FLUCHT VOM HINDUKUSCH: Mission gescheitert - Letzte deutsche Soldaten verlassen Afghanistan

3 monate vor


Die Bundeswehr ist nach knapp zwei Jahrzehnten aus Afghanistan abgezogen. "Nach fast 20 Jahren Einsatz haben heute Nacht die letzten Soldatinnen und Soldaten unserer Bundeswehr Afghanistan verlassen. Sie sind nun auf dem Weg nach Hause", erklärte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die derzeit in den USA zu Besuch ist, am Dienstagabend. Mit dem Abzug gehe ein historisches Kapitel zuende, ein intensiver Einsatz, der die Bundeswehr gefordert und geprägt und in dem sich die Truppe im Kampf bewährt habe. "Ein Einsatz, bei dem Angehörige unserer Streitkräfte an Leib und Seele verletzt wurden, bei dem Menschen ihr Leben verloren haben, bei dem wir Gefallene zu beklagen hatten. Meine Gedanken sind bei ihnen, sie bleiben unvergessen." In den vergangenen knapp 20 Jahren waren rund 150.000 Bundeswehr-Soldaten am Hindukusch im Einsatz, viele von ihnen mehrfach. 59 deutsche Soldaten kamen in dem Land ums Leben, 35 von ihnen wurden im Gefecht oder durch Anschläge getötet. Für Deutschland ist es damit der tödlichste Militäreinsatz seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Zuletzt hatte die Bundeswehr noch Soldaten in einem großen Feldlager in Masar-i-Scharif im Norden des Landes sowie im Hauptquartier in Kabul stationiert. Die radikal-islamischen Taliban sind seit einigen Wochen auch im Norden wieder auf dem Vormarsch. Die Gewalt nimmt im ganzen Land zu. Zu Beginn des Abzuges hatte die Bundeswehr erklärt, sie werde rund 800 Container-Ladungen Material nach Deutschland zurückverlegen, darunter Fahrzeuge, Hubschrauber, Waffen und Munition. Das multinationale Feldlager in Masar-i-Scharif, das die Bundeswehr führte, war zuletzt mit Mörsern verstärkt worden, um Angriffe der radikal-islamischen Taliban während der Abzugsphase abzuwehren. Die Taliban hatten Afghanistan von 1996 bis zu ihrem Sturz durch die US-geführte Truppen 2001 beherrscht und die Menschenrechte, vor allem aber die Rechte der Frauen, im Land massiv beschnitten. Seit ihrer Vertreibung von der Macht kämpften sie gegen die ausländischen Truppen und die Regierung in Kabul. Kramp-Karrenbauer kündigte eine Bilanz des Einsatzes an. "Wir werden offen darüber reden, was gut war, was nicht gut war und was wir gelernt haben", erklärte die Ministerin. Im Sommer sollten mit einem Festakt all diejenigen gewürdigt werden, die im Afghanistan-Einsatz gedient hätten. #afghanistan #bundeswehr #taliban Der WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg Abonniere den WELT YouTube Channel http://bit.ly/WeltVideoTVabo Die Top-Nachrichten auf WELT.de http://bit.ly/2rQQD9Q Unsere Reportagen & Dokumentationen http://bit.ly/WELTdokus Die Mediathek auf WELT.de http://bit.ly/2Iydxv8 WELT Nachrichtensender auf Instagram https://bit.ly/IGWELTTV WELT auf Instagram http://bit.ly/2X1M7Hk In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen. Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team Video 2021 erstellt
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