Handynetz-Test 2025: Telekom siegt vor Vodafone und O2 – Bahn mit Problemen

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Telekom, Vodafone oder O2? Ein umfangreicher Test zeigt, welches Netz 2025 das beste ist. Doch eine große Schwachstelle bleibt bei allen Anbietern. Die Deutsche Telekom hat im aktuellen Mobilfunk-Test von "Chip" und Net Check erstmals die Bestnote "exzellent" erreicht. Mit der Gesamtnote 1,2 liegt der Bonner Konzern knapp vor Vodafone (Note 1,3) und O2 (Note 1,5). Doch trotz der insgesamt positiven Entwicklung offenbart der umfangreiche Test eine massive Schwachstelle: den Mobilfunk in Fernzügen. Für den Test haben Messteams über 8.000 Kilometer mit dem Auto, 2.665 Kilometer mit dem Zug und 76 Stunden zu Fuß in deutschen Städten zurückgelegt. Zusätzlich werteten Datenspezialisten knapp 2,8 Milliarden Datensätze von mehr als 1,5 Millionen Smartphones aus, wie das Fachmagazin "Chip" schreibt. Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild der deutschen Mobilfunklandschaft. Deutsche Telekom erstmals mit Bestnote Die Telekom führt in allen drei Testkategorien – mobiles Internet, Telefonieren und Netzverfügbarkeit – und erreicht überall mindestens die Note 1,2. Damit erfülle der Anbieter erstmals die Kriterien für die "exzellent"-Auszeichnung. Bei Downloads über 100 Megabit pro Sekunde liegt die Erfolgsquote laut Test bei 82,72 Prozent. Millionen Handys betroffen: Vodafone beendet 2G-Dienst Abdeckung prüfen: So finden Sie das beste Handynetz für Ihren Ort Vodafone behauptet sich auf dem zweiten Platz und konnte sich trotz zusätzlicher Belastung sogar leicht verbessern. Seit August 2024 nutzen über elf Millionen Kunden des neuen Anbieters 1&1 das Vodafone-Netz über nationales Roaming mit. "Unsere Techniker haben in den vergangenen Monaten täglich weitere Funklöcher geschlossen", sagt Vodafone-Chef Marcel de Groot. Bei Highspeed-Downloads über 100 Megabit pro Sekunde erreicht Vodafone eine Quote von 74,15 Prozent. O2 profitiert vom Wegfall des Roaming-Volumens und erhält erstmals die Gesamtnote "sehr gut". Der Münchner Anbieter verbesserte sich um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Erfolgsquote bei schnellen Downloads liegt bei 63,57 Prozent. ICE bleibt größte Schwachstelle Eine deutlich schlechtere Performance zeigen alle drei Netzbetreiber jedoch in den ICE-Zügen der Deutschen Bahn. Hier treten laut Test weiterhin häufig Verbindungsfehler, unverständliche Telefonate und Einbrüche bei den Datenraten auf. "Seit vier Jahren arbeiten Netzbetreiber öffentlichkeitswirksam mit der Deutschen Bahn zusammen, doch die Mobilfunkversorgung in deutschen Zügen bleibt deutlich schlechter als in Österreich oder der Schweiz", kritisiert Wolfgang Pauler, Leiter des Testcenters. Das gemeinsame Ziel von Telekom und Deutscher Bahn, bis 2026 auf allen Strecken durchgehend telefonieren und surfen zu können, sei nach wie vor weit entfernt. Die Messungen zeigen, dass die Verbesserungen entlang der Strecken bei den Fahrgästen kaum ankommen, was laut CHIP oftmals auch an den Zügen selbst liegt und nicht an den Netzen. Deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land Wie der Test auch zeigt, gibt es beim Stadt-Land-Gefälle zum Teil deutliche Unterschiede. Bei der grundlegenden Netzabdeckung schneiden alle drei Anbieter auf dem Land noch hervorragend ab: Die Telekom erreicht eine LTE- und 5G-Verfügbarkeit von 99,88 Prozent, O2 kommt auf 99,74 Prozent und Vodafone auf 99,52 Prozent. In den Städten liegen alle drei Netzbetreiber sogar über 99,9 Prozent. Anders sieht es bei Highspeed-Verbindungen aus. Während in Städten hohe Datenraten längst Standard sind, bleiben Downloads jenseits von 100 Megabit pro Sekunde in ländlichen Regionen die Ausnahme. Die Telekom erreicht auf dem Land immerhin eine Quote von 70,14 Prozent, Vodafone kommt auf 55,75 Prozent und O2 auf gerade mal 37,70 Prozent. Vorgaben der Bundesnetzagentur in weiter Ferne Bis 2029 und 2030 hat die Bundesnetzagentur Mindestversorgungen vorgegeben, die deutlich über dem heutigen Stand liegen. Nach den Vorgaben müssen in dünn besiedelten Gemeinden mindestens 99 Prozent der Haushalte mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde versorgt werden. Beim 5G-Ausbau zeigt der Test deutliche Fortschritte. In vielen Regionen stellen die Netzbetreiber die neueste Funktechnik schon bereit, in Städten sogar in der schnellen Variante auf dem Frequenzband 3,6 Gigahertz. Von den 35 getesteten Städten hatte nur die kleine Gemeinde Hasselfelde im Harz keine Versorgung mit dem schnellen 5G. Auf dem Land bauen die Anbieter die Technik jedoch nur gebremst aus, da die Funkreichweite oft nur wenige Hundert Meter beträgt. Das neu gestartete vierte Mobilfunknetz, das von 1&1, wurde in diesem Jahr noch nicht getestet, da dort in nächster Zeit größere technische Änderungen anstehen.
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