"heute journal": ZDF zieht Konsequenzen – und nimmt Dunja Hayali in Schutz

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Beim ZDF herrscht Ausnahmezustand. Seit die "heute journal"-Redaktion in einem Nachrichtenbeitrag grobe Fehler machte, ringt der Sender um Antworten. So auch jetzt. Nach den eingestandenen Fehlern im Kontext eines Beitrages über ICE-Einsätze in den USA hat das ZDF weitere Details zu internen Versäumnissen und geplanten Konsequenzen genannt. In der Sendung waren KI-generierte Bilder verwendet worden, ohne diese entsprechend zu kennzeichnen. Zudem hatte die Redaktion mehrere Jahre altes Archivmaterial eingesetzt und es im Kontext aktueller Abschiebemaßnahmen gezeigt. Wie das ZDF jetzt auf eine Anfrage von t-online mitteilt, seien bei der Erstellung des Beitrags "handwerkliche Fehler" geschehen, für die der Sender "um Entschuldigung gebeten" habe. Die verantwortliche Autorin habe Videomaterial ausgewählt, "ohne es vorher gewissenhaft und vollständig auf Herkunft und Authentizität überprüft zu haben". Dieses Vorgehen entspreche nicht den journalistischen Regeln und Standards des Hauses. Auch innerhalb der "heute journal"-Redaktion seien die vorgesehenen Prüf- und Verifikationsverfahren nicht angewendet worden. Offenbar gab es eine lange Fehlerkette innerhalb der Redaktion – mit gleich mehreren Verantwortlichen, die den Gau für das ZDF noch hätten verhindern können. Eine Person nimmt der Sender in der Stellungnahme explizit in Schutz: die Moderatorin. "Dunja Hayali wusste nichts von den handwerklichen Fehlern im Beitrag", heißt es. Inzwischen habe man den kompletten Beitrag auf allen Plattformen gelöscht. Experte schlägt wegen ZDF-Skandal Alarm: "Täuschung erreicht ihren Höhepunkt" ZDF-Wirbel: "heute journal"-Sendung gerät in die Kritik Kommentar zum ZDF-Skandal: Das muss Konsequenzen haben Der Sender kündigt nun strukturelle Änderungen an. Man arbeite den Vorfall "konsequent" auf und erstelle "einen Maßnahmenkatalog", um die Abläufe bei der Verifikation von Bewegtbildmaterial "noch strenger zu regeln". "Dazu gehören auch zusätzliche, verpflichtende Schulungen für Mitarbeitende", heißt es. "Wurde da aus gegebenem Anlass schnell nachgebessert?" Zugleich ordnet das ZDF seine grundsätzliche Haltung zum Einsatz künstlicher Intelligenz ein und verweist dabei auf eine Regel, die so nicht in den offiziellen "KI-Grundlagen des ZDF" zu finden ist. "Der Einsatz KI-generierter Bilder und Videos von Menschen, Ereignissen und politischen Zusammenhängen ist im Genre Nachrichten/Info nicht erlaubt", heißt es von dem Sendersprecher. t-online berichtete am Mittwoch, dass "heute journal"-Chef Stefan Leifert in einem "Beitrag in eigener Sache" diese Regel ebenfalls zitiert hatte – obwohl diese bisher nicht öffentlich bekannt war. Dabei blendete das ZDF in der gestrigen Nachrichtensendung ein Statement ein, welches einen auffälligen grammatikalischen Fehler enthielt. Auch deshalb sagte der renommierte Medienwissenschaftler Volker Lilienthalt t-online: "Wurde da aus gegebenem Anlass schnell mal nachgebessert, um sich aus der Affäre zu ziehen?" Fragen dazu beantwortet das ZDF nicht. Ob es sich lediglich um eine interne Handreichung handelt – und warum dieser angebliche Grundsatz nicht auf der entsprechenden Unternehmensseite zu den KI-Regeln zu finden ist, bleibt indes weiterhin unklar. Teilen Sie Ihre Meinung mit Welche Konsequenzen sollte dieser Fall beim ZDF haben? Schreiben Sie eine E-Mail an [email protected] . Bitte nutzen Sie den Betreff "ZDF" und begründen Sie.
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