Grippewelle belastet Kliniken: OPs verschoben, Kinder besonders betroffen

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Die Grippewelle nimmt an Fahrt auf. Immer mehr Menschen stecken sich an, einige müssen ins Krankenhaus. Experten mahnen: Influenza ist kein "Schnüpfchen". Die aktuelle Grippesaison trifft das Gesundheitssystem merklich. Ein Drittel der Intensivstationen in Deutschland meldet laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) einen eingeschränkten Betrieb. In diesen Kliniken werden planbare Operationen verschoben, um ausreichend Kapazitäten für Notfälle zu schaffen. Auch wenn die Divi derzeit keine flächendeckenden Engpässe sieht, ist die Belastung spürbar gestiegen. Ein Blick auf die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt, wie dynamisch sich die Lage entwickelt: In der Woche vom 5. bis 11. Januar wurden knapp 20.500 laborbestätigte Influenza-Fälle gemeldet. Eine Woche zuvor waren es noch rund 14.930. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen, da nur noch selten getestet wird. Grippe: Schwere Verläufe in allen Altersgruppen Besorgniserregend ist: Schwere Verläufe treten laut RKI in allen Altersgruppen auf. In der Altersgruppe zwischen 2 und 34 Jahren wurde bei mehr als jedem zweiten SARI-Patienten (schwere akute respiratorische Infektion) Influenza nachgewiesen. Bei den älteren Patienten ist die Lage besonders ernst: 95 Prozent der bisher 225 gemeldeten Todesfälle betreffen Menschen ab 60 Jahren. Millionen Deutsche krank: Ein Erreger führt zu besonders schweren Symptomen Daten aus Europa: So gut schützt die Grippeimpfung in diesem Winter Viele Kinder betroffen – zu wenige geimpft Ein besonders starker Anstieg der Grippefälle ist bei Kindern zu beobachten. "Im Moment liegen die Influenza-Fälle über denen mit SARS-CoV-2 und RSV", sagt Nicole Töpfner, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Die meisten Kinder, die wegen akuter Atemwegsinfektionen ins Krankenhaus kommen, haben derzeit eine Influenza. Trotzdem sind laut Töpfner gerade Risikokinder viel zu selten geimpft. "Die Impfung wird nicht gut angenommen", erklärt die Oberärztin am Universitätsklinikum Dresden . Die Daten der DGPI stammen aus rund 50 Kinderkliniken bundesweit. Laut Divi wären flächendeckende Impfungen ab dem sechsten Lebensmonat ein wichtiger Schritt, um die jährliche Influenza-Welle zu bremsen. In der Saison 2024/2025 wurden in deutschen Kliniken rund 135.000 Influenza-Fälle behandelt, darunter 30.000 Kinder. Influenza ist kein "Schnüpfchen" Influenza verläuft häufig mit Fieber , starker Erschöpfung, Muskel- und Gliederschmerzen . Doch sie kann auch untypisch und ohne Fieber auftreten. Die Folge sind oft Komplikationen wie Lungenentzündungen. Influenza ist eine ernst zu nehmende Krankheit und kein "Schnüpfchen", wie Ärzte der Divi immer wieder betonen. Besonders gefährdet sind demnach Menschen mit Vorerkrankungen, Senioren, Schwangere und medizinisches Personal. Ihnen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die jährliche Grippeschutzimpfung. Dass auch Kinder zur Verbreitung der Viren stark beitragen, zeigt sich jedes Jahr aufs Neue. Ärzte rufen daher verstärkt zur Impfung auf, vor allem bei Menschen mit erhöhtem Risiko und Kindern. Denn je früher die Infektionswelle gebremst wird, desto weniger Menschen müssen ins Krankenhaus.
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