Beim Saisonauftakt der Formel 1 liefern sich Mercedes und Ferrari ein heißes Duell um die Spitze. Am Ende entscheidet die Boxenstrategie. George Russell hat sich den Sieg beim Auftakt der Formel-1-Saison in Australien gesichert. Der britische Mercedes-Pilot setzte sich am Ende vor seinem Teamkollegen Kimi Antonelli und Charles Leclerc im Ferrari durch. Rekordweltmeister Lewis Hamilton kam im zweiten Ferrari auf Platz vier. Weltmeister Lando Norris schaffte es auf Rang fünf, Vierfach-Champion Max Verstappen fuhr von Platz 20 immerhin noch auf Rang sechs. Dabei war der Start gar nicht nach Geschmack der "Silberpfeile" verlaufen. Leclerc war von Startplatz vier auf Platz eins vorgefahren, Hamilton von Platz sieben auf Platz drei. Russell büßte hingegen seine Führung ein, Antonelli fiel von Platz zwei zeitweise sogar auf Rang sieben zurück. Im Anschluss entwickelte sich ein heißes Rad-an-Rad-Duell zwischen Leclerc und Russell mit mehreren Führungswechseln. Die Entscheidung brachte dann das Virtual Safety Car, das kommen musste, als Red-Bull-Pilot Isack Hadjar ausfiel. Die Mercedes-Piloten nutzten die langsame Rennphase für ihren einzigen Boxenstopp, Ferrari blieb hingegen draußen. Für die Scuderia war es die falsche Strategie. Audi musste bei seiner Premiere als Werksteam ein Aus noch vor dem Erlöschen der Roten Ampeln von Nico Hülkenberg verkraften. Doch dafür schaffte es der Brasilianer Gabriel Bortoleto sehr zum Vergnügen von Audi-Boss Gernot Döllner als Neunter gleich in die Punkte. So lief das Rennen Nach 91 Tagen Grand-Prix-Pause erwischte Leclerc im Ferrari einen starken Start. Der Monegasse nutzte die neue Startphase mit fünf Sekunden Puffer, ehe die Roten Ampeln erlöschen, am besten, um auf die richtige Drehzahl zu kommen. Noch vor der ersten Kurve zog Leclerc an Mercedes-Fahrer Russell vorbei, der in der Qualifikation noch souverän seine achte Pole Position errungen hatte. Oscar Piastri war da längst Zuschauer. Der WM-Dritte der vergangenen Saison kam auf dem Weg in die Startaufstellung ausgangs von Kurve vier auf den Randstein, verlor die Kontrolle über seinen McLaren und krachte in die Streckenbegrenzung. Ein Schock für den gebürtigen Melbourner Piastri, seine Familie und Fans. "Es war eine Kombination einiger Dinge: kalte Reifen, ich habe den Randstein am Ausgang der Kurve erwischt, das war mein Fehler, und ich hatte mehr Leistung, als ich erwartet hatte", erklärte Piastri zerknirscht sein Aus. "Ein sehr enttäuschendes Ende. Es schmerzt sehr." Damit bleibt es dabei: Einen Australier auf dem Podium des Heim-Grand-Prix gibt es weiter nicht. Und auch Nico Hülkenberg erlebte ein Desaster. Technische Probleme zwangen den Rheinländer mit seinem Audi noch vor dem Start in die Garage. Aber auch von dort konnte der einzige deutsche Fahrer im Feld nicht Gas geben. Vor den Augen von Unternehmenschef Gernot Döllner war es zunächst ein frustrierender Start für den deutschen Hersteller, der seine Premiere als Werksteam in der Motorsport-Königsklasse feiert. Es war ein vielversprechender Auftakt in die größte Regelrevolution der Formel-1-Geschichte mit neuen Motoren und neuen Autos. Da fast 50 Prozent der Leistung von einer Batterie kommen, sind die Fahrer zu permanentem Energie-Management gefordert. Sie müssen die richtige Balance zwischen Aufladen und Angreifen finden. So sollen die Rennen unberechenbarer werden. Das erste Fazit: Das neue Konzept wirkt. An der Spitze lieferten sich Leclerc und Russell einen knallharten Positionskampf. Nach einem Crash in der Qualifikation und ohne gezeitete Runde musste der viermalige Weltmeister Max Verstappen von Platz 20 aus das Feld von hinten aufrollen und arbeitete sich in die Punkteränge vor. Und zwischendurch zwangen immer wieder technische Probleme Fahrer zum vorzeitigen Aus. Von Isack Hadjar, der bei seinem Red-Bull-Debüt gleich von Position drei starten durfte, bis Valtteri Bottas, der Stammfahrer für das neue US-Team Cadillac ist. Die erste Virtuelle Safety-Car-Phase nach der Ausfahrt von Hadjar auf den Grünstreifen nutzten Russell und Antonelli zum Boxenstopp. Anstatt sich aber ebenfalls harte Reifen aufzuziehen, handelte der Kommandostand von Ferrari nicht. "Wenigstens einen von uns hättet ihr reinholen sollen", reagierte Rekordweltmeister Lewis Hamilton ungläubig. An der Spitze drehten aber Russell und Antonelli cool ihre Runden. Leclerc und Hamilton konnten das Mercedes-Duo nicht mehr einfangen. Russell jubelte beim Durchfahren der Ziellinie.