entschieden" habe, "dass die Fanbusse aus München sich alle an einem Ort einzufinden haben. Die haben dann stundenlang da gestanden." Ohne entsprechende sanitäre Anlagen vor Ort und Möglichkeiten zur Verpflegung. "Das kann so nicht sein", schimpfte Dreesen. Im Vorfeld des Eindhoven-Spiels sei von der ortsansässigen Polizei wieder die Ansage gekommen, dass sich alle Fans an einen Ort zu begeben hätten, schilderte er weiter. Und auch dort dann erst ihre Tickets ausgehändigt bekommen sollten. "Das ist rein organisatorisch ein absoluter Albtraum", so Dreesen. "Das ist nicht nur eine stundenlange Thematik, sondern da ist Ärger vorprogrammiert." Bayern wendet offenbar Albtraum-Szenario ab Um ein solches Szenario abzuwenden, ging der FC Bayern mit den Verantwortlichen und speziell der PSV Eindhoven in einen kooperativen Austausch. Offenbar mit Erfolg: Die Bayern-Fanbusse müssen sich zwar immer noch an einem gesammelten Ort einfinden, allerdings liegt der zentral in der Nähe des Hauptbahnhofs – beim Vibes Sports- und Eventcenter. Von dort aus sind es dann nur noch knapp zehn Minuten zu Fuß bis zum Phillips-Stadion. Die leeren Busse dürfen im Anschluss direkt am Gästeeingang parken, wo die Fans dann nach der Partie wieder abgeholt werden. Das teilte der FC Bayern auf seiner Klub-Homepage mit. Außerdem haben die Anhänger ihre Tickets nach t-online-Informationen bereits vorab digital erhalten. "Jetzt haben wir, glaube ich, einen Weg gefunden, wie das besser geht", sagte Dreesen zufrieden und betonte dennoch: "Aber teilweise sind das insbesondere in einigen Ländern Europas Zustände, die nicht in Ordnung sind." "Dort dürfen keine Spiele mehr stattfinden" Der Bayern-Boss erwähnte in diesem Zusammenhang auch die Vorfälle beim Spiel in London beim FC Arsenal (1:3) Mitte November. Dabei war es zwischen Bayern-Ultras und der englischen Polizei zum Streit um ein Banner am Fanblock gekommen. "Und als Maßnahme der Vergeltung ist dann nach dem Spiel das passiert, was passiert ist", sagte Dreesen. Wie Augenzeugen berichten, gingen die Polizisten nach der Partie vor dem Fanblock mit Knüppeln auf die Münchner Fans los. "Da werden solche Kollateralschäden einfach in Kauf genommen. Das ist das, was ich verurteile", so Dreesen. "Das kann nicht die Zukunft des europäischen Klubfußballs sein." Zu ändern seien diese Dinge aber nicht so einfach, weil eben die Polizei in den jeweiligen Städten über die Maßnahmen entscheidet, die die Auswärtsfans betreffen. "Die einzige Antwort ist meiner Meinung nach, dass dort dann keine Spiele mehr stattfinden dürfen. Das traut sich die Uefa aber natürlich nicht so ohne weiteres." Bayern-Boss fordert drastische Maßnahme von der Uefa Der Bayern-Boss kündigte trotzdem an, diese Zustände nicht weiter kampflos hinnehmen zu wollen. "Das Einzige, was wir probieren können, was ich probieren kann, ist, über die europäische Klubkommission (die European Club Association ECA; Anm. d. Red.) Einfluss auf die Uefa zu nehmen", sagte Dreesen. Bayern-Boss exklusiv: "Bayern ohne die beiden, das ist sehr schwer vorstellbar" Nur über die Uefa könne man dann wiederum auf die jeweiligen Städte zugehen. "Wenn das in einer Stadt permanent vorkommt, dass mit Fans, die ja Gäste sind, so umgegangen wird, kann das nicht sein", so Dreesen weiter. Erst recht könne es nicht sein, "dass auf die eingeprügelt wird. Dann müsste man sich doch die Frage stellen, warum dann solche Klubs aus solchen Städten überhaupt noch ein Heimrecht haben und nicht an einem neutralen Ort spielen müssen." Das sei natürlich "eine harte Maßnahme, die eigentlich keiner haben will", so der 57-Jährige weiter. Deswegen sei man an diesem Punkt auch noch lange nicht. "Aber der aktuelle Trend, der in einigen Ländern Europas, momentan in den Niederlanden, aber nicht nur dort, vorherrscht – das ist nicht akzeptabel."
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