Hautkrebs-Screening: Wann und wie oft es sinnvoll ist

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Hautkrebs lässt sich in einem frühen Stadium meist vollständig entfernen. Daher haben gesetzlich Versicherte ab 35 regelmäßig Anspruch auf ein Screening. Leberfleck , Muttermal – oder doch Hautkrebs? Laien können dies in der Regel nicht gut beurteilen. Fachleute empfehlen, die Untersuchung zur Hautkrebs-Früherkennung wahrzunehmen: Der Arzt kann Krebs und seine Vorstufen frühzeitig erkennen und behandeln. Schwarzer Hautkrebs besonders aggressiv Es gibt verschiedene Formen von Hautkrebs. Fachleute unterscheiden vor allem zwischen dem weißen und dem schwarzen Hautkrebs. Schwarzer Hautkrebs (Melanom) geht aus pigmentbildenden Zellen hervor (Melanozyten) und ist daher eher dunkel gefärbt. Weißer Hautkrebs umfasst verschiedene Tumoren, die aus anderen Arten von Hautzellen entstehen. Dazu zählen vor allem das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das seltenere Plattenepithelkarzinom . Weißer Hautkrebs : Vorstufen und Symptome Schwarzer Hautkrebs : So lässt er sich erkennen Während weißer Hautkrebs eher langsam wächst und gut zu behandeln ist, erweist sich die schwarze Form als aggressiver. Für beide Erkrankungen gilt: Je früher sie erkannt und behandelt werden, desto höher sind die Heilungschancen. Sowohl weißen als auch schwarzen Hautkrebs kann der Arzt in der Regel auch in frühen Stadien leicht identifizieren. Das Hautkrebs-Screening ist daher – neben der Selbstuntersuchung der Haut – eine wichtige Maßnahme zur Früherkennung. Ab 35 alle zwei Jahre zum Screening Gesetzlich versicherte Personen ab 35 Jahren können alle zwei Jahre das gesetzliche Hautkrebs-Screening in Anspruch nehmen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Die Teilnahme am Hautkrebs-Screening ist freiwillig. Manche Personen haben ein erhöhtes Hautkrebsrisiko – etwa, weil schwarzer Hautkrebs bei ihnen in der Familie gehäuft vorkommt. Dann ergeben eventuell Screenings in kürzeren Zeitabständen Sinn. Wie viel Zeit bis zur nächsten Untersuchung vergehen sollte, wird der Arzt daher individuell festlegen. Wer darf ein Hautkrebs-Screening anbieten? Die Hautkrebs-Früherkennung können alle Ärzte durchführen, die eine entsprechende Genehmigung dafür haben. Dazu zählen Hautärzte. Auch viele Hausärzte mit einer Zusatzqualifikation bieten das Screening an. Wie läuft das Screening ab? Damit der Hautarzt alle Stellen begutachten kann, empfiehlt es sich, zur Untersuchung auf Nagellack, aufwendige Frisuren und Make-up zu verzichten. Das Hautkrebs-Screening dauert meist rund 15 Minuten. Vor der körperlichen Untersuchung findet in der Regel ein Gespräch statt, in welchem der Arzt über Hautkrebs informiert und Tipps zur Vorbeugung gibt. Auch wird er fragen, ob der Person bestimmte Veränderungen der Haut aufgefallen sind, wie oft sie der Sonne ausgesetzt ist beziehungsweise wie sie sich vor der Sonne schützt oder ob es Fälle von Hautkrebs in der Familie gibt. So kann er das persönliche Hautkrebsrisiko besser abschätzen. Anschließend begutachtet der Arzt mit dem bloßen Auge die gesamte Hautoberfläche inklusive der Kopfhaut. Auch Augen, Ohren, Mundschleimhaut und Zahnfleisch sind eingeschlossen, ebenso wie die äußeren Geschlechtsorgane, der After sowie Fuß- und Fingernägel. Für die Untersuchung verwendet der Arzt eine Lampe. Gegebenenfalls nimmt er ergänzend ein sogenanntes Auflichtmikroskop (Dermatoskop) zur Hand, mit dem er eine noch bessere Sicht hat. Die Untersuchung ist schmerzfrei. Nach der Untersuchung wird der Arzt über das Ergebnis informieren und den Patienten bei Bedarf beraten. Besteht der Verdacht, dass es sich um Hautkrebs handelt, wird der Hautarzt (meist bei einem Folgetermin) eine Gewebeprobe entnehmen und diese im Labor untersuchen lassen, sofern der Patient einverstanden ist. Für den Eingriff ist normalerweise eine örtliche Betäubung nötig. Je nachdem, wie groß der entnommene Gewebebereich ist, kann es nötig sein, die Wunde zu nähen. Wie erfolgreich ist das Hautkrebs-Screening? Durch das Screening kann Hautkrebs früher erkannt werden. Vermutlich kann das Screening daher auch dazu beitragen, dass weniger Menschen an schwarzem Hautkrebs sterben. Genaue Daten liegen dazu jedoch nicht vor. Hat das Hautkrebs-Screening auch Nachteile? Manchen Menschen ist es unter Umständen peinlich, sich nackt untersuchen zu lassen. In der Regel müssen sie aber nicht sämtliche Körperteile gleichzeitig nackt zeigen, sondern können einzelne Bereiche nacheinander entkleiden und zum Beispiel die Unterwäsche bis auf einen kurzen Moment anlassen – das kann das Gefühl von Scham unter Umständen mindern. Eine weitere mögliche Belastung ist das Warten auf das Untersuchungsergebnis, wenn eine Gewebeprobe entnommen wurde. In vielen Fällen bestätigt sich die Verdachtsdiagnose Krebs nicht. Die Zeit bis zum Ergebnis kann für Betroffene jedoch psychisch belastend sein. Hinzu kommt, dass unter Umständen eine Narbe zurückbleibt, welche manche Personen als Makel empfinden. Ein möglicher Nachteil sind sogenannte Überdiagnosen: Möglicherweise wird eine bösartige Veränderung gefunden und behandelt, welche im Leben nie zu ernsten Komplikationen geführt hätte. Doch trotz allem gilt: Das Hautkrebs-Screening ist eine gute und leicht durchzuführende Methode, um bösartige Veränderungen der Haut frühzeitig zu erkennen. Sie ist jedoch keine 100-prozentige Garantie dafür, dass jeder Tumor auch gefunden wird: Neun von zehn bösartigen Veränderungen werden gefunden – das bedeutet, eine bleibt unentdeckt. Im Zweifel schon vorher zum Arzt Wer eine verdächtige Hautstelle entdeckt und in absehbarer Zeit keinen Termin für ein Screening hat, sollte nicht zögern, zeitnah einen Hautarzt (oder alternativ zunächst einen Hausarzt) aufzusuchen. Das Begutachten auffälliger Hautstellen ist nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden, sondern eine Kassenleistung.
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