FC Bayern | Wiedersehen mit Paul Wanner: Lennart Karl lebt seinen Traum

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In der Champions League kommt es für ein Supertalent zu einem besonderen Wiedersehen mit den Bayern. Der 20-Jährige trifft eine Zukunftsentscheidung mit Folgen. Wo Paul Wanner hinwill und was sein ganz großes Ziel ist, daran lässt das 20 Jahre alte Toptalent keinen Zweifel. "Ich träume davon, bei einer WM zu spielen", sagte Wanner vergangene Woche der "Sport Bild". "Aber bis dahin will und muss ich erst einmal Woche für Woche Leistung bringen." Als Nächstes gilt das am abschließenden Ligaspieltag der Champions League , wo es für ihn persönlich zu einem ganz besonderen Duell kommen wird: Mit der PSV Eindhoven trifft er dabei am Mittwoch auf den FC Bayern , von dem er im Sommer für 15 Millionen Euro in die Niederlande gewechselt war (ab 21 Uhr im Liveticker bei t-online). Niederlage mit Folgen: Dieser große Bayern-Traum ist schon geplatzt Kimmich kannte sie nicht: Diese neue Regel verändert alles Am Scheideweg: Bayern-Supertalent abgestürzt Es ist noch nicht allzu lange her, da stellte sich bei Wanner nicht die Frage, ob er an der Weltmeisterschaft im Sommer teilnehmen wird, sondern lediglich, für welche Nation er dabei auflaufen wird. Sowohl der österreichische als auch der deutsche Verband warben schließlich intensiv um den offensiven Mittelfeldspieler. Angeblich soll sich Wanner nun entschieden haben, mit welchem Verband er seinen großen WM-Traum verwirklichen will. Wie "Münchner Merkur/tz" berichten, möchte Wanner nämlich für Österreich, das Heimatland seiner Mutter, spielen und mit Teamchef Ralf Rangnick zum Turnier in den USA, Kanada und Mexiko fahren. Dem widersprach er allerdings auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in München und sagte: "Das ist nicht wahr." Wanner ist aber in jedem Fall an einem Scheidepunkt seiner Karriere angekommen, an dem es weitreichende Weichen zu stellen und Entscheidungen zu treffen gilt. Wanner-Wende nach Karriereknick Noch vor ein paar Monaten hätte die Nachricht von Wanners möglicher Absage das Lager des DFB wohl in einen schockartigen Zustand versetzt. Nun dürfte sich der Aufschrei über den möglicherweise drohenden Verlust des 20-Jährigen wohl aber in Grenzen halten. Warum? Weil die zuvor so steil bergauf verlaufene Karriere ausgerechnet in der WM-Saison zuletzt zwischenzeitlich deutlich ins Stocken geraten war. Wanner tat sich nach seinem Wechsel nach Eindhoven äußerst schwer und wurde in den ersten Monaten kaum von seinem Trainer Peter Bosz berücksichtigt. Auch aufgrund einer Knöchelverletzung, mit der er bei seinem neuen Klub ankam, durchlebte Wanner den ersten Karriereknick . In der Folge wurde der Linksfuß, der mehrere Nachwuchsteams des DFB durchlaufen hat, im vergangenen November nicht mehr vom deutschen U21-Nationaltrainer Antonio di Salvo nominiert. Mittlerweile haben sich die Dinge aber wieder etwas geändert. Zum Jahreswechsel kämpfte sich Wanner erfolgreich aus seinem Formtief und in Abwesenheit seines Konkurrenten Ismail Saibari, der am Afrika-Cup teilnahm, in Eindhoven in die Stammelf. Häufig kommt er dort nun etwas zurückgezogen im zentralen Mittelfeld im Einsatz und zieht dort die Fäden. Wanner überzeugt auf neuer Position In 17 Pflichtspielen kommt er mittlerweile auf neun Startelfeinsätze und drei Tore. Bosz lobte seinen neuen Sechser zuletzt: "Auf dieser Position muss man absolut gefestigt sein, denn man darf den Ball nicht verlieren. Er ist ballsicher, trifft logische Entscheidungen und ist sehr hartnäckig." Im Duell mit seinen Bayern wird Wanner einer der Schlüsselspieler sein. Das, sagte er vor dem brisanten Wiedersehen, sei sicher "kein alltägliches Spiel". Von Revanche- oder gar Rachegelüsten aber will er nichts wissen. "Es gibt kein böses Blut. Es ist alles in Ordnung." Er sei den Bayern vielmehr "sehr dankbar". Eberl kritisierte Wanner nach Abschied Von denen hatte er sich im Sommer aber auch nicht ganz ohne Nebengeräusche verabschiedet. Dass Wanner trotz des langfristigen Ausfalls von Jamal Musiala im offensiven Mittelfeld keine Perspektive für sich sah, missfiel auch Sportvorstand Max Eberl . "Wir wollen an Spieler glauben und mit Spielern arbeiten, die Bock darauf haben, Bayern-München-Spieler zu werden", sagte Eberl damals, nachdem der Verkauf des Jungstars beschlossen worden war. "Und da gehören halt Schritte dazu. Und da gehört auch Mut dazu." Den sprach Eberl Wanner damit zumindest indirekt ab. Und während Wanner bei Eindhoven auf der Bank saß, spielte sich in dessen Abwesenheit beim FC Bayern in den Monaten ein anderes Supertalent ins Rampenlicht: Lennart Karl. Mit starken Leistungen hat sich der 17-Jährige nicht nur in München etabliert, sondern auch für die deutsche A-Nationalmannschaft zumindest in Stellung gebracht. Eine WM-Nominierung wäre längst keine Überraschung mehr. Wanner dürfte das mit gemischten Gefühlen und einer aus seiner Sicht bitteren Erkenntnis verfolgen: Karl nutzt nämlich genau jene Chance, die er vor der Saison in München für sich selbst nicht sah. Und nicht nur dort hat Wanner sein einst so gutes Standing mittlerweile partiell verloren, sondern auch bei der Nationalelf. "Jeder hat seinen eigenen Weg. Karl macht es hervorragend. Aber ich habe meinen eigenen Weg. Und der wird auch erfolgreich sein", sagte Wanner. Noch im November 2024 hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann ihn in den DFB-Kader für die Nations League berufen wollen. Wanner sagte damals ab, weil er sich damals noch nicht zwischen Deutschland und Österreich entschieden hatte. Seitdem zogen neben Karl auch andere Toptalente wie Saïd El Mala oder Assan Ouédraogo in der Gunst des Nationalcoaches an ihm vorbei. "Es liegt nur an ihm selbst" "Wenn ich Pauls Talent gehabt hätte, hätte ich mit 19 schon 100 Spiele für Bayern gemacht", sagte Hermann Gerland , der Wanner aus München kennt und den er bei der U21 betreute, im Juni. Auch er schien das Vorurteil vom Talent ohne Biss zu bestätigen. "Paul hat vom lieben Gott so viel Talent geschenkt bekommen wie nur ganz, ganz wenige andere auf diesem Planeten. Vielleicht noch Wirtz und Musiala", meinte Gerland und betonte: "Es liegt nur an ihm selbst. Paul muss Gas geben!" Das will er ab sofort für Eindhoven und offenbar Österreich tun. Als Erstes sollen das die Bayern zu spüren bekommen. Und im Sommer dann auch die deutsche Nationalmannschaft. Für Wanner geht es ab sofort darum, beiden Teams zu beweisen, dass er als Teil davon auch dort den Unterschied hätte ausmachen können. Zumindest beim FC Bayern haben die Verantwortlichen die Hoffnungen darauf noch nicht komplett aufgegeben und sich im Rahmen des Transfers nicht ohne Grund eine Rückkaufklausel gesichert. Was jedoch die Nationalmannschaft betrifft, wäre Wanners Entscheidung aber eine endgültige.
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