Heimspeicher mit dynamischem Stromtarif kombinieren: So geht's

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Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um günstige Stromtarife für Heimspeicher. Wer heute eine Solaranlage auf das Dach installiert, der kauft häufig auch einen Heimspeicher oder Batteriespeicher dazu. Das ist auch sinnvoll, denn: In der Regel erzeugt die Solaranlage dann den meisten Strom, wenn er im Haushalt gar nicht gebraucht wird. Also: In der Mittagszeit, wenn viele Menschen arbeiten, zur Schule gehen oder generell aus dem Haus sind. In dieser Zeit ist es oft sinnvoll, den Solarstrom in einem Heimspeicher zwischenzuspeichern . Später, wenn man zu Hause ist und kocht, wäscht, fernschaut oder andere alltägliche Dinge tut, wird der Solarstrom aus dem Speicher genutzt. Dieses Modell nutzt auch ein t-online-Leser. Er berichtet, dass vor allem in der kalten Jahreszeit – wenn der Ertrag aus der Solaranlage also geringer ist – der gespeicherte Strom nur bis 23 Uhr ausreicht. Danach und in den Morgenstunden muss er teureren Strom aus dem Netz beziehen. Er will daher wissen: "Kann ich mit einem dynamischen Stromtarif den Speicher über Nacht mit günstigem Strom aufladen?" Heimspeicher mit dynamischem Stromtarif kombinieren Ja, das ist möglich und sogar wünschenswert. Damit das klappt, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Zum einen braucht es einen Smart Meter, also einen intelligenten Stromzähler. Dieser ist notwendig, um überhaupt einen dynamischen Stromtarif abschließen zu können. Frag t-online: Kann ich auch ohne Empfang im Keller einen Smart Meter haben? Neue Pflicht: Wer muss einen Smart Meter bekommen? Zum anderen muss der Speicher so konfiguriert sein, dass das Laden aus dem Netz erlaubt ist. Vor 2023 war das nämlich gesetzlich nicht möglich, mit dem Solarpaket I wurde das dann geändert. Seitdem können Heimspeicher sowohl Strom aus dem Netz nehmen als auch Strom selbst einspeisen und die Einspeisevergütung erhalten. Ältere Anlagen können aber manchmal noch nach den alten Regeln konfiguriert sein. Am besten sprechen Sie mit dem Solarteur Ihres Vertrauens oder prüfen in Ihren Unterlagen, ob die Netzladung möglich ist. Um das Beste aus diesen Möglichkeiten zu machen, ist ein Energiemanager sehr sinnvoll. Der kann die Stromflüsse aller Systeme im Haushalt beobachten und steuern: die Photovoltaikanlage , den Speicher, das Elektroauto und die Wärmepumpe, sogar smarte Geräte wie Waschmaschinen und Spülmaschinen. Gleichzeitig prüft der Energiemanager die Börsenstrompreise und die Netzauslastung. Er sorgt dann dafür, dass Sie immer automatisch die günstigste Option verwenden: Strom aus dem Netz oder aus dem Speicher beziehungsweise von der PV-Anlage. Dabei können Sie auch selbst Einstellungen vornehmen, zum Beispiel, dass der eigene Solarstrom immer bevorzugt verwendet werden soll oder das Elektroauto bis morgens um 7 Uhr immer zu 80 Prozent geladen sein muss. Alles andere erledigt der Energiemanager vollautomatisch. Da die Stromnachfrage in der Nacht sehr niedrig ist, ist der Strom an der Börse dann auch besonders günstig. Der Energiemanager kann auf Ihren Wunsch dafür sorgen, dass der Speicher dann auch geladen wird. Sie können aber konkretere Vorgaben machen, wie: Erst aufladen, wenn die Börsenstrompreise unter 5 Cent/kWh fallen, ansonsten nicht. Oder Sie sagen dem System, dass der Speicher immer nachts geladen werden soll, egal, was es dann kostet. Stromanbieter, die sich auf dynamische Stromtarife spezialisiert haben, bieten diese Möglichkeiten häufig selbst an. In der App des Anbieters können Sie dann die Ladezeiten festlegen. Dann ist ein Energiemanager nicht zwingend erforderlich, es reicht ein Smart Meter. Diese Anbieter sind häufig auf Elektroautos ausgelegt, die in diesem Zusammenhang technisch nichts anderes sind als ein großer Heimspeicher. Es lohnt sich aber mit Sicherheit, im Zweifel beim Stromanbieter nachzufragen, ob sie den normalen Heimspeicher auch so behandeln können. Netzdienliche Batteriespeicher helfen dem System Übrigens: Wenn über Nacht die Strompreise aufgrund von viel Windstrom sogar ins Negative fallen, also weniger als 0 Euro kosten , dann gibt es ein unschlagbares Argument, den Speicher aufzuladen. Dann können Sie sogar Geld verdienen, wenn Sie den Strom aufnehmen. Zugleich trägt man dazu bei, das Stromnetz zu stabilisieren und dafür zu sorgen, dass der günstige Windstrom nicht verschwendet wird. So müssten Windanlagenbetreiber gerade zu solchen Zeiten ihre Anlagen sonst abschalten, weil keiner den Strom verbrauchen konnte. Den Heimspeicher mit einem dynamischen Stromtarif über Nacht günstig aufzuladen, ist also nicht nur möglich, sondern auch sehr sinnvoll. Dazu benötigt man aber auf jeden Fall einen Smart Meter. Hilfreich kann daneben noch ein Energiemanager sein. Dann wird über Nacht automatisch geladen, wenn es für Sie am wirtschaftlichsten ist.
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