"Gran Torino" ist einer der erfolgreichsten Filme im Spätwerk von Clint Eastwood. Doch einer der Co-Stars hasst den Film aus einem ganz speziellen Grund. Clint Eastwood prägte das amerikanische Kino über Jahrzehnte hinweg als Schauspieler und Regisseur. Sein Werk definierte Genres wie den Western und den Thriller neu. Er bewies, dass Popularität und künstlerischer Anspruch kein Widerspruch ist. Als Regisseur drehte er Filme daher so, wie er sie sich als Schauspieler immer gewünscht hatte. "Gran Torino" aus dem Jahr 2008 hinterfragt das Bild des harten Einzelgängers, das er jahrelang verkörperte. Seine Figur Walt Kowalski ist ein Mann voller Vorurteile, welcher sich durch die Begegnung mit seinen hmong-amerikanischen Nachbarn wandelt. Sein Co-Star hasst jedoch "Gran Torino" aus einem klaren Grund. Darum geht es in "Gran Torino" Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist ein alter Kriegsveteran, welcher nach dem Tod seiner Frau allein in einem Vorort von Detroit lebt. Er ist ein verbitterter Mann und pflegt kaum Kontakt zu seinen Kindern oder Nachbarn. In seiner Garage steht ein makelloser Gran Torino aus dem Jahr 1972, den er wie einen Schatz hütet. Das Viertel hat sich verändert und wird inzwischen von einer hmong-amerikanischen Gemeinschaft geprägt. Kowalski begegnet seinen Nachbarn zunächst mit offenem Misstrauen und Ablehnung. Der junge Thao (Bee Vang) ist ein schüchterner Teenager aus der Nachbarschaft. Er versucht unter dem Druck einer Gang den Gran Torino zu stehlen. Kowalski ertappt ihn und zwingt ihn zur Wiedergutmachung durch Arbeit. Wiederwillig entsteht dabei eine Verbindung zwischen ihnen, die Kowalski nach und nach aus seiner Isolation zieht. Die Gang lässt Thao und seine Familie jedoch nicht in Frieden und die Lage spitzt sich zu. Kowalski muss entscheiden, wie weit er für seine neuen Nachbarn gehen will. "Gran Torino" Co-Star Bee Vang hasst den Film heute aus diesem Grund "Gran Torino" gilt auch heute noch als einer der großen Erfolge im Spätwerk von Clint Eastwood. Er führte Regie und spielte die Hauptrolle. An seiner Seite steht als Co-Star Bee Vang. Der damals 16-Jährige steht dem Film mittlerweile jedoch kritisch gegenüber. Er bemängelt, dass der anti-asiatische Rassismus , den der Film versucht zu adressieren, wenig nuanciert behandelt wird. Bereits zwei Jahre nach der Premiere kritisierte Vang das Skript. In einem Interview mit dem Hmong Studies Journal beschreibt er, dass ihn die Art befremdet, wie Charakter Thao mit Walts Rassismus umgeht. Die Figur hält die rassistischen Beleidigungen von Walt einfach aus. 2021 warf Vang in seinem Artikel für NBC dem Film vor, anti-asiatischen Rassismus in den Mainstream gebracht zu haben. Vang kritisiert im Artikel Kritik den Anstieg anti-asiatischer Gewalt während der Corona-Pandemie. Dabei gibt er auch Filmen wie "Gran Torino" die Schuld. Denn laut ihm ist der Rassismus, der einst als harmloser Humor verkleidet war, nun Alltag geworden. Der Film habe zwar die Sichtbarkeit asiatisch-amerikanischer Darsteller erhöht, aber gleichzeitig Feindseligkeit gegen diese Gruppe salonfähig gemacht. Vang sieht darin keinen Widerspruch. Laut ihm schützt Repräsentation allein nicht vor Schaden, wenn die Darstellung selbst rassistische Muster bedient. Eastwood selbst oder die Drehbuchautoren des Filmes, Nick Schenk und Dave Johannson, haben sich nie zu diesen Äußerungen zu Wort gemeldet. "Gran Torino" läuft am Samstag, 28. März, um 20.15 Uhr bei RTLZWEI. Alternativ ist der Film bei Magenta TV als Kauf- oder Leih-Version verfügbar. Noch kein passendes Abo? Mit Magenta TV erhalten Sie Disney+, Netflix , RTL+ und Apple TV zum Vorteilspreis in einem Abo . Deshalb ist "Gran Torino" trotzdem sehenswert Bee Vangs Kritik hat Gewicht und sie verdient eine ernsthafte Auseinandersetzung. Dennoch bleibt "Gran Torino" ein Film, den man gesehen haben sollte. Denn Clint Eastwood spielt Walt Kowalski mit Präzision und zeigt einen Mann, der, in seiner Verbitterung gefangen, sich nur langsam öffnet. Diese Zurückhaltung macht die Figur glaubwürdig und menschlich. Kowalski ist kein Held. Er ist ein Mensch mit Fehlern und genau das macht ihn interessant. Als Regisseur zeigt Eastwood in "Gran Torino" sein Gespür für Rhythmus und Stimmung. Er inszeniert das Viertel in Detroit als einen Ort, an dem alte und neue Welt aufeinanderprallen. Die Kamera beobachtet die Figuren ohne Kommentar. Das lässt dem Publikum Raum zum Denken. Eastwood setzt in seiner Inszenierung auf Stille und Nähe. Das ist das handwerkliche Können, was seine Filme immer wieder auszeichnet. Das Publikum und die Kritiker haben den Film bei seiner Veröffentlichung 2008 sehr positiv aufgenommen. Auch wenn schon damals eine differenzierte Auseinandersetzung mit anti-asiatischem Rassismus Thema war. "Gran Torino" selbst spielte weltweit über 269 Millionen US-Dollar ein, bei einem Budget von 33 Millionen US-Dollar. Der Film war damit einer der größten Erfolge in Eastwoods Karriere. Auf der Bewertungsplattform "RottenTomatoes" hat der Film eine Zustimmungsrate von rund 90 Prozent beim Publikum und 81 Prozent bei Kritikern. Auf Filmplattform "IMDb" hat der Film 8,1 von 10 Sternen und ist in der Liste "Top 250 Filme von IMDb" auf Platz 192.