FROMMER WUNSCH: Baerbock fordert nach Plagiatsvorwürfen mehr Fairness im Bundestagswahlkampf

3 monate vor


Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat nach den gegen sie gerichteten Plagiatsvorwürfen mehr Fairness im Bundestagswahlkampf gefordert. Demokratische Parteien müssten "in Respekt und Anstand miteinander diskutieren - vor allem über die großen Zukunftsfragen", sagte Baerbock am Wochenende. Ex-Familienministerin Franziska Giffey (SPD) nannte Anfeindungen gegen Politiker eine "Gefahr für die Demokratie". FDP-Chef Christian Lindner sagte derweil, er halte die Frage "Schwarz oder Grün im Kanzleramt" zugunsten der CDU/CSU für entschieden. Baerbock sagte, es gebe "Beharrungskräfte, die Veränderung verhindern und sachliche Debatten über die besten Ideen für unser Land überdecken wollen". Die Grünen-Chefin wies erneut die Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit ihrem neuen Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern wollen" zurück. "Es ist gerade keine Doktorarbeit", betonte sie in einem Interview mit den Funke-Zeitungen (Samstagsausgaben) und der französischen Zeitung "Ouest-France". In dem Buch stünden die "großen politischen Fragen" im Mittelpunkt: "die Klimakrise, die Zukunft von Kindern und Familien, der Zusammenhalt in der Gesellschaft". Auf all diesen Feldern müsse Deutschland sich erneuern. Der Medienwissenschaftler Stefan Weber hatte Baerbock mehrere wörtliche Übernahmen in ihrem neuem Buch vorgeworfen. Weber sprach dabei von Urheberrechtsverletzungen. Die Grünen entgegneten, bei den beschriebenen Passagen handele es sich um allgemein zugängliche Fakten oder bekannte grüne Positionen. Baerbock sieht sich als Opfer von "Fake-News" über ihre Person. Die Kanzlerkandidatin steht seit Wochen in der Kritik. So musste sie nachträglich dem Bundestag Nebeneinkünfte melden und ihren im Internet veröffentlichten Lebenslauf korrigieren. Derzeit haben sowohl Baerbock als auch ihre Partei mit rückläufigen Umfragewerten zu kämpfen. Im wöchentlichen "Sonntagstrend" des Insa-Instituts für die "Bild am Sonntag" kommt die CDU/CSU weiterhin auf 28 Prozent, die Grünen fallen um einen Punkt auf 18 Prozent. Sie liegen damit nur noch knapp vor den Sozialdemokraten mit unverändert 17 Prozent. Auch die Werte für die FDP mit zwölf und die Linkspartei mit sieben Prozent bleiben unverändert. Die AfD sinkt um einen Punkt auf zehn Prozent.  In der Kanzler-Direktwahlfrage verliert Baerbock vier Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche und erreicht nur noch 14 Prozent. SPD-Kandidat Olaf Scholz gewinnt einen Punkt hinzu, Unionskandidat Armin Laschet (CDU) verliert einen, beide kommen auf jeweils 18 Prozent. Giffey kritisierte den Umgang mit Politikern. "Wir müssen uns in Deutschland mal fragen, wie wir mit denen umgehen, die sich bereit erklären, ihr Leben, ihre Kraft, ihre Nerven, ihre ganze Arbeit für ein politisches Amt zur Verfügung zu stellen", sagte die SPD-Politikerin der "Bild am Sonntag". "Wenn jemand, der sich politisch engagiert, Freiwild ist für jede Form des Angriffs, der Diffamierung und der rücksichtslosen Hetze, ist das eine Gefahr für die Demokratie." Giffey, die von ihrem Amt als Bundesfamilienministerin wegen Plagiatsvorwürfen zurückgetreten war und jetzt als Berliner SPD-Bürgermeisterkandidatin antritt, beklagte einen "Automatismus" in Deutschland: "Es muss sich nur einer finden, der einen Plagiatsvorwurf erhebt, schon wird die Person komplett infrage gestellt und damit beschädigt." FDP-Chef Lindner sagte dem "Münchner Merkur" vom Samstag, Baerbock als Kanzlerin sei ein "geradezu fiktives Szenario". Es sei "fast sicher, dass der Auftrag zur Regierungsbildung an die Union gehen wird", so Lindner. Die verbleibende Frage laute "Schwarz-Grün oder eine Koalition, an der die FDP beteiligt ist".  #baerbock #plagiat #wahlkampf Der WELT Nachrichten-Livestream http://bit.ly/2fwuMPg Abonniere den WELT YouTube Channel http://bit.ly/WeltVideoTVabo Die Top-Nachrichten auf WELT.de http://bit.ly/2rQQD9Q Unsere Reportagen & Dokumentationen http://bit.ly/WELTdokus Die Mediathek auf WELT.de http://bit.ly/2Iydxv8 WELT Nachrichtensender auf Instagram https://bit.ly/IGWELTTV WELT auf Instagram http://bit.ly/2X1M7Hk In eigener Sache: Wegen des hohen Aufkommens unsachlicher und beleidigender Beiträge können wir zurzeit keine Kommentare mehr zulassen. Danke für Eurer Verständnis - das WELT-Team Video 2021 erstellt
Aus der Quelle lesen