Google-Trend "67": Warum der Bildschirm beim Suchen plötzlich wackelt

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Wer "67" bei Google sucht, erlebt eine Überraschung: Die Darstellung auf dem Bildschirm wackelt. Das steckt hinter dem viralen Trend, der weltweit Aufsehen erregt. Wer die Zahl "67" in die Google-Suche eingibt, bekommt mehr als nur Suchergebnisse zu sehen. Die Seite beginnt für einige Sekunden zu wackeln und zu zittern. Dabei handelt es sich nicht um einen technischen Fehler, sondern um ein sogenanntes Easter Egg – eine versteckte Funktion, mit der Google auf einen Internet-Trend reagiert. Die Animation soll eine charakteristische Handbewegung nachahmen, die zu dem Phänomen gehört: Beide Handflächen zeigen nach oben und bewegen sich abwechselnd auf und ab. Diese Geste hat sich zusammen mit dem Ausruf "Six Seven" seit dem Sommer 2025 zu einem viralen Meme entwickelt, das besonders bei Kindern und Jugendlichen der Generation Alpha (geboren zwischen 2010 und 2024) beliebt ist. Ursprung in der Rap-Musik Der Trend lässt sich auf den Song "Doot Doot (6 7)" des US-Rappers Skrilla zurückführen. Das Lied wurde Ende 2024 veröffentlicht und erreichte die oberen Ränge der amerikanischen Charts. In dem Track ruft Skrilla wiederholt "six seven", was die Zahlenfolge erstmals ins Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit brachte. Über die genaue Bedeutung des Begriffs herrscht Unklarheit. Es gibt jedoch Spekulationen: Einige vermuten einen Bezug zur 67th Street in Philadelphia, wo Skrilla herkommt, oder zu einer gleichnamigen Straße in Chicago , wo der Rapper angeblich Familie haben soll. Der Sprachwissenschaftler Taylor Jones hat spekuliert, dass es sich um eine Anspielung auf den Polizeifunk-Code "10-67" handeln könnte, der bei manchen US-Behörden für Todesfälle verwendet wird. Ein Sprecher der Polizei Philadelphia widersprach dieser Deutung jedoch und erklärte, dass die dortige Polizei diesen Code nicht nutze. Skrilla selbst hat in Interviews erklärt, dass er dem Begriff bewusst keine feste Bedeutung gegeben habe. Verbreitung durch Basketball und Social Media An Fahrt gewann das Phänomen durch die Verbindung zum Basketball. In viralen Videos auf TikTok wurde der Song mit Aufnahmen des NBA-Spielers LaMelo Ball kombiniert. Ball ist 2,01 Meter groß, was etwa sechs Fuß und sieben Zoll entspricht. Der Spieler der Charlotte Hornets bezeichnete "6-7" in einem Interview als seinen neuen Spitznamen. Ein weiterer Meilenstein war ein Video eines Jungen, der bei einem Basketballspiel die "67"-Geste zeigte. Das Kind wurde in sozialen Medien schnell als "67 Kid" bekannt. Das Video ging viral und trug maßgeblich zur Verbreitung des Trends bei. Dictionary.com kürt "67" zum Wort des Jahres Das Online-Wörterbuch dictionary.com wählte "67" im Oktober 2025 zum Wort des Jahres. Die Entscheidung basierte auf Datenanalysen, die einen dramatischen Anstieg der Suchanfragen zeigten. Seit Juni 2025 haben sich die Suchen nach dem Begriff mehr als versechsfacht. Steve Johnson, Direktor der Lexikografie bei der Dictionary Media Group, erklärte, dass es sich um eines der ersten Wörter des Jahres handle, das als Interjektion funktioniere. Menschen würden den Begriff rufen und aussprechen, bevor man sich auf eine Bedeutung geeinigt habe. Manche interpretieren "67" als "so-so" oder "vielleicht dies, vielleicht das". Andere nutzen den Ausdruck als Insider-Code, um Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu signalisieren. Reaktionen in Schulen und Alltag Der Trend hat mittlerweile Klassenzimmer in den USA , Großbritannien und Deutschland erreicht. Lehrkräfte berichten, dass Schüler lautstark "Six Seven" rufen, sobald die Zahl 67 im Unterricht auftaucht. Einige Schulen haben den Begriff bereits verboten. In den USA musste eine Fast-Food-Kette ihre Bestellnummer 67 streichen, weil Jugendliche beim Aufruf der Zahl regelmäßig lautstark reagierten und den Ablauf am Tresen störten. Auch in Deutschland wird bereits spekuliert, ob "Six Seven" in die Auswahl zum Jugendwort des Jahres gelangen könnte. Google pflegt Tradition versteckter Funktionen Das Easter Egg reiht sich in eine lange Liste versteckter Google-Funktionen ein. Wer etwa "do a barrel roll" in die Suche eingibt, sieht, wie sich die Ergebnisseite um 360 Grad dreht. Solche Überraschungen dienen als spielerische Elemente und zeigen, dass Google auf aktuelle Phänomene in der Internetkultur reagiert. Das "67"-Easter Egg funktioniert sowohl auf Desktop-Computern als auch auf mobilen Geräten. Nutzer müssen lediglich "67", "6-7" oder "6 7" in die Suchleiste eingeben und die Eingabetaste drücken. Die Animation dauert etwa zehn Sekunden und hat keinen Einfluss auf die angezeigten Suchergebnisse.
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