Gott ohne Haus? Wenn die Kirchen verschwinden | SWR Doku

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Stilllegung, Umwidmung, Verkauf - oder gleich Abriss? Den großen Kirchen in Deutschland kommen immer öfter ihre Gotteshäuser abhanden. Den Gemeinden damit ein Stück Heimat. Überall in Deutschland läuft das so. Weil den Kirchen nicht nur die Gläubigen, sondern auch die Priester fehlen, werden vielerorts kleine Gemeinden zu größeren Seelsorgeeinheiten fusioniert. Doch in den anonymen XXL-Gemeinden gehen ein Stück Zusammenhalt und örtliche Identität verloren. Was macht man mit den überflüssig gewordenen Kirchen? Kirche in Kaiserslautern muss abgerissen werden Es war ein bitterer Tag für die Gemeindemitglieder von St. Norbert in Kaiserslautern. Die Abrissbagger rückten an und machten die kleine Kirche dem Erdboden gleich. Jahrzehntelang wurde hier die Messe gefeiert, wurden Kinder getauft, Ehen geschlossen und um Tote getrauert. Doch am Ende kamen zum Gottesdienst nur noch eine Handvoll Gläubige. Die Kirchenverwaltung hat nachgerechnet: Die fällige Sanierung lohnt sich nicht mehr. Ein Abriss sei die beste Lösung. Gläubige fehlen, Kirchen stehen leer Überall in Deutschland geht das so. Weil den Kirchen nicht nur die Gläubigen, sondern auch die Priester fehlen, werden vielerorts kleine Gemeinden zu größeren Seelsorgeeinheiten fusioniert. Doch in den anonymen XXL-Gemeinden geht ein Stück Zusammenhalt und örtliche Identität verloren. Was macht man dann mit den überflüssig gewordenen Kirchen? In der Erzdiözese Freiburg kümmert sich Linus Becherer um dieses Problem. Erzbischof Stephan Burger hat der Diözese angesichts massenhafter Kirchenaustritte und sinkender Kirchensteuereinnahmen eine radikale Schrumpfkur verordnet. Immobilienverwalter Becherer soll nun herausfinden, wie viele der 5.400 Kirchenimmobilien verkauft werden können und den Prozess begleiten. Wie etwa in Mannheim, wo er eine Gemeinde auf den Abriss ihrer Kirche samt historischem Kirchturm vorbereitet. Becherer sieht in den Kirchenstilllegungen auch eine Chance: In leerstehenden Kirchen könnte Wohnraum entstehen, auf den Flächen abgerissener Bauten wäre Platz für Altenheime oder Kitas. Aber was bedeutet es für ein Dorf oder einen Stadtteil, wenn die Kirche verschwindet? Der Theologe und Psychotherapeut Manfred Lütz mahnt: „Kirchtürme sind die Zeigefinger Gottes. Wenn die verschwinden, verschwindet unsere Identität.“ Große Unzufriedenheit bei Gläubigen „betrifft“-Autor Wolfgang Luck hat die Gemeinden, die von der Schließung ihres Gotteshauses betroffen sind, über mehrere Monate begleitet und mit Gemeindemitgliedern gesprochen, die von ihrer Kirche tief enttäuscht sind. Nicht nur weil Gott sein Haus verliert, sitzt der Frust bei vielen tief: Missbrauchsskandale, fehlende Gleichberechtigung von Frauen und das Gefühl als Kirchenbasis nichts zu melden zu haben, machen vielen Gläubigen zu schaffen. Diese Doku von Wolfgang Luck aus der SWR-Reihe "betrifft" trägt den Originaltitel: Gott ohne Haus? Wenn die Kirchen verschwinden, Ausstrahlungsdatum: 26.01.22. #swrdoku #swr Alle Aussagen und Fakten entsprechen dem damaligen Stand und wurden seitdem nicht aktualisiert. Kanal abonnieren: https://www.youtube.com/c/SWRDoku Mehr Dokus finden Sie in unserem Kanal oder in der ARD Mediathek unter https://www.ardmediathek.de/swr/swr-dokumentationen/
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