Glaukom: Besser auf hohe Kopfkissen verzichten

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Rückenschläfer mit Glaukom sollten womöglich besser auf hohe Kopfkissen verzichten. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie. Für Menschen mit einem Glaukom (auch grüner Star genannt), die beim Schlafen die Rückenlage bevorzugen, ist es wahrscheinlich von Vorteil, nachts ohne Kopfkissen zu ruhen. Darauf deutet eine kürzlich in der Fachzeitschrift "British Journal of Ophthalmology" veröffentlichte Studie hin. Demnach kann eine erhöhte Kopflagerung den Augeninnendruck eher steigern, statt ihn, wie bislang angenommen, zu senken. Welche Rolle spielt der Augeninnendruck beim Glaukom? Ein Glaukom ist eine chronische Augenerkrankung, bei der der Sehnerv zunehmend geschädigt wird. Hauptrisikofaktor ist ein erhöhter Augeninnendruck. Dieser entsteht meist, wenn das Kammerwasser, das den Hohlraum zwischen Linse und Hornhaut füllt, im Auge nicht richtig abfließen kann. Ohne frühzeitige Behandlung drohen Gesichtsfeldausfälle bis hin zur Erblindung. Der Augeninnendruck schwankt für gewöhnlich im Tagesverlauf und ist nachts beziehungsweise in den frühen Morgenstunden in der Regel am höchsten. Dabei steigt der Druck insbesondere beim Hinlegen, wenn der Körper aus der aufrechten Position ins Liegen wechselt. Eine halb liegende Position mit deutlich erhöhtem Oberkörper beim Schlafen könnte dabei helfen, das Ansteigen des Augeninnendrucks in der Nacht zu vermeiden, ist jedoch nicht allzu komfortabel. Aus früheren Untersuchungen war bekannt, dass der Innendruck im Vergleich zur flachen Rückenlage bei Seitenschläfern um etwa 1,5 bis 3,2 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und bei Bauchschläfern um etwa 5 mmHg erhöht ist. Die Forscher wollten deshalb untersuchen, ob es genügt, den Kopf in Rückenlage höher zu lagern, statt mit deutlich erhöhtem Oberkörper zu schlafen. Denn auch vorübergehende Druckerhöhungen können dazu beitragen, den Sehnerv weiter zu schädigen. Glaukom: Wer zu viel oder zu wenig schläft, riskiert Augenschäden Grüner Star: Übergewicht kann sich nachteilig auswirken Studie mit überraschendem Ergebnis Das Forschungsteam um Tong Liu vom Eye Center der Zhejiang-Universität in China untersuchte 144 Menschen mit verschiedenen Glaukomformen, darunter Offenwinkel- und Normaldruckglaukom. Über 24 Stunden wurde bei den Testpersonen alle zwei Stunden der Augeninnendruck gemessen. Nachts schliefen die Teilnehmer zunächst ohne Kissen flach auf dem Rücken. Anschließend wurde der Kopf mithilfe von zwei Kissen um 20 bis 35 Grad angehoben. Zehn Minuten später erfolgte erneut eine Messung. Bei 67 Prozent der Probanden stieg der Augeninnendruck bei erhöhtem Kopf signifikant an, im Schnitt um 1,61 mmHg. Gleichzeitig sank der sogenannte okuläre Perfusionsdruck. Dieser Wert gibt an, wie gut der Sehnerv mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Ein niedrigerer Wert bedeutet eine schlechtere Durchblutung. Warum steigt der Druck im Auge bei erhöhter Lagerung? Den Forschern zufolge engt die schräge Lagerung des Kopfes durch dicke oder gestapelte Kissen die Halsvenen (Jugularvenen, auch Drosselvenen genannt) vermutlich mechanisch ein. Dadurch wird der venöse Rückfluss behindert und möglicherweise auch der Abfluss des Kammerwassers. Ultraschalluntersuchungen bei gesunden Testpersonen stützten diese Annahme: Mit Kissen war der Innendurchmesser der Vene (das Venenlumen) deutlich verengt. Einfache Maßnahme könnte die Behandlung ergänzen Die Autoren der Studie betonen, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt und weitere Untersuchungen nötig sind, um eindeutige Schlüsse über Ursache und Wirkung zu ziehen. Eine angepasste Schlafposition könnte jedoch eine einfache, ergänzende Strategie sein, um nächtliche Druckspitzen zu vermeiden. Die Forscher raten Menschen mit Glaukom daher dazu, lieber flach auf dem Rücken, ohne dickes Kissen zu schlafen beziehungsweise darauf zu achten, dass der Kopf im Liegen nicht stark abknickt.
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