Herbert Grönemeyer: Zwei schwere Schicksalsschläge in einer Woche

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Als Deutschpop-Legende feiert Herbert Grönemeyer seit Jahrzehnten große Erfolge. Der Sänger kennt aber auch die Schattenseiten des Lebens. Heute feiert Herbert Grönemeyer , einer der erfolgreichsten Sänger des Landes, seinen 70. Geburtstag. Nach über 20 Millionen verkauften Tonträgern und endlosen Tourneen, in denen er jedes Stadion der Republik füllte, blickt der in Bochum aufgewachsene Musiker auf eine Karriere und ein Leben voller Höhepunkte zurück. Das große Ganze könnte so schön sein, wäre da nicht das Jahr 1998, ein Jahr, in dem Herbert Grönemeyer zwei schwere Schicksalsschläge verkraften musste. Im Oktober 1998 spendeten Herbert Grönemeyer und sein älterer Bruder Dietrich ihrem dritten Bruder, Wilhelm, Knochenmark. Wilhelm war Galerist und an Leukämie erkrankt. Die Spende half leider nicht. Wilhelm Grönemeyer verstarb am 1. November des Jahres 1998 im Berliner Virchow-Klinikum. Wenige Wochen zuvor hatte der Sänger und Schauspieler seine bereits weitgehend ausverkaufte Konzerttournee abgesagt, um seinem an Leukämie erkrankten Bruder Wilhelm zu helfen. Alle Mühen waren vergebens. :"Das ist eine Unverschämtheit": Herbert Grönemeyer kritisiert Angela Merkel Und es kam noch schlimmer. Nur zwei Tage nach dem Tod seines Bruders verlor Herbert Grönemeyer auch seine Ehefrau Anna an den Krebs. "Wenn man so eine Katastrophe erlebt, ist man völlig hysterisch, zerrüttet und ängstlich", erinnert sich der Sänger vier Jahre später in einem Interview mit dem "Stern" an die Tage zurück, als für ihn eine ganze Welt zerbrach. Vor der Kamera mit Robert De Niro und Donald Sutherland Mit Anna Henkel war Herbert Grönemeyer 20 Jahre glücklich liiert. Die gebürtige Hamburgerin stieß über die hanseatische Kulturszene irgendwann zum Neuen Deutschen Film und debütierte im Jahr 1973 in dem deutsch-französischen Kinofilm "Dorotheas Rache". In den folgenden Jahren arbeitete die Tochter einer Hausfrau, die im Jahr 1968 an Brustkrebs verstarb, und eines Lufthansa-Ingenieurs mit dem erfolgreichen deutschen Regisseur Ulrich Schamoni zusammen. Ihren größten beruflichen Erfolg feierte Anna Henkel im Jahr 1976, als sie neben Filmgrößen wie Robert De Niro , Gérard Depardieu und Donald Sutherland für den Bertolucci-Skandalfilm "1900" vor der Kamera stand. Zwei Jahre später lernten sich Anna Henkel und Herbert Grönemeyer bei den Dreharbeiten zum Halbstarken-Film "Uns reicht das nicht" kennen. "Als wir uns 1978 zum ersten Mal über den Weg liefen, hatte ich lange rote Haare und war eine etwas anstrengende Frohnatur. Sie kam aus der Hamburger Hippie-Szene, wollte immer tief in die Emotionen einsteigen und hielt das Ruhrgebiet für Dunkeldeutschland. Da prallten zwei Welten aufeinander. Das hat uns aber auch ausgemacht", so Herbert Grönemeyer. Vier Jahre nach dem Kennenlernen widmete der Sänger seiner Frau den Titel "Anna" auf seinem dritten Studioalbum "Total Egal". Zwei Jahre später veröffentlichte Grönemeyer sein Erfolgsalbum "4630 Bochum". Von da an änderte sich auch das Leben von Anna Henkel. Während ihr Mann zum Superstar aufstieg, blieb sie lieber daheim und kümmerte sich mehr und mehr um Familiendinge. Ihren letzten Film, "Wie kommt das Salz ins Meer?", drehte sie im Jahr 1988. Ein Jahr zuvor kam Sohn Felix zur Welt, 1989 folgte Tochter Marie. Vier Jahre später heirateten Anna Henkel und Herbert Grönemeyer. "Bis zum Wiedersehen. Wir lieben dich!" Das Paar lebte ein Leben voller Bewegung. Man pendelte zwischen Köln , Berlin und London . Alles lief wunderbar – bis im Jahr 1998 der Brustkrebs, mit dem die ehemalige Schauspielerin viele Jahre zuvor schon einmal zu kämpfen hatte, wiederkam. Am 3. November 1998 machte Anna Henkel für immer die Augen zu. Der Tod seiner geliebten Frau setzte einen tiefschwarzen Punkt hinter die dunkelste Woche im Leben von Herbert Grönemeyer. In der Traueranzeige, die von Herbert Grönemeyer und den beiden gemeinsamen Kindern veröffentlicht wurde, stand damals: "Dein Verlust sprengt alle Dimensionen, Werte, Phantasien. Der Schmerz ist Wüste voll brutalster Wucht. Leb uns mit unbändigem Vertrauen. Bis zum Wiedersehen. Wir lieben dich!" Vier Jahre später veröffentlichte der Sänger den Song "Der Weg", eine aufwühlende Ballade, in der er seine verstorbene Frau beschreibt und all die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit verarbeitet. Die Single erreichte mit über 250.000 verkauften Einheiten Platin.
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