Das Startup Northvolt setzte in Heide auf E-Batterien und öffentliche Fördergelder. Dann kam das Aus. Ein US-Investor setzt auf ein neues Konzept – und eigenes Geld. Das US-Unternehmen Lyten will nach der geplanten Übernahme der deutschen Northvolt-Tochter zunächst rund 1.000 Arbeitsplätze auf dem Gelände im schleswig-holsteinischen Heide schaffen. Lyten plane kein Geschäft, das ausschließlich von Batterien für Elektrofahrzeuge abhänge, sagte Unternehmens-Chef Dan Cook nach Gesprächen mit der Kieler Landesregierung. Nach Treffen im Norden will Cook zum Abschluss noch Gespräche in Berlin führen. Geplant sei in Heide die Produktion von Batterien für ein breites Anwendungsspektrum, darunter Verteidigung, stationäre Energiespeicherung, Mobilität und Elektrofahrzeuge, sagte Cook. Das Northvolt-Gelände solle aber nicht nur für die Batterieproduktion genutzt werden. Ein Schwerpunkt liege auf künstlicher Intelligenz und Rechenzentren. Oberrhein: Das hat die Deutsche Erdwärme mit Lithium vor Northvolt: Vorläufiges Ende eines Traums im Norden Lyten habe bereits entschieden, das Gelände von Northvolt bei Heide zu übernehmen, sagte Cook. Der Bau soll voraussichtlich 2027 starten. Die Aufnahme der Produktion mit zu 100 Prozent grüner Energie ist laut Cook für 2028 geplant. Derzeit gehe das Unternehmen davon aus, die notwendigen Investitionen in Schleswig-Holstein mit privatem Kapital zu bewältigen. Sollte Lyten zu einem späteren Zeitpunkt öffentliche Förderung angeboten werden, werde das Unternehmen dies in Betracht ziehen, sagte Cook. In der Fabrik in Heide wollte das schwedische Startup Northvolt Batterien für E-Autos fertigen, unter anderem für deutsche Autobauer. Das Projekt galt als Musterbeispiel für den Übergang zur klimaneutralen Industrie in Deutschland. Doch kam im Vorjahr das Aus. Im Februar sprang Lyten ein. Wegen des erschlossenen Baugeländes. Vor allem aber auch wegen des günstigen Windstroms im Norden. Günther ist nach Gesprächen optimistisch Das Unternehmen hatte dafür von der staatlichen Förderbank KfW eine Wandelanleihe über rund 600 Millionen Euro erhalten. Bund und Land bürgten jeweils zur Hälfte. Ein Teil des Geldes wurde verbaut oder für Käufe eingesetzt. Noch knapp 200 Millionen Euro sollen aber erhalten sein – das Geld liegt geschützt auf einem Sperrkonto. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sprach von einem guten Austausch und zeigte sich zuversichtlich. "Ich bin sehr dankbar für die Offenheit", sagte der Regierungschef. Die Landesregierung werde Lyten bei den weiteren Schritten unterstützen, beispielsweise bei Fragen der Energieversorgung. "Denn was Lyten dort plant – Batterieproduktion, Datencenter –, hat einen enormen Energiebedarf", sagte Günther. Der in großem Umfang vorhandene grüne Strom sei ein Standortvorteil der Region. "Unser Eindruck ist auch, dass die Verantwortlichen vor Ort, mit denen die Gespräche geführt wurden, auch einen sehr, sehr positiven Eindruck von den weiteren Plänen haben." Der US-Investor warb bei seinem Besuch im Norden um Vertrauen nach der Northvolt-Pleite. Er wisse um den Wunsch nach Vorlage eines umfassenden und realisierbaren Plans, sagte Cook. Es sei verständlich, dass einige in der Region jeden Zukunftsplan mit einer gewissen Skepsis betrachteten, die durch vergangene Erfahrungen mit dem früheren Eigentümer geprägt seien. Cook verwies auf die gute Atmosphäre auch bei Gesprächen mit Vertretern in der Region Heide am Montag, auch mit den Bürgermeistern vor Ort. Lyten liege mit der Transaktion im Plan. Das Unternehmen wolle das Projekt in angemessenem Tempo vorantreiben, gestützt auf die Kundennachfrage und überwiegend finanziert durch Kapital aus dem privaten Sektor.